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Der Spielplan

Neben den nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen ist zudem eine Lesung mit Andreas Maier ("Die Familie") geplant. Der Termin wird in Kürze mitgeteilt und in der Übersicht ergänzt. In allen Veranstaltungen gelten weiterhin die Eintrittskarten, die bereits für die wegen der Corona-Krise abgesagten Vorstellungen im Frühjahr 2020 erworben wurden. Die Veranstaltungen mit Thea Dorn und Oliver Scherz sind neu im Programm und können hier in Kürze gebucht werden. Einzelheiten dazu werden in den nächsten Tagen mitgeteilt.

Donnerstag
01. Juli 2021

19:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Wolfgang Herles

„Vorwiegend festkochend“ – Deutsches Essen, deutsche Seele

Diese Veranstaltung wird aus Gründen der Abstandshaltung zweimal durchgeführt, und zwar um 17 und um 20:00 Uhr. Bitte melden Sie sich unter kontakt@literarischer-fruehling.de für die erste oder zweite Veranstaltung an.

Der Mensch ist, was er isst – diese alte Weisheit gilt nicht nur für Individuen, sondern auch für Völker, beispielsweise das deutsche. „Was den Deutschen schmeckt, wie sie kochen, übers Essen reden und schreiben, ist Ausdruck ihrer Kultur, ja, ihrer Seele“, sagt Wolfgang Herles in seinem neuen Buch. Dessen Titel lautet nicht von ungefähr: „Vorwiegend festkochend“. Genau so nämlich mögen es die Germans: sie wollen „etwas Ordentliches, Strammes auf dem Teller. Ohne viel Schnickschnack.“ Freilich haben französisches Raffinement und andere auswärtige Kochtugenden auch hierzulande längst Einzug gehalten. Ein weites Feld ist also abzuschreiten, will man die Essgewohnheiten der Deutschen ergründen. Der prominente TV-Journalist Herles schöpft aus persönlichen Erlebnissen, gründlichen Recherchen und ausgiebigen kulturhistorischen Studien und legt in alphabetischer Ordnung dar, was es etwa mit Bio, Bauernopfern, Fernsehköchen, Imbissbuden, Sättigungsbeilagen oder Staatsbanketten auf sich hat. Warum lieben die Deutschen die Kartoffeln? Wie wurden sie Weltmeister im Wurstmachen und Brotbacken? Wieso sind sie im Supermarkt so knauserig, wenn Qualität etwas kostet? Und wie kommt das Gespenst des „protestantischen Arbeitsethos“ ins deutsche Schlaraffenland? Ein unerschöpfliches Thema, das selbstverständlich kulinarischer Begleitung bedarf.

Lese-Dinner, Lesung und Gespräch, dazu wird ein Vier-Gang-Menü serviert. Moderation: Cathérine Mundt


Freitag
02. Juli 2021

Thea Dorn

„Trost“ – Mit Witz und Widerborstigkeit gegen Corona

Scharfsinnig, klug, widerborstig – mit solchen Attributen sind Thea Dorns Arbeiten schon des öfteren bedacht worden. Ähnlich ist auch das Echo auf ihr neuestes Werk „Trost“, eine furiose Auseinandersetzung mit den privaten und gesellschaftlichen Misshelligkeiten der Corona-Krise. Das Buch „ist Polemik und Kulturkritik, Philosophie und Pamphlet in einem“, befand zum Beispiel ein Rezensent von Deutschlandfunk Kultur. Man könne hier „scharfem, engagiertem Denken zusehen“. Dem Münchner Merkur gefiel der „wohltuend bissige Witz“. In Briefen und Postkarten, die sie mit ihrem Philosophie-Lehrer Max wechselt, durchmisst eine Feuilleton-Redakteurin namens Johanna die Gefühls- und Denkwelten eines Ausnahme-Zustands, den eine todbringende Seuche provozieren kann. Zum Schmerz über den Tod der Mutter kommen der Zorn auf die öffentlichen Anordner und die Reflexion über die Kunst des Lebens und Sterbens. Was sollten wir ertragen, wogegen müssen wir uns auflehnen, und was tröstet uns? Die Schriftstellerin und Philosophin Thea Dorn spendet Trost auf ihre Weise – scharfsinnig, klug und widerborstig. Kein Eiapopeia.


Samstag
03. Juli 2021

Andrea Sawatzki

„Andere machen das beruflich“ – Eine wilde Familie

Diese Veranstaltung wird aus Gründen der Abstandshaltung zweimal durchgeführt. Bitte melden Sie sich unter kontakt@literarischer-fruehling.de für die erste oder zweite Veranstaltung an.

Die Familie, das wusste schon Kurt Tucholsky, „kommt in Mitteleuropa wild vor und verharrt gewöhnlich in diesem Zustande“. In den Büchern von Andrea Sawatzki über die Berliner Familie Bundschuh kann man dies anschaulich nacherleben. Vater Gerald ist Finanzbeamter und mault herum, Sohn Rolfi studiert in Amerika, Tochter Ricki und Matz, der Jüngste, quengeln sich durch ihre Gymnasialjahre, und Gundula, die Mutter und Hausfrau, nimmt das schöpferische Chaos in den Griff, natürlich nicht immer erfolgreich. Die „leichte Hysterie und ständige Angespanntheit“, die die Heldin dabei empfindet, teilt sie durchaus mit der Autorin Andrea Sawatzki, wie diese selber sagt – und mit Millionen anderer Frauen. Das ist wohl einer der Gründe dafür, warum nicht nur die bislang vier Bundschuh-Bücher beim Publikum so großen Erfolg haben, sondern auch die daraus destillierten Fernsehfilme. Die beliebte Schauspielerin, die 2013 ihr erstes Buch veröffentlichte, spielt darin natürlich selber die Hauptrolle. Als ihr Gatte figuriert indes nicht wie im wahren Leben ihr Schauspielkollege Christian Berkel, sondern der nicht minder gut bekannte Axel Milberg. Beim „Literarischen Frühling“ liest Andrea Sawatzki aus der neuesten Folge „Andere machen das beruflich“.

Ein großer Bühnenabend der Schauspielerin und Autorin

Michael Quast

„Wenn die Wipfel über mir schwanken“ – Der deutsche Wald

Diese Veranstaltung wird verschoben und soll mit Blick auf Corona und das Thema im Freien am Landhaus Bärenmühle stattfinden. Neuer Termin wird mitgeteilt.

„Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben?“ Mit solchen Versen des Dichters Joseph von Eichendorff auf den Lippen sind einst Generationen von Deutschen des Sonntags singend ins Grüne gezogen, um sich an den Wundern der Natur zu ergötzen. Im Gefühlshaushalt der Nation hat der Wald einen Ehrenplatz. Deshalb war kein Volk in Europa so aufgeregt wie das unsere, als vor 40 Jahren jenes Phänomen auftrat, das auch in anderen Sprachen als „Waldsterben“ benannt wurde. Trotz Luftverschmutzung und Sauren Regens ist das Waldsterben seinerzeit ausgeblieben. Inzwischen aber hat der rasant fortschreitende Klimawandel dem Wald mit Dürreperioden und Borkenkäfer-Attacken noch viel schlimmer zugesetzt als je zuvor. Auf Hessens grünen Hügeln etwa wurde 2019 vom Umweltministerium „der schlechteste Gesundheitszustand“ der Bäume seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1984 ermittelt. Im Forst herrscht Alarmstimmung, man denkt an einen anderen Vers von Eichendorff: „Wenn die Wipfel über mir schwanken.“ Vor diesem Hintergrund nimmt der Frankfurter Theatermacher Michael Quast, der schon in den vergangenen Jahren durch große Solos über die Dadaisten oder den Reformator Martin Luther glänzte, sein Publikum mit auf eine literarisch-satirische Expedition in den dunklen Tann.

Weltliteratur an authentischen Orten – Große Bühnenshow mit Mitgliedern der Bläsergruppe der Jägervereinigung Frankenberg


Sonntag
04. Juli 2021

Rüdiger Safranski

„Komm! Ins Offene, Freund!“ – Die große Hölderlin-Biographie

Er war die meiste Zeit seines Lebens ein Einzelgänger, rätselhaft, verschlossen, im Selbstgespräch befangen. Jedoch empfing er in seinem legendären Turmzimmer am Neckar in Tübingen, wo er vom 4. Mai 1807 bis zu seinem Tod am 7. Juni 1843 in der Obhut des Tischlermeisters Ernst Zimmer und dessen Familie lebte, auch gerne seine literarischen Verehrer. Friedrich Hölderlin sprach mit ihnen im Stehen, redete sie mit pompösen Titeln wie „Majestät“ oder „Heiligkeit“ an und warf auf Wunsch auch schnell mal einen Vierzeiler aufs Papier. Für die Vermutung, dass Genie und Wahnsinn nahe bei einander wohnen, gibt sein Leben manchen Anhaltspunkt. Unumstritten aber ist die Bedeutung des schwäbischen Dichters für die Literatur. Hölderlin ist wie Goethe oder Schiller ein deutscher Klassiker – und „ein Priester der Poesie“, wie Rüdiger Safranski, der Meisterbiograph der deutschen Klassiker, in seinem neuen Buch schreibt. Safranski spürt im Werk und Leben Hölderlins dem nach, was dieser selber das „göttliche Feuer“ genannt hat und was vor seiner Erkrankung so hell loderte. Er folgt ihm vom Gymnasium und Evangelischen Stift zu den Hofmeisterstellen und Liebesaffären, setzt griechische Antike und aktuelle Gärung im Feuerschein der französischen Revolution in Bezug und zeigt Hölderlin als Poeten wie als politischen Kopf, der zeitweise mit den Jakobinern sympathisierte und auf einer gefährlichen Fußreise nach Bordeaux aus dem Tritt geriet. Am 20. März 2020 jährt sich der Geburtstag des deutschen Poeten, Grüblers und Hauslehrers zum 250. Mal.

Lesung und Gespräch, Moderation: Anne-Dore Krohn, Eröffnungsveranstaltung

Iwan Turgenjew, Michael Quast & Erik Arnecke

„Väter und Söhne“ – Weltliteratur für Feinschmecker

Diese Veranstaltung wird aus Gründen der Abstandshaltung zweimal durchgeführt, und zwar um 13 und um 16 Uhr. Bitte melden Sie sich unter kontakt@literarischer-fruehling.de für die erste oder zweite Veranstaltung an.

Die traditionelle Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal nach Russland. Das Jahr 1861 markiert in der russischen Geschichte einen tiefen Einschnitt: Zar Alexander II. schaffte damals (als einer der letzten Herrscher in Europa) die Leibeigenschaft ab. Die Kraftprobe zwischen dem noch stark vom orthodoxen Glauben geprägten, teils aber auch schon liberal gesonnenen Adel und den jungen Reformern, die sich am Westen orientierten, erreichte einen Siedepunkt. Im selben Jahr erschien Iwan Turgenjews berühmter Roman „Väter und Söhne“, der die Konflikte dieser Zeit am Beispiel mehrerer adliger Gutsbesitzerfamilien in meisterhafter Weise kondensiert. Jewgenij Basarow und Arkadij Kirsanow, die während ihres Studiums in St. Petersburg zu Nihilisten geworden sind, kehren zu ihren Familien aufs Land zurück. Sie streiten mit Vätern und Onkeln, verlieben sich in dieselbe junge, reiche Witwe und entzweien sich; einer duelliert sich mit einem Kontrahenten. Meinungskampf, Liebesverwirrungen und soziale Gegensätze verschmelzen in einem Epochengemälde, das zu den wichtigen Werken der Weltliteraturgehört und einen facettenreichen Einblick ins vorrevolutionäre Russland des 19. Jahrhunderts gibt. Der Frankfurter Theaterdirektor Michael Quast liest Ausschnitte aus dem Buch, der Sternekoch Erik Arnecke präsentiert dazu ein erlesenes russisches Menu.

Weltliteratur an authentischen Orten - Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

Oliver Scherz

„Ein Freund wie kein anderer“

Wie still und verwunschen es hier ist! Mo, Kaja und Jonathan kriegen Gänsehaut, als sie in den verlassenen Vergnügungspark klettern. Die drei Geschwister kommen an leeren Schießbuden, einem Riesenrad und einem zugewucherten Karussell vorbei. Doch dann tauchen Dinosauriere, Indianer, Wahrsager und Riesen auf. Und in der Ferne leuchtet ein verwunschenes Schloss: dort wohnt der große Schabalu, der allen Kindern den Kopf verdreht… Oliver Scherz, der sich solche Geschichten ausdenkt, begann nach der Geburt seiner Tochter, Kinderbücher zu verfassen. Und Hunderttausende Kinder im Grundschulalter sind ihm dankbar dafür. Mit Begeisterung hören und lesen sie seine Erzählungen, die auch ein Rezensent der FAZ ganz fabelhaft fand. Das jüngste Buch des erfolgreichen Autors mit dem Titel „Ein Freund wie kein anderer“ handelt von dem Eichhörnchen Habbi und dem Wolf Yaruk, die übermütig mit einander spielen und allerlei Abenteuer mit einander erleben. Wenn Oliver Scherz seine Erzählungen präsentiert, dann merkt man gleich, dass er eigentlich ein gelernter Schauspieler ist.

Lese- und Spielvorstellung für Kinder ab 6 Jahren

Iwan Turgenjew, Michael Quast & Erik Arnecke

„Väter und Söhne“ – Weltliteratur für Feinschmecker

Diese Veranstaltung wird aus Gründen der Abstandshaltung zweimal durchgeführt, und zwar um 13 und um 16 Uhr. Bitte melden Sie sich unter kontakt@literarischer-fruehling.de für die erste oder zweite Veranstaltung an.

Die traditionelle Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal nach Russland. Das Jahr 1861 markiert in der russischen Geschichte einen tiefen Einschnitt: Zar Alexander II. schaffte (als einer der letzten Herrscher in Europa) die Leibeigenschaft ab. Die Kraftprobe zwischen dem noch stark vom orthodoxen Glauben geprägten, teils aber auch liberal gesonnenen Adel und den jungen Reformern, die sich am Westen orientierten, erreichte einen Siedepunkt. Im selben Jahr erschien Iwan Turgenjews berühmter Roman „Väter und Söhne“, der die Konflikte dieser Zeit am Beispiel mehrerer adliger Gutsbesitzerfamilien in meisterhafter Weise kondensiert. Jewgenij Basarow und Arkadij Kirsanow, die während ihres Studiums in St. Petersburg zu Nihilisten geworden sind, kehren zu ihren Familien aufs Land zurück. Sie streiten mit Vätern und Onkeln, verlieben sich in dieselbe junge, reiche Witwe und entzweien sich; einer duelliert sich mit einem Kontrahenten. Meinungskampf, Liebesverwirrungen und soziale Gegensätze verschmelzen in einem Epochengemälde, das zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur gehört und einen facettenreichen Einblick ins vorrevolutionäre Russland des 19. Jahrhunderts gibt. Der Frankfurter Theatermacher Michael Quast liest Ausschnitte aus dem Buch, der Sternekoch Erik Arnecke präsentiert dazu ein erlesenes russisches Menu.

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

Asfa-Wossen Asserate

„Die neue Völkerwanderung“ – Warum wir Afrika helfen müssen

Sein Albtraum ist, dass eines Morgens der Rundfunk melden könnte: „Soeben erreicht uns die Nachricht aus Gibraltar, dass drei Millionen Afrikaner auf dem Weg nach Europa sind.“ Asfa-Wossen Asserate, Historiker und Unternehmensberater, hat nicht nur die aktuellen Flüchtlingsdramen, sondern auch die ökonomische Misere und das rasante Wachstum der Bevölkerung auf dem afrikanischen Kontinent im Blick, wenn er sagt: „Ich glaube, die Europäer sind sich noch nicht bewusst, was da auf sie zukommt.“ In seinem Buch „Die neue Völkerwanderung“ analysiert der äthiopische Prinz, der 1968 als Student nach Deutschland kam und seither dort lebt, ohne Scheu vor Tabubrüchen die Misswirtschaft afrikanischer Potentaten ebenso wie die seiner Meinung nach desaströse Handelspolitik der EU. Künstlich verbilligtes Hähnchenfleisch oder Tomatenmark aus Europa treibt afrikanische Bauern in den Ruin – wer will ihnen dann verdenken, dass sie anderswo ein besseres Leben suchen? Asfa-Wossen Asserate ist nicht der einzige, der die bisherige westliche Entwicklungshilfe für komplett gescheitert hält. „Die Afrikaner müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen“, sagt er. „Europa kann und sollte ihnen dabei helfen.“

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill