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Der Spielplan

In allen Veranstaltungen gelten weiterhin die Eintrittskarten, die bereits für die wegen der Corona-Krise abgesagten Vorstellungen im Frühjahr 2020 erworben wurden.

Donnerstag
12. August 2021

Mariana Leky

„Was man von hier aus sehen kann“

Dieses Buch muss ein Geheimnis in sich bergen. Wie hätte es sonst zu einem der größten Bestseller der vergangenen Jahre werden können? Dabei ist es nur ein Dorfroman von den windigen Höhen des Westerwaldes. Dieses kleine Dorf allerdings stellt „eine halb realistische, halb phantastische Welt“ dar, wie die „Zeit“ befand. Eine große Rolle spielt darin ein Okapi, also ein giraffenähnliches, wild gestreiftes Huftier, das gewöhnlich im afrikanischen Regenwald vorkommt. Es erscheint hin und wieder im Traum der alten Selma, der Großmutter der Erzählerin Luise – und jedes Mal stirbt danach jemand. In der Zwischenzeit dringen mancherlei Geheimnisse des Dorfes ans Licht, und allerlei skurrile Eigenheiten der Bewohner werden offenbar. Der Optiker hört Stimmen, die alte Elsbeth meint, im Efeu verberge sich ein verzauberter Mensch, und dann kreuzt auch noch ein buddhistischer Mönch namens Frederik auf, für den Luise sogleich entflammt. Nicht nur der Tod ist in diesem verschrobenen Kosmos allgegenwärtig, sondern auch die Liebe.

Lesung und Gespräch, Moderation: Christiane Kohl.

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Donnerstag
02. September 2021

Joachim Gauck

„Toleranz – so schwer“ – Der Bundespräsident a. D. im Gespräch

Einfach ist sie nicht, und selbstverständlich schon gar nicht. Die Tugend der Toleranz, die für das friedliche Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft so fundamentale Bedeutung hat, kann äußerst anstrengend, manchmal sogar eine Zumutung sein. „Aber wie so oft im Leben: wer eine Herausforderung annimmt und sie erfolgreich bewältigt, wird mit Glücksgefühlen belohnt“, sagt der frühere Bundespräsident Joachim Gauck. In seinem neuesten Buch nimmt sich der einstige Pfarrer aus der DDR all die Problemfelder vor, die sich in jüngerer Zeit herausgebildet haben: die Hasstiraden in den sozialen Medien, die Gewalttaten rechts- und linksradikaler oder islamistischer Fanatiker, aber auch das naive Multikulti-Gehabe derjenigen, die vor lauter politischer Korrektheit allzu tolerant auch gegenüber der Intoleranz sind. Joachim Gauck plädiert für eine „kämpferische Toleranz“ und kritisiert die Laxheit und den Mangel an Mut, die Staat und Gesellschaft etwa gegenüber rechtsextremen Aktivisten oder libanesischen Clans an den Tag gelegt haben. Zugleich warnt er davor, verunsicherte Konservative, die aus Frust über Angela Merkels Politik mit der AfD liebäugeln, gleich zu Feinden zu erklären. Er mag nicht „diese Aufwallungskultur“. Im Gespräch mit Hans-Werner Kilz, dem langjährigen Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und des Magazins „Der Spiegel“, steckt der Bundespräsident a. D. die Grenzen ab, die allzu oft missachtet werden.
Lesung und Gespräch, Moderation: Hans-Werner Kilz

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Freitag
03. September 2021

Ingo Schulze

„Die rechtschaffenen Mörder“

Ingo Schulze gilt als „poetischer Erklärer“ deutsch-deutscher Befindlichkeiten. Einfühlsam und eigensinnig beschrieb er die Metamorphosen, die seit dem Fall der Mauer im Jahr 1989 und der von ihm keineswegs herbeigewünschten Wiedervereinigung eingetreten sind. In seinem neuesten Buch „Die rechtschaffenen Mörder“ spannt der aus Dresden stammende Autor den Bogen von den Siebziger Jahren bis in die Gegenwart. Sein Handlungsträger Norbert Paulini wandelt sich vom obsessiven Büchernarr und Antiquar in einer wohligen Nische der DDR-Gesellschaft zum schrulligen, bemitleideten Sonderling, der Schiffbruch erleidet und mit den Parolen von Pegida sympathisiert. Kein Rechtsextremist, sondern eher ein enttäuschter Konservativer – und „das sehe ich auch in der Wirklichkeit, bei vielen Anhängern der AfD oder bei Pegida“, sagt Ingo Schulze. Über mehrere Erzählebenen und aus mehreren Perspektiven entfaltet sich das Leben eines Intellektuellen, von dem man sich am Ende fragt: Ist er eine tragische Figur oder ein Mörder?

Lesedinner mit Viergang-Menü, Moderation: Christiane Kohl

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Samstag
04. September 2021

18:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

F. C. Delius

„Wenn die Chinesen Rügen kaufen, dann denkt an mich“

Mit Angela Merkels Politik ist er nicht einverstanden, im Freundeskreis nennt er sie MÜK – die „maßlos überschätzte Kanzlerin“. Der Wirtschaftsredakteur mit dem Spitzenamen „Kassandra“, der von seinem Verlag gerade vorzeitig in Rente geschickt wurde, liegt mit seinen Meinungen schon länger quer zur Mehrheit seiner Kollegen, auch was den Finanzminister Wolfgang Sch. und die Krise in Griechenland betrifft. Zudem ist er aufs höchste alarmiert darüber, wie das kommunistische Regime in China die eigene Bevölkerung schikaniert und Zug um Zug mehr Einfluss in Europa gewinnt, durch Übernahmen, Investitionen und politischen Druck, etwa in Griechenland. Friedrich Christian Delius, der seit einem halben Jahrhundert mit seinen wachen, mitunter satirischen Analysen und Romanen die Zeitgeschichte der Bundesrepublik begleitet, hat sich diesmal die allerjüngste Vergangenheit vorgenommen. Es wurde „eine furiose Abrechnung“, wie der Berliner „Tagesspiegel“ befand und zugleich "eine Sammlung wunderbarer Sottisen, Bonmots und gar Aphorismen". In einem Tagebuch mokiert sich "Kassandra" über Aufgeregtheit, Banalität und Widersinn der laufenden Ereignisse.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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Sonntag
05. September 2021

Katerina Poladjan

„Hier sind Löwen“ – Eine armenische Geschichte

„Hic sunt leones – hier sind Löwen!“ Mit diesem Satz wurde einst in alten Landkarten darauf verwiesen, dass eine Gegend noch völlig unerforscht war. Der Hinweis gilt in diesem Roman auch in zeitlicher Dimension, und zwar für den Völkermord an den Armeniern, dem zur Zeit des Ersten Weltkrieges schätzungsweise zwischen 300.000 und 1,5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Dieses Ereignis, für das offizielle Stellen der Türkei noch immer jegliche Verantwortung bestreiten, ist bis heute ein weißer Fleck in den Geschichtsbüchern. Katerina Poladjan nähert sich ihm auf zwei Pfaden: neben den Erlebnissen einer aus Deutschland angereisten Buchrestauratorin im Zentralarchiv für armenische Handschriften in Eriwan schildert sie packend die beklemmende Flucht zweier Kinder in der Ära der Verfolgungen. Die 14-jährige Anahid und ihr siebenjähriger Bruder Hrant haben als einzige aus ihrer Familie überlebt und irren mit einer alten Familienbibel umher. Die Restauratorin, die diese Bibel ein Jahrhundert später untersucht, folgt spiegelbildlich den Spuren der eigenen Familiengeschichte, die manches mit der Familiengeschichte der Autorin gemeinsam hat. „Stark in den Dialogen, prägnant in den Menschenskizzen“, befand der Berliner „Tagesspiegel“. Die Kritikerin Sigrid Löffler lobte Katerina Poladjan im MDR mit den Worten, dieser Roman sei „zugleich ihr ehrgeizigster und ihr persönlichster – und ihr gelungenster, ein sehr bemerkens- und lesenswertes Stück Literatur“.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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Mario Adorf

„Es hätte schlimmer kommen können“

Die Aufnahmeprüfung an der Münchner Schauspielschule hätte er beinahe nicht bestanden. Doch einer der Prüfer erkannte sein Talent: „Er hat zwei Dinge: Kraft und Naivität. Versuchen wir’s!“ So begann die Karriere des großen Mario Adorf. Seither hat er in zahllosen Filmen unvergessliche Rollen verkörpert – vom Massenmörder Bruno Lüdke („Nachts, wenn der Teufel kam“) über den Diktator Mussolini bis zu dem hoffnungslos verliebten italienischen Gastwirt in „Rossini“. Seit einiger Zeit ist nun ein Film in den Kinos, für den Deutschlands beliebtester Schauspieler keine Rolle einstudieren musste - denn der Film zeigt ihn selbst, den Menschen Mario Adorf, in einer ungeschminkten Dokumentation. Sie führt uns an wichtige Orte und Stationen in seinem Leben: die Kindheit im Städtchen Mayen in der Eifel, erste Theatererfahrungen in München, Rom und Paris als Konstanten seiner Biografie als europäischer Filmstar, die Zusammenarbeit mit großen Regisseuren, seine distanzierte Haltung sowohl dem internationalen Jetset wie auch der Münchner Schickeria gegenüber. Beim Literarischen Frühling 2020 erzählt Mario Adorf von einigen dieser Lebensstationen. Dazu werden Ausschnitte des Dokumentarfilms mit dem ironischen Titel „Es hätte schlimmer kommen können“ gezeigt.

Gespräch mit Filmausschnitten, Moderation: Christiane Kohl

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Sonntag
26. September 2021

Anne-Dore Krohn & Denis Scheck

„Dich lieb‘ ich, Erde!“ – Eine Hölderlin-Revue

Seit Friedrich Hölderlin wissen wir: Es ist zum Verrücktwerden in Deutschland mit der Dichtung. Hölderlin revolutionierte die Poesie zu einer Zeit, als in Paris erst Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit entdeckt wurden und kurz darauf der Terror tobte. Mit Hegel und Schelling bildete er in Tübingen die berühmteste WG der Weltgeschichte. Bis heute sind keine Biographie und kein Werk geheimnisvoller geblieben als die seinigen. Und doch dichtete der feinfühlige Schwabe auch so verständliche Verse wie „Dich lieb’ ich, Erde! Trauerst du doch mit mir!“ Mit Hölderlin im Tornister zogen deutsche Soldaten in zwei Weltkriege. Für Martin Heidegger war der Poet kein Mann von gestern, sondern „der Dichter, der in die Zukunft weist.“ Die Literatur-Kritiker Anne-Dore Krohn (RBB Kulturradio) und Denis Scheck („Druckfrisch“, „Lesenswert“), die schon im vorigen Jahr mit einer Fontane-Revue beim „Literarischen Frühling“ beeindruckten, beleuchten diesmal im munteren Duett Größe, Glück und Unglück dieses einzigartigen Dichters, dessen Geburtstag sich am 20. März 2020 zum 250. Mal jährt.

Weltliteratur an authentischen Orten – Lesung und Zwiegespräch.

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Montag
25. Oktober 2021

Hubertus Meyer-Burckhardt

„Diese ganze Scheiße mit der Zeit“

Solch einen Tag vergisst man nicht: 13. Oktober 2017. Hubertus Meyer-Burckhardt fuhr mit seiner Frau im Taxi nach Berlin-Steglitz, um an einer Beerdigung teilzunehmen. Da rief sein Hamburger Arzt ihn an und teilte mit: Befund positiv. Bei einer Routineuntersuchung waren zwei Karzinome entdeckt worden. Für den populären Moderator und TV-Produzenten war es eine Zäsur. „Du hast zwei Leben“ sagt er, einen englischen Schauspieler zitierend. „Das zweite beginnt, wenn du begreifst, dass du nur eines hast.“ Hubertus Meyer-Burckhardt hält auch nach diesem Schock an einem Leitsatz des Philosophen Karl Popper fest: „Zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative.“ Er schaltet um auf Attacke. Den beiden Karzinomen gibt er Namen, um sie besser bekämpfen zu können: Shaw und Kafka, nach seinen Lieblingsschriftstellern. Und er sinniert über seinen Umgang mit der Zeit, dem Kostbarsten, was uns im Leben gegeben ist. Es ist daraus ein Buch entstanden, in dem der vielseitige Autor und bekennende Nordhesse sein arbeits- und abwechslungsreiches Leben überdenkt. Beiläufig fragt er sich auch, was für eine Art von Heimatgefühl er wohl für seine Heimatstadt Kassel hat…

Lesung und Gespräch, Moderation: Christiane Kohl

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