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Der Spielplan 2023

Freitag
24. März 2023

18:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Anne-Dore Krohn & Denis Scheck

„Hungrig auf die Welt“ – Kulinarische Erkundungen

Wer Gedichte liebt und gern Romane liest, der kocht auch gut und mag die Sterne-Restaurants. Stimmt nicht immer, aber oft, und jedenfalls im Fall von Anne-Dore Krohn und Denis Scheck. Die beiden Literatur-Kritiker dokumentieren das ganz unverbrämt, indem sie mit der eleganten Feder der Feuilletonisten über das gute Kochen und Essen schreiben. Man folgt ihnen gerne ins Küchenfachgeschäft von Monsieur E. Dehillerin in Paris, zum Londoner Tafelsilber-Spezialisten oder in eines der zahlreichen multikulinarischen Restaurants in Berlin, die zwischen Street Food und Haute Cuisine changieren. Es gilt das Lustprinzip. „Mit guten Restaurants ist es nicht anders als mit guten Büchern“, sagen die Autoren. „Wie die Literatur erzählt auch die Gastronomie immer Geschichten.“

PREOPENING: Lese-Dinner mit Vier-Gang-Menü.

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Samstag
25. März 2023

Stephan Thome

„Pflaumenregen“ – das Schicksal eines bedrohten Inselvolkes

Als Stephan Thome im Herbst 2009 mit dem Roman „Grenzgang“ erstmals die große Bühne der deutschen Literatur betrat, da staunten die Kritiker. Von einem „reifen Debüt“ sprach der „Spiegel“, die FAZ entsandte eine Redakteurin zur Buchvorstellung nach Biedenkopf. Das mittelhessische Städtchen ist nämlich nicht nur der Geburtsort des Autors, sondern auch der Schauplatz des Romans. Mit seinem Grenzgang, einem alle sieben Jahre abgehaltenen Volksfest, wurde Biedenkopf zur literarischen Berühmtheit, und Stephan Thome gilt seither als einer der wichtigsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seit Jahren lebt er als Sinologe und Philosoph in Taipeh und ist mit einer Taiwanerin verheiratet. Nicht zufällig behandelt sein fünfter und jüngster Roman „Pflaumenregen“ am Beispiel eines Mädchens und seiner Familie die Geschichte dieses asiatischen Inselstaates, der wegen der massiven Annexionsdrohungen des großen Nachbars China einer der großen Krisenherde der Welt ist. Die Neue Zürcher Zeitung lobte das Buch als „ein Meisterwerk“, das die Vorgeschichte der gegenwärtigen Provokationen Chinas erzähle. Beim „Literarischen Frühling“ war Stephan Thome bereits 2013 zu Gast. Diesmal kommt er als einer der beiden neuen Schirmherren des Festivals. Er übernimmt das Ehrenamt von Friedrich Christian Delius, der am 30. Mai 2022 im Alter von 79 Jahren gestorben war.

ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG: Lesung mit Gespräch und Empfang, Moderation Denis Scheck

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Sonntag
26. März 2023

Jaroslav Hašek & Michael Quast & Erik Arnecke

„Der brave Soldat Schwejk“ – Weltliteratur für Feinschmecker (1)

Die Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal in die Endzeit der Donau-Monarchie, also nach Mittel- und Osteuropa, wo nicht nur Österreich und Ungarn zum Reich der Habsburger gehörten, sondern auch das heutige Tschechien und die Slowakei sowie Teile Polens, der Ukraine, Rumäniens und des Westbalkans. Nie hat jemand die Schrullen und Absonderlichkeiten des im Ersten Weltkrieg untergegangenen Regimes witziger und erbarmungsloser verhöhnt als der tschechische Autor Jaroslav Hašek, dessen weltberühmter Roman über den „braven Soldaten Schwejk“ vor 100 Jahren veröffentlicht wurde. Es ist die Geschichte eines amtsärztlich für „blöd“ erklärten Prager Hundehändlers, der mit durchtriebener Naivität und entwaffnendem Mutterwitz nicht nur seine Leutnants, Oberleutnants und Obristen als jämmerliche Trottel vorführt, sondern auch die Feldgeistlichen und Beamten. Der k.u.k. Militarismus erscheint als Ausgeburt des galoppierenden Irrsinns, so realistisch und verschroben, wie ihn der Autor zum Teil offenbar selbst erlebt hat. Viele Figuren sind echten Menschen nachgebildet, nicht zuletzt der Anti-Held Schwejk mit seinen hunderttausend absurden Anekdoten. In einer szenischen Lesung lässt ihn der Frankfurter Schauspieler und Theaterdirektor Michael Quast wieder auferstehen. Um die Attacke aufs Zwerchfell abzumildern, reichen der Sterne-Koch Erik Arnecke und sein Team dazu Köstlichkeiten aus der böhmischen Küche.

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

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11:30 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Thea Dorn & Andreas Rödder

„Wo bleibt die Toleranz?“

Gefahr droht von zwei Seiten. Am rechten Rand randalieren Populisten und Deutsch-Nationale, denen die ganze liberal-pluralistische Richtung nicht passt, es werden Hassmorde begangen. Auf der Linken machen sich immer lauter Eiferer bemerkbar, die sich als einzige für politisch sensibel und aufgeweckt (woke) halten und alle anderen für rassistisch, frauenfeindlich, homophob und hoffnungslos rückständig. „Längst hat ein Kulturkampf begonnen, der die demokratische Mitte in die Zange nimmt“, sagt der Historiker Andreas Rödder. Er war ein früher Kritiker Angela Merkels und leitet die Organisation „Republik 21“, eine „Denkfabrik für neue bürgerliche Politik“. Demokratie ist nach seiner Ansicht „die Fähigkeit, andere Meinungen auszuhalten.“ Um die offene Debatte zu retten und die Gesellschaft vor einer Spaltung zu bewahren, wie sie in den USA im Gange ist, hält der Mainzer Professor eine Neubesinnung auf grundsätzliche Fragen für erforderlich: Wie steht es um die freie Meinungsäußerung und um die Toleranz? Was ist heute konservativ oder liberal? Wo steht Deutschland unter dem Druck der aktuellen Krisen und wie steht es da in Europa? Andreas Rödder diskutiert diese Themen im munteren Dialog mit der Schriftstellerin Thea Dorn.

Matinee mit Zwiegespräch im historischen Rittersaal

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Kai Strittmatter

„China oder die Neuerfindung der Diktatur“

Er ist wieder da: der Wettbewerb der Systeme. Chinas allmächtiger Parteichef Xi Jinping, ein strammer Leninist, hat den Westen und die liberalen Demokratien zum ideologischen Feind erklärt und will sein Land zur führenden Nation der Welt machen. Im Inneren entsteht mit Hilfe von Big Data und künstlicher Intelligenz ein perfekter Überwachungsstaat, wie es ihn noch nie gab. Die Bürger werden laufend erfasst, durch Gesichts- und Stimmerkennung, auf der Straße, am Telefon, im Internet. Wer sozial auffällig wird, darf nicht mehr Schnellzug fahren oder fliegen. Für Kai Strittmatter, der 14 Jahre als Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in China gelebt hat, ist es „die Neuerfindung der Diktatur“ und „die Rückkehr des Totalitarismus im digitalen Gewand“. Wie gehen wir damit um? Strittmatter, der als einer der besten deutschen China-Kenner gilt, warnt vor Naivität im Umgang mit dem Land. Seine Schlussfolgerung: Wenn die Diktatur sich neu erfindet, müssen wir auch den Westen, die EU und die Demokratie neu erfinden. „Fürchten müssen wir nicht China, fürchten müssen wir nur uns selbst.“

Lesung und Gespräch mit dem Autor, Moderation: Stephan Thome

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Jaroslav Hašek & Michael Quast & Erik Arnecke

„Der brave Soldat Schwejk“ – Weltliteratur für Feinschmecker (2)

Die Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal in die Endzeit der Donau-Monarchie, also nach Mittel- und Osteuropa, wo nicht nur Österreich und Ungarn zum Reich der Habsburger gehörten, sondern auch das heutige Tschechien und die Slowakei sowie Teile Polens, der Ukraine, Rumäniens und des Westbalkans. Nie hat jemand die Schrullen und Absonderlichkeiten des im Ersten Weltkrieg untergegangenen Regimes witziger und erbarmungsloser verhöhnt als der tschechische Autor Jaroslav Hašek, dessen weltberühmter Roman über den „braven Soldaten Schwejk“ vor 100 Jahren veröffentlicht wurde. Es ist die Geschichte eines amtsärztlich für „blöd“ erklärten Prager Hundehändlers, der mit durchtriebener Naivität und entwaffnendem Mutterwitz nicht nur seine Leutnants, Oberleutnants und Obristen als jämmerliche Trottel vorführt, sondern auch die Feldgeistlichen und Beamten. Der k.u.k. Militarismus erscheint als Ausgeburt des galoppierenden Irrsinns, so realistisch und verschroben, wie ihn der Autor zum Teil offenbar selbst erlebt hat. Viele Figuren sind echten Menschen nachgebildet, nicht zuletzt der Anti-Held Schwejk mit seinen hunderttausend absurden Anekdoten. In einer szenischen Lesung lässt ihn der Frankfurter Schauspieler und Theaterdirektor Michael Quast wieder auferstehen. Um die Attacke aufs Zwerchfell abzumildern, reichen der Sterne-Koch Erik Arnecke und sein Team dazu Köstlichkeiten aus der böhmischen Küche.

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

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Wolf Biermann

„Warte nicht auf bessre Zeiten“ – Lieder und Erinnerungen

Sein persönliches Schicksal ist mit der deutschen Geschichte eng verwoben. Mit 16 Jahren ging Wolf Biermann in jugendlichem Überschwang nach Ost-Berlin, weil er die DDR für das „bessere Deutschland“ hielt. Mit 40 wurde er hinausgeworfen, weil seine Lieder und Gedichte aus Sicht der DDR-Oberen zuviel Sprengkraft gegen die kommunistische Diktatur entfalteten. Und noch immer mischt er sich ein: „Ich komme aus dem Krieg und bin am Ende meines Lebens wieder im Krieg gelandet“, sagt er heute. Für ihn, der die Verfolgung in der DDR ebenso wie die Verwirrungen nach dem Kollaps des Kommunismus 1989 dichtend begleitete, ist der Angriff Russlands auf die Ukraine ein Schicksalsschlag, den er durchaus auch persönlich nimmmt. „S‘ ist Krieg! Nun schließt mein Lebenskreis sich höllenwärts“, schreibt er in einem neuen Sonnett. Insofern wären seine Lebenserinnerungen, die er unter dem Titel „Warte nicht auf bess’re Zeiten“ herausbrachte, womöglich um ein weiteres, ein düsteres Kapitel zu ergänzen. Deutschlands bekanntester und erfolgreichster Poet tut das fürs erste live und mündlich: plaudernd, schaudernd, spottend, reflektierend – und natürlich singend, mit der Gitarre auf dem Knie.

Lieder und Gespräche, Moderation Andreas Öhler

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Montag
27. März 2023

Jaroslav Hašek & Michael Quast & Erik Arnecke

„Der brave Soldat Schwejk“ – Weltliteratur für Feinschmecker (3)

Die Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal in die Endzeit der Donau-Monarchie, also nach Mittel- und Osteuropa, wo nicht nur Österreich und Ungarn zum Reich der Habsburger gehörten, sondern auch das heutige Tschechien und die Slowakei sowie Teile Polens, der Ukraine, Rumäniens und des Westbalkans. Nie hat jemand die Schrullen und Absonderlichkeiten des im Ersten Weltkrieg untergegangenen Regimes witziger und erbarmungsloser verhöhnt als der tschechische Autor Jaroslav Hašek, dessen weltberühmter Roman über den „braven Soldaten Schwejk“ vor 100 Jahren veröffentlicht wurde. Es ist die Geschichte eines amtsärztlich für „blöd“ erklärten Prager Hundehändlers, der mit durchtriebener Naivität und entwaffnendem Mutterwitz nicht nur seine Leutnants, Oberleutnants und Obristen als jämmerliche Trottel vorführt, sondern auch die Feldgeistlichen und Beamten. Der k.u.k. Militarismus erscheint als Ausgeburt des galoppierenden Irrsinns, so realistisch und verschroben, wie ihn der Autor zum Teil offenbar selbst erlebt hat. Viele Figuren sind echten Menschen nachgebildet, nicht zuletzt der Anti-Held Schwejk mit seinen hunderttausend absurden Anekdoten. In einer szenischen Lesung lässt ihn der Frankfurter Schauspieler und Theaterdirektor Michael Quast wieder auferstehen. Um die Attacke aufs Zwerchfell abzumildern, reichen der Sterne-Koch Erik Arnecke und sein Team dazu Köstlichkeiten aus der böhmischen Küche.

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

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Wladimir Kaminer

„Wie sage ich es meiner Mutter“ – Gendersternchen, Bio-Siegel, Putin

Mama versteht die Welt nicht mehr, also muss ihr Wladimir Kaminer Verschiedenes erklären. Seine heranwachsenden Kinder mögen jetzt nur noch vegane Rühreier oder Fleisch von glücklich verstorbenen Tieren. Die herrlichen Buletten, die ihre Großmutter so gerne nach altem Hausrezept brät, werden neuerdings verschmäht. Sie kauft das Fleisch günstig im Discounter, auch Chicken Wings mag sie gerne. Die jungen Leute sind da anders. Sie gehen auch nicht mehr in den früher so beliebten Zoo, weil dort die Tiere gequält würden. Und dann sind da die Bio-Siegel, die Gendersternchen, das ganze neumodische Zeugs… Wladimir Kaminer, „privat ein Russe, beruflich ein deutscher Schriftsteller“, betrachtet diese Phänomene deutscher Alltagskultur natürlich wie alles mit der unverwüstlichen Ironie des Unterhaltungskünstlers. Auch zu Putin und zum Krieg gegen die Ukraine hat er seine eigene Meinung…

One-Man-Show mit Lesestücken und Gespräch

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Dienstag
28. März 2023

19:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Jörg Maurer

„Shorty“ – Auf der Flucht in einer anderen Welt

Jörg Maurer ist mit seinen humoristischen und skurrilen Alpenkrimis um den Kommissar Hubertus Jennerwein zum Bestsellerautor geworden. In seinem Roman «Shorty» geht er neue Wege. Der hintergründige Humor spielt aber weiterhin eine ganz zentrale Rolle. Im Mittelpunkt der fantasievollen Geschichte steht Shorty, ein vielseitig begabter, aber allgemein wenig erfolgreicher Jobhopper. Als er gerade dabei ist, die elektrische Anlage in einem Architekturbüro zu reparieren, meldet sich über sein Handy eine Stimme in seinen Kopfhörern. Woher sie kommt, weiß er nicht, aber sie erscheint ihm echt und er vertraut ihr. Dabei hat diese Stimme einen unglaublichen Auftrag für ihn: Shorty soll einen totalen Kurzschluss produzieren, um mitzuhelfen, die Welt zu retten… Shorty lässt sich darauf ein, als Folge seines Einsatzes entwickelt sich ein Tohuwabohu mit vielen abenteuerlichen Situationen und Figuren. Shorty findet sich als Mann auf der Flucht wieder, dem noch nicht einmal die Außerirdischen helfen können. Eine fantastische Heldenreise mit vielen Anspielungen ans „echte“ Leben.

Kabarettistische Lesung

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Mittwoch
29. März 2023

Juri Andruchowytsch

„Radio Nacht“ – Grotesken aus der Ukraine

Er mochte das Radio schon immer, vor allem nachts, es war „meine liebste Freundin“, sagt Juri Andruchowytsch. Denn es erlaubte ihm, in unbekannte Welten hineinzuhorchen, die Welt des Jazz und des Rock’n Roll. Nun hat der ukrainische Star-Autor einen Radio-Moderator zum Protagonisten seines neuesten Romans gemacht: Josip Rotsky, einen Keyboard-Spieler, der nach einer gescheiterten Revolution ins Exil ging, an einem Attentat gegen einen Diktator beteiligt war und deshalb in der Schweiz im Gefängnis landete. Inzwischen sitzt er auf einer einsamen Insel im Studio und sendet die ganze Nacht. „Dies ist Radio für alle, die am Limit sind“, sagt er. Je länger man zuhört, desto konkreter schält sich die jüngere Geschichte eines postsowjetischen Landes heraus, das mit der Ukraine große Ähnlichkeit hat. Auf seine eigene Art, als „Virtuose des karnevalistischen Schreibens“ (Süddeutsch Zeitung), arbeitet Andruchowytsch postsowjetische Strukturen heraus, die noch nicht verschwunden sind. Gut ein Jahr, nachdem das Buch in der Ukraine erschienen war, marschierten die Russen ein – nun liest es sich wie die vorweggenommene Erläuterung der Hintergründe. Im Gespräch nimmt der Autor auch zum aktuellen Geschehen und zur spezifischen Geschichte der Ukraine Stellung.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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Donnerstag
30. März 2023

Wolfgang Büscher

„Berlin-Moskau zu Fuß“ – Erinnerungen an eine andere Zeit

Ganz allein ging Wolfgang Büscher zu Fuß von Berlin nach Moskau, 82 Tage lang, 2500 Kilometer weit. Er wollte Landschaften kennen lernen, die er nie zuvor betreten hatte und die vielfach belastet waren durch die Vergangenheit. Er folgte den Wegen, die einst die Truppen Napoleons und im Zweiten Weltkrieg die Heeresgruppe Mitte der Deutschen Wehrmacht genommen hatten, und er las Geschichten auf, in Polen, in Belarus und Russland. Büscher tat dies im Jahr 2001, und das Buch, das er zwei Jahre später darüber veröffentlichte, löste enthusiastische Reaktionen aus. Es gehöre „zum Besten, was in den letzten Jahren in deutscher Sprache erschienen ist“, schrieb der „Spiegel“ und lobte, wie virtuos der Autor genaue Beobachtung mit ästhetischer Überhöhung, intelligenter Reflexion und Geschichtsbewusstsein verbinde. „Man will nicht, dass es aufhört“, schrieb der Kritiker Arno Widmann. Heute, zwei Jahrzehnte danach, erscheinen die Landschaften, die der einsame Wanderer durchquerte, in einem völlig anderen Licht. Was ändert sich, was bleibt, was verstehen und verstehen wir nicht von dieser Landschaft?

Lesung und Gespräch, Moderation: Catherine Mundt

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Herta Müller

„Der Beamte sagte“ – Literarische Collagen

Herta Müller dichtet manchmal mit der Schere. Aus Zeitschriften schneidet sie Überschriften aus und klebt die Einzelteile auf Karteikarten. „Ich bringe ganz gewöhnliche Worte zusammen“, sagt sie, „und plötzlich knistert es.“ Eine neue Gattung des Erzählens ist so entstanden, die literarische Collage. Auch in dieser neuen Form der Darstellung findet die Autorin Bilder dafür, wie sich Ohnmacht anfühlt und was Willkür anrichtet – ihr Lebensthema, das die Erfahrung mit der kommunistischen Diktatur in Rumänien ihr in jungen Jahren aufgezwungen hat. Durch ihre Dichtkunst und durch ihren furcht- und kompromisslosen Kampf gegen Gewalt und Unterdrückung hat Herta Müller sich die Hochachtung von Millionen Menschen erworben, die Verleihung des Literatur-Nobelpreises 2009 war dafür der sichtbare Ausdruck. Im Gespräch mit ihrem alten Freund Ernest Wichner, der wichtige Erfahrungen im Banat mit ihr geteilt hat, gibt Herta Müller Einblick in ihr Schaffen.

Lesung mit Dia-Show und Gespräch, Moderation: Ernest Wichner

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Freitag
31. März 2023

Rainer von Hessen

„Battenberg-Mountbatten – Eine hessische Affäre“

Die Grafen von Battenberg residierten einst in Battenberg im heutigen Kreis Waldeck-Frankenberg. Schon 1342 starb das Geschlecht aus, indes feierte der Name 1851 Wiederauferstehung. Damals vergab Großherzog Ludwig III. von Hessen-Darmstadt, zu dessen Territorium Battenberg einst gehörte, den Grafentitel an die Frau seines Bruders. Aus dieser Seitenlinie des Hauses Hessen entsprossen bald namhafte Nachfahren. Unter ihnen waren Fürst Alexander von Bulgarien und Prinz Philip, der Gemahl von Queen Elizabeth II. Sein Großvater, der zum Ersten Sealord der Royal Navy aufstieg, hatte im Ersten Weltkrieg den Namen Battenberg ins englische Mountbatten abgeändert. Rainer von Hessen erzählt ein Stück Familiengeschichte, die zugleich europäische Geschichte ist. Das Haus Hessen war auch mit den russischen Zaren und den deutschen Kaisern versippt. Auf dem britischen und dem spanischen Thron sitzen heute Nachkommen der Battenbergs.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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Samstag
01. April 2023

Dorothee Röhrig

„Du wirst noch an mich denken“ – Ein Tochter-Mutter-Buch

Als Dorothee Röhrig auf ein altes Foto ihrer Mutter stößt, setzt sich ein Gedankenkarussell in Bewegung. Was weiß sie über diese Frau, die 18 war, als ihr Vater, der Widerstandskämpfer Hans von Dohnanyi, 1945 von Nazi-Schergen hingerichtet wurde? Diese Frau, die nach dem Krieg versuchte, ihre traumatisierte Mutter Christine, die Witwe des Widerstandskämpfers, in das Familienleben einzubetten - so wie die Autorin später selbst für ihre von der Vergangenheit gezeichnete Mutter da war. Mit großer Ehrlichkeit erzählt Dorothee Röhrig von ihrem widersprüchlichen Verhältnis zu ihrer Mutter und der Rolle der Frauen in einer außergewöhnlichen Familie, zu der auch der Politiker Klaus von Dohnanyi, der Dirigent Christoph von Dohnanyi sowie der ebenfalls als Widerstandskämpfer hingerichtete Theologe Dietrich Bonhoeffer gehören.

Lesung mit Gespräch

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Jörg Bong

„Die Flamme der Freiheit“ – 1848 und die deutsche Demokratie

Jörg Bong ist einer, der andere begeistern kann. Die „Zeit“ nannte den Frankfurter Autor einen „mitreißenden Dynamiker“, auch die Süddeutsche Zeitung befand, er habe über die deutsche Revolution von 1848/49 „ein fesselndes, ein mitreißendes Buch“ geschrieben. Und in der FAZ war zu lesen, es gelinge dem früheren Chef der S. Fischer-Verlage „sehr gut“, komplexe Abläufe und Zusammenhänge anschaulich darzustellen. Sein Werk „Die Flamme der Freiheit“ ist deshalb nicht nur ein wichtiges, sondern auch ein sehr spannendes Buch über die Geburtswehen der deutschen Demokratie. Im März 2023 jährt sich zum 175. Mal der Monat, in dem in deutschen Landen, inspiriert durch die Pariser Februar-Revolution, Aufstände ausbrachen, Waffen hervorgeholt und Versammlungen abgehalten wurden. Die Revoltierenden verlangten Meinungsfreiheit und freie Wahlen, manche auch die Abschaffung der Monarchie. Demokraten, Liberale, national Gesinnte und Sozialisten aber zerstritten sich bald, die herrschenden Fürsten hielten hart dagegen, und am Ende siegte die Reaktion. Die Einführung der Republik musste bis nach dem Ersten Weltkrieg warten. Jörg Bong lenkt jetzt den Blick auf jene Demokraten, die schon 1848 das durchsetzen wollten, was heute im deutschen Staate selbstverständlich ist und doch so hart erkämpft werden musste. Weshalb es auch genau so engagiert verteidigt werden sollte…

Lesung und Gespräch

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Sonntag
02. April 2023

11:30 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

In memoriam F. C. Delius

„Darling, it’s Dilius – Erinnerungen mit großem A“

Friedrich Christian Delius wäre am 13. Februar 2023 achtzig Jahre alt geworden, und natürlich sollte dieser Jahrestag beim „Literarischen Frühling“ in besonderer Weise begangen werden. Schließlich war Delius, der in Rom geboren und in Korbach aufgewachsen ist, seit der Gründung des Festivals 2012 einer seiner beiden Schirmherren. Nun aber wird es eine Stunde des Gedenkens und Erinnerns, denn der renommierte Autor ist am 30. Mai 2022 in Berlin gestorben. „Von ihm nehmen wir Abschied wie von einer ganzen Epoche“, schrieb die „Zeit“ und nannte ihn „den großen Stillen“. Die FAZ meinte, seine Bücher gehörten „zum stilistisch Schönsten, was die deutsche Gegenwartsliteratur hervorgebracht hat“. Und in „Le Monde“ war zu lesen: „Wenn auch diskret, fast schüchtern, war dieser Mann doch unnachgiebig in seinen Überzeugungen und wachsam in seiner Gesellschaftskritik.“ F. C. Delius konnte kurz vor seinem Tod noch das Manuskript seiner autobiographischen „Erinnerungen mit großem A“ fertigstellen. Unter mehr als 200 Stichworten, die alle mit dem Buchstaben A beginnen, reflektiert er darin spielerisch, gedankenscharf und poetisch über Personen, Orte und Erfahrungen, die ihm etwas bedeuteten. Solche Stichworte sind Abbey Road, Adorno, Aktien, Altkanzler oder Azzurro. Und: Adorf. Im Gespräch mit seiner Witwe Ursula Bongaerts blicken wir zurück auf das Schaffen dieses bedeutenden deutschen Schriftstellers, der dem „Literarischen Frühling“ eng verbunden war.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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Iris Berben, Mario Adorf & Hubertus Meyer-Burckhart

„Große Literatur, starke Charaktere“

Ob Blechtrommel oder Buddenbrooks, Cosima Wagner oder Karl Marx – Geschichte und Literatur leben in Filmen fort. Große Schauspielerinnen und Schauspieler können durch ihre Kunst Persönlichkeiten der Historie wie auch Figuren aus bedeutenden Romanen zum Leben erwecken und uns so die Stoffe der Weltliteratur näher bringen. Iris Berben und Mario Adorf haben an diesem Vermittlungsprozess entscheidend mitgewirkt, indem sie auf der Leinwand starke Charaktere verkörperten. Jetzt treffen sich die beiden, die zu den beliebtesten Darstellern in Deutschland gehören, um einmal ganz anders über Literatur zu reden. Wie haben sie sich mit den Persönlichkeiten auseinander gesetzt, die sie darstellten sollten? Und welche Vorlieben haben sie selber in der Literatur? Darüber berichten sie im Gespräch mit Hubertus Meyer-Burckhardt.

Gespräch mit Filmausschnitten

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Jean-Luc Bannalec

„Bretonische Nächte mit Kommissar Dupin“

Morgens, nach dem Schwimmen, wenn Monsieur Dupin zur Arbeit fährt, macht er unterwegs Halt am Amiral, dem legendären Restaurant am Hafenbecken von Concarneau. Schnell noch ein Croissant und einen Café! Wir sind in der Bretagne, und wenn der Kriminalkommissar Georges Dupin auch aus Paris stammt und hier nur lebt, weil er strafversetzt wurde, liebt er das gute Leben doch genau so wie die Bretonen. Sie haben 365 kulinarische Feiertage im Jahr, und eine ihrer zahllosen Spezialitäten sind Austern mit hausgemachter Mayonnaise, so wie der Küchenchef im Amiral sie zubereitet: mit Nussessig. Man erfährt das gleich auf den ersten Seiten des neuesten Kriminalromans von Jean-Luc Bannalec, jenes Bestseller-Autors, hinter dem sich der Frankfurter Literaturwissenschaftler und Ex-Verleger Jörg Bong versteckt. In Wahrheit aber, sagt dieser, ist weder Bong noch Bannalec der Verfasser, sondern – die Bretagne! „Ich bin ihre Schreibmaschine, die Bretagne tippt auf mir!“ Mit den mittlerweile elf Romanen über Dupin (der zwölfte kommt im Juli 23) hat also die Bretagne allein im deutschen Sprachraum die gigantische Auflage von 5,5 Millionen erreicht, die Bücher wurden auch in 20 weitere Sprachen übersetzt. Zehn der Krimis wurden bisher von der ARD verfilmt und in über 40 Länder verkauft. Jetzt hat das Bretagne-Fieber auch Nordhessen erreicht. Man übersteht es nur mit einem bretonischen Menu, das der Küchenchef des Landhauses Bärenmühle nach einem Kochbuch von Jean-Luc Bannalec zubereitet. Mitautoren waren die Patrons des Restaurants L‘ Amiral in Concarneau…

Lesedinner mit Vier-Gang-Menu, Gespräch mit dem Autor

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