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Der Spielplan 2022

Samstag
02. April 2022

19:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Iris Berben

„Große Literatur – starke Charaktere“

Ob Blechtrommel oder Buddenbrooks, Cosima Wagner oder Karl Marx – Geschichte und Literatur leben in Filmen fort. Große Schauspielerinnen und Schauspieler bringen uns durch ihre darstellende Kunst die Persönlichkeiten der Historie und die Figuren bedeutender Romane nahe und verlocken zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den Stoffen der Weltliteratur. Iris Berben und Mario Adorf haben an diesem Vermittlungsprozess entscheidend mitgewirkt, indem sie auf der Leinwand starke Charaktere verkörperten. Jetzt treffen sich die beiden, die zu den beliebtesten Darstellern in Deutschland gehören, auf Schloss Waldeck, um einmal ganz anders über Literatur zu reden. Wie haben sie sich mit den Persönlichkeiten auseinander gesetzt, die sie darstellten sollten? Und welche Vorlieben haben sie selber in der Literatur? Der TV-Moderator Denis Scheck, einer der bekanntesten Literatur-Kritiker Deutschlands, wird das erkunden.

Eröffnungsveranstaltung, Moderation: Denis Scheck

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Sonntag
03. April 2022

Denis Scheck

„Der undogmatische Hund“

Wenige wissen, dass die Erfolgsschriftstellerin Donna Leon eine Leidenschaft für Georg Friedrich Händel hegt, speziell für Tiere, die in dessen Opern vorkommen. Sie hat sogar ein Buch darüber verfasst, und als der Kritiker Denis Scheck das Werk 2011 mit ihr auf der LitCologne vorstellte, wünschte die Autorin dringend, dass Schecks Jack-Russell-Terrier Stubbs dabei mitwirke. Das raffinierte Tier saß also auf der Bühne und hub im passendsten Moment zu einem überaus melodischen Geheul an. Da sage einer, Vierbeiner seien nicht kunstsinnig! Denis Scheck, ein Hundenarr von hohen Graden, hat nun gemeinsam mit seiner Ehefrau Christina Schenk dem gemeinsamen Lebensgefährten einen weiteren literarischen Auftritt verschafft. Sein jüngstes Buch umplaudert vergnüglich a) den Canis Lupus Familiaris in Dichtung und Geschichte, b) den tollsten Hundetext aller Zeiten (über die Grenzhunde der DDR) und c) wie Stubbs, der nach einem Liverpooler Hunde- und Pferdemaler des 18.Jahrhunderts benannt ist, schon einmal ins Museum geschmuggelt wurde… Der Hund spricht auch selber, über Thomas Mann, Virginia Woolf und Paul Auster zum Beispiel. „Frei nach Schnauze“, wie er sagt.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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F. Scott Fitzgerald, Michael Quast & Erik Arnecke

„Der große Gatsby“ – Weltliteratur für Feinschmecker

Die Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal in die 1920er Jahre in New York City. Wolkenkratzer, Jazz-Musik, Börsenfieber, unerhörter Reichtum – das ist die Welt, in welcher „der große Gatsby“ seinen Weg gemacht hat. Ursprünglich ein Mann aus bescheidenen Verhältnissen, der eigentlich Gatz hieß, ist er zum Superreichen aufgestiegen und gibt in seiner Villa am Strand von Long Island die angesagtesten Parties. Bis der abgebrühte Börsenzocker seiner Jugendliebe begegnet und sich als unheilbarer Romantiker entpuppt… In einer szenischen Lesung macht der Schauspieler Michael Quast diesen schon drei Mal verfilmten Weltbestseller (unter anderem mit Robert Redford und Leonardo die Caprio) aus der wilden Zeit des Aufbruchs vor 100 Jahren nacherlebbar. Der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch Erik Arnecke serviert dazu ein nach Rezepten der „roaring Twenties“ komponiertes Menü – Weltliteratur für Feinschmecker at it’s best!

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

Achtung, Veranstaltung wurde um eine Stunde vorgezogen!

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Thomas Hettche

„Herzfaden – Roman der Augsburger Puppenkiste“

Die kleine Holztür in der Wand, die Wendeltreppe, der Dachboden: es dauert nur Minuten, bis das Mädchen dem Theaterfoyer und dem Vater entflohen ist. Nun taucht es ein in die Welt der Marionetten und in einen Erzählstrom, der suggestiv den Aufstieg der „Augsburger Puppenkiste“ entfaltet. Dieses Kindertheater wurde 1943 von den Schauspielern Walter und Rose Oehmichen gegründet und seit 1953 durch häufige Fernsehübertragungen berühmt als eine Stätte phantasievoller Gaukelei. Mehrere Generationen Deutscher wuchsen auf mit Figuren wie Jim Knopf, der Prinzessin Li Si und Lukas, dem Lokomotivführer. Geschnitzt und gestaltet hat fast alle dieser Puppen die Tochter der Gründer, Hannelore Oehmichen, genannt Hatü. In Thomas Hettches Roman ist sie es, die dem Mädchen auf dem Dachboden begegnet und ihm von der „Puppenkiste“ erzählt, beiläufig natürlich auch vom Leben während der letzten Kriegsjahre und in der jungen Bundesrepublik. Eine besondere Rolle spielt darin ein seltsames Kasperl… Die Kritiker lobten das Buch für die „akribische Recherche“ des Autors und die „formvollendete Erzählarchitektur“.

Lesung und Gespräch, Moderation: Ariane Binder

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Montag
04. April 2022

F. Scott Fitzgerald, Michael Quast & Erik Arnecke

„Der große Gatsby“ – Weltliteratur für Feinschmecker

Die Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal in die 1920er Jahre in New York City. Wolkenkratzer, Jazz-Musik, Börsenfieber, unerhörter Reichtum – das ist die Welt, in welcher „der große Gatsby“ seinen Weg gemacht hat. Ursprünglich ein Mann aus bescheidenen Verhältnissen, der eigentlich Gatz hieß, ist er zum Superreichen aufgestiegen und gibt in seiner Villa am Strand von Long Island die angesagtesten Parties. Bis der abgebrühte Börsenzocker seiner Jugendliebe begegnet und sich als unheilbarer Romantiker entpuppt… In einer szenischen Lesung macht der Schauspieler Michael Quast diesen schon drei Mal verfilmten Weltbestseller (unter anderem mit Robert Redford und Leonardo die Caprio) aus der wilden Zeit des Aufbruchs vor 100 Jahren nacherlebbar. Der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch Erik Arnecke serviert dazu ein nach Rezepten der „roaring Twenties“ komponiertes Menü – Weltliteratur für Feinschmecker at it’s best!

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

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F. Scott Fitzgerald, Michael Quast & Erik Arnecke

„Der große Gatsby“ – Weltliteratur für Feinschmecker

Die Küchenlesung des „Literarischen Frühlings“ führt diesmal in die 1920er Jahre in New York City. Wolkenkratzer, Jazz-Musik, Börsenfieber, unerhörter Reichtum – das ist die Welt, in welcher „der große Gatsby“ seinen Weg gemacht hat. Ursprünglich ein Mann aus bescheidenen Verhältnissen, der eigentlich Gatz hieß, ist er zum Superreichen aufgestiegen und gibt in seiner Villa am Strand von Long Island die angesagtesten Parties. Bis der abgebrühte Börsenzocker seiner Jugendliebe begegnet und sich als unheilbarer Romantiker entpuppt… In einer szenischen Lesung macht der Schauspieler Michael Quast diesen schon drei Mal verfilmten Weltbestseller (unter anderem mit Robert Redford und Leonardo die Caprio) aus der wilden Zeit des Aufbruchs vor 100 Jahren nacherlebbar. Der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch Erik Arnecke serviert dazu ein nach Rezepten der „roaring Twenties“ komponiertes Menü – Weltliteratur für Feinschmecker at it’s best!

Weltliteratur an authentischen Orten; Szenische Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant „Philipp Soldan“

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Hermann Otto Solms & Hans-Ulrich Jörges

„Frei heraus“ – Zwei Lebenswege, zwei Ansichten, eine Republik

Mit dem inneren Betrieb der deutschen Politik sind sie beide bestens vertraut. Der eine, Hermann Otto Solms, war 37 Jahre Abgeordneter des Deutschen Bundestages und 26 Jahre Schatzmeister der FDP, außerdem Fraktionschef und Bundestagsvizepräsident. Was die vergangenen Jahrzehnte an wichtigen Entscheidungen brachten, hat der Liberale aus dem hessischen Lich an unterschiedlichen Schaltstellen mit beeinflusst. Der andere, Hans-Ulrich Jörges, verfolgte das Geschehen seit 1974 als Agentur-Reporter, Blattmacher, Chefredakteur und Kolumnist des „Stern“ und lernte fast alle führenden Akteure persönlich kennen. Aus linksradikalen Anfängen gelangte er zur Distanz des unparteiischen Rechercheurs, in der Ära Schröder-Merkel avancierte er durch seine unverblümten und eigensinnigen Kommentare zu einem der bekanntesten Journalisten der Republik. „Frei heraus“ – dieses Motto, das Hermann Otto Solms seiner Autobiographie gegeben hat, passt auch bestens zu der Art, in der Hans-Ulrich Jörges sich äußert. Seine „Lebensbeichte eines Kolumnisten“ trägt den zu enträtselnden Titel „Der Schrei des Hasen“. Im Gespräch mit Hans Werner Kilz, dem langjährigen Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung und des „Spiegel“, sinnieren der Liberale und der Radikale über Tugenden und Laster der Republik.

Kurze Lesungen und Gespräch, Moderation: Hans Werner Kilz

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Dienstag
05. April 2022

Julia Franck

„Welten auseinander“

Das Chaos war prägend, schon direkt nach der Geburt. Weil die Wohnung der Mutter wegen eines Wasserrohrbruchs unbewohnbar war, wurden die Babys in Weidenkörbchen verpackt bei der Urgroßmutter geparkt. Es folgt eine Kindheit zwischen Ost und West, ein Heranwachsen zwischen Land und Stadt, ein Leben zwischen Verlassensein und unangenehmer Nähe. Nur die immer neuen Brüche sind verlässlich. In ihrem neuen, autobiografisch grundierten Roman breitet Julia Franck ein weitverzweigtes Familienpanorama aus, in dem sich die großen Themen der Zeit spiegeln. Vom Nazi-Terror zur Stasi-Spitzelei, von kommunistischen Verblendungen zu den Irrungen und Wirrungen der 1968er und der „Coolness“ nachfolgender Generationen. Es ist eine sehr persönliche Geschichte, die über das individuelle Leben weit hinaus reicht. Julia Franck, die mit ihrem in 35 Sprachen übersetzten Bestseller „Die Mittagsfrau“ 2007 den Deutschen Buchpreis erhielt, ist ein berührendes Buch der Selbstbehauptung gelungen, das von Scham und Trauer so genau erzählt wie von Liebe und Tod.

Lesung mit Gespräch, Moderation: Christiane Kohl

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Mittwoch
06. April 2022

19:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Wolfgang Büscher

„Heimkehr“ – Als Eremit im Waldecker Forst

Als Wolfgang Büscher 2001 allein zu Fuß von Berlin nach Moskau ging, 82 Tage lang, 2500 Kilometer weit, da löste er ebenso große Verblüffung wie Bewunderung aus. Sein zwei Jahre später erschienenes Buch über dieses Wagnis gehöre „zum Besten, was in den letzten Jahren in deutscher Sprache erschienen ist“, schrieb der „Spiegel“ und lobte, wie virtuos der Autor genaue Beobachtung mit ästhetischer Überhöhung, intelligenter Reflexion und Geschichtsbewusstsein verbinde. In der Folge wanderte Büscher auch durch Deutschland und die USA, er fuhr durch Asien, und er lebte einen Frühling lang in der Altstadt von Jerusalem. Nur wenige seiner zahlreichen Leser wissen, dass Wolfgang Büscher in Volkmarsen geboren wurde und im nahegelegenen Breuna aufwuchs, direkt an der Grenze zum Waldecker Land. Das wird sich ändern, denn jetzt hat er sich in der eigenen Heimat einer existentiellen Erfahrung besonderer Art ausgesetzt: Er lebte vom Frühjahr bis zum Herbst allein im Wald, in einer Jagdhütte, die das Fürstenhaus zu Waldeck und Pyrmont ihm überließ. Ohne Strom und fließend Wasser, in radikaler Einsamkeit. Das Jahr wurde wider Erwarten dramatisch…

Lese-Dinner - Lesung, Gespräch und Vier-Gang-Menü, Moderation: Klaus Brill

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Donnerstag
07. April 2022

Navid Kermani

„Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näherkommen“ – Fragen nach Gott

In den Memoiren seines Großvaters entdeckte Navid Kermani die Geschichte eines berühmten islamischen Mystikers, der vor 1000 Jahren in Tus im Iran predigen wollte. Die Moschee war überfüllt, da rief der Platzanweiser der Menge zu: „Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näherkommen.“ Worauf der Prediger die Versammlung schloss, weil der Platzanweiser schon alles gesagt habe, was er und sämtliche Propheten zu sagen hätten. Indem Kermani diesen symbolstarken Satz zum Titel seines neuen Buches macht, lädt er Gläubige und Ungläubige aller Schattierungen, vor allem Christen und Muslime, zur gemeinsamen Betrachtung ihrer Vorstellungen von Gott ein. Klar wird: Zwischen den drei monotheistischen Religionen gibt es manche Gemeinsamkeit. Islam-Unkundige erfahren zudem Erstaunliches, etwa über die Weltsicht der Sufisten, einer mystischen Strömung des Islam, deren „größter Meister“ der 1165 im spanischen Murcia geborene Ibn Arabi war. „Bereits vor 800 Jahren erklärte er Frauen für gleichberechtigt“, schreibt Kermani. Seine Erzählungen über den islamischen Glauben der eigenen Familie, dargereicht in der heimischen Kölner Küche im Dialog mit der skeptischen zwölfjährigen Tochter, wirken nie belehrend. Die Süddeutsche Zeitung empfand sie als „eine Übung in religiöser Musikalität für alle“.

Lesung und Gespräch, Moderation: Jochen Bittner

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Freitag
08. April 2022

Katerina Poladjan

„Zukunftsmusik“

Fern von Moskau, in der Weite Sibiriens, leben Großmutter, Mutter, Tochter und Enkelin in einer Kommunalka, einer jener Wohngemeinschaften, die so typisch waren für die Sowjet-Zeit. Auf engstem Raum waren Familien, Paare und Alleinstehende zusammengespannt, jede Partie in einem Zimmer, Küche und Bad zur gemeinsamen Nutzung. Es ist der 11. März 1985, an dem in Moskau der Funktionär Michael Gorbatschow neuer Generalsekretär der KPdSU wird. Noch ahnt niemand, dass es der Beginn einer Zeitenwende ist. In der Kommunalka geht das Leben den gewohnten Gang. Warwara hilft einem Kind auf die Welt, Maria träumt von der Liebe, Janka will am Abend in der Küche ein Konzert geben, und der Ingenieur von nebenan sortiert sein Leben in Kästchen. „Zukunftsmusik“ ist eine politische Parabel über eine untergehende Welt und zugleich ein elektrisierendes Panorama menschlichen Daseins, das auch groteske Abirrungen aus der Realität zu bieten hat. Das Buch wurde aus einer großen Zahl eingesandter belletristischer Werke als eines von fünf für den diesjährigen Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Zur Einstimmung auf den Roman serviert das Küchenteam der Bärenmühle eine köstliche Speisenfolge aus Russland.

Lese-Dinner – Lesung, Gespräch und Vier-Gang-Menü, Moderation: Klaus Brill.

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Samstag
09. April 2022

Harald Lüders

„Lass Gott aus dem Spiel“ – ein Frankfurt-Krimi

Im Frankfurter Bahnhofsviertel treffen viele Kulturen und Interessen auf einander, das führt zu Spannungen, manchmal zu Explosionen. Als auf eine Hinterhof - Moschee, die mitten zwischen Bordellen, Kneipen, Geschäften und Büros gelegen ist, ein Anschlag verübt wird, ist dem Journalisten Mitch Berger schnell klar, dass nicht nur Fremdenfeindlichkeit ein Motiv für diese Tat sein kann. War wirklich ein Rechtsextremist der Attentäter? Welche Rolle spielen die Pläne eines Londoner Immobilien-Fonds, der im Viertel Luxusappartements bauen will? In dem widersprüchlichsten und vielfältigsten Stadtteil der Mainmetropole ist nichts so, wie es zunächst zu sein scheint. Der Frankfurter Autor Harald Lüders, der als Journalist das Bahnhofsviertel und sein Milieu vielfach erkundet hat, greift in diesem spannend aufgefalteten Kriminalroman die politischen Konfliktthemen der Gegenwart auf und durchleuchtet sie auf ihre Vielschichtigkeit. Und siehe da: es bleibt sogar ein bisschen Platz für die Liebe.

Lesung und Gespräch, Moderation: Christiane Kohl

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Joachim Sartorius

„Wohin mit den Augen“

Im Licht des Südens hat er lange gelebt. Als Sohn eines Diplomaten wuchs Joachim Sartorius unter anderem in Tunis und Bordeaux auf, später arbeitete er selber als Diplomat in Ankara und Nikosia. Heute hat er einen zweiten Wohnsitz in Ortigia, der historischen Altstadt von Syrakus. „Ungemein hell wird der Tag“, heißt es über diesen magischen Ort, an dem schon Platon, Archimedes und Cicero wandelten. „Die Nacht wäscht das Meer.“ Wachen Auges geht der Dichter durch die Gassen, hingegeben „dem Schauen, dem blitzhaften Fixieren gelebter, erinnerter Augenblicke“, wie die FAZ schrieb. Nicht nur in Syrakus, auch in Alexandria oder in Tunis lässt er sich anregen zu mediterranen Meditationen, die hin und her schwingen zwischen Schaulust und existentiellem Ernst. Eine kontemplative Reise an die Küsten des Lichts.

Lesung und Gespräch, Moderation: Anne-Dore Krohn

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Nino Haratischwili

Das mangelnde Licht

2019 treffen sich in Brüssel drei von vier Frauen wieder, die einst in Georgien Freundinnen waren. Anlass ist eine Foto-Ausstellung zu Ehren der vierten Freundin, die - später eine bekannte Fotografin – zwischenzeitlich gestorben ist. Die Bilder führen die Freundinnen in jene wilden Zeiten Georgiens zurück, als die junge Demokratie mit Korruption, Drogenhandel und bürgerkriegsähnlichen Zuständen zu kämpfen hatte. Damals behaupteten sich die vier Mädchen trotz aller Gefahren, denen sie durch die Spaltung der Gesellschaft, Heroin, überbordende Kriminalität und Stromausfälle ausgesetzt waren. Gleichsam durch „dick und dünn“ hielt die Freundschaft der vier - bis ein unverzeihlicher Verrat und ein tragischer Tod sie schließlich doch auseinandersprengte. Nino Haratischwili erzählt in einem atemberaubenden Stil von den Verwerfungen und Gefährdungen in einem postsowjetischen Land, das sich vom eisernen Griff des Kreml zu befreien versucht – wahrlich ein Buch der Stunde.

Lesung und Gespräch, Moderation: Anne-Dore Krohn

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Sonntag
10. April 2022

12:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

F. C. Delius

Fällt aus !!! „Die sieben Sprachen des Schweigens“

Er ist keiner, der gern große Worte macht, sondern sieht sich eher in einer Rolle „als Zuhörer, Zuschauer und Schweiger vom Dienst“. Wenn so einer sich Gedanken macht über das, was Menschen sagen oder sich zu sagen versagen, dann hat das seinen eigenen Reiz. Friedrich Christian Delius reflektiert die Dimensionen des Schweigens in drei essayistischen Erzählungen über ein befreiendes Erlebnis in Jerusalem, einen Aufenthalt auf der Intensivstation und einen Spaziergang mit dem AuschwitzÜberlebenden und späteren Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertesz durch Jena. Menschen schweigen aus vielen Gründen, manche aus Angst, Dummheit oder Schüchternheit, andere aus Verlegenheit, Überlegenheit, Faulheit oder, um Macht auszuüben. Manchmal verstummt auch einer, zum Beispiel im Koma. „Selten hat F. C. Delius so viel preisgegeben“, heißt es in einer Mitteilung des Verlags. „Und selten werden so viele Fragen an das Leben, die ein jeder hat, so spielerisch elegant beantwortet.“ Ein Rezensent der taz lobte das Buch als „berührendes Alterswerk“.

Lesung und Gespräch, Moderation: Anne-Dore Krohn

Eintrittskarten für eine bereits 2020 und 2021 geplante Lesung mit FC Delius haben für diese Veranstaltung Gültigkeit; weitere Karten können in Kürze erworben werden.

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Jörg Baberowski

„Verbrannte Erde“

Holodomor – das Wort bedeutet „Hungertod“ und steht für ein monströses Verbrechen. Als die sowjetischen Kommunisten in den 1930er Jahren die Landwirtschaft kollektivierten, sanken die Ernteerträge. Stalin ließ viele Bauern verhaften und nahm ihnen Getreide weg, um es gegen Devisen ins Ausland zu verkaufen. Rund sechs Millionen Menschen verhungerten, die meisten in der Ukraine. Nur so erklärt sich, warum viele Ukrainer 1941 den Einmarsch von Hitlers Wehrmacht zunächst begrüßten. Doch dann erlebten sie den Terror der Deutschen, die ebenfalls Millionen Menschen umbrachten, darunter zahllose Juden. Prof. Jörg Baberowski, einer der bekanntesten Osteuropa-Historiker in Deutschland, hat die Stalin-Ära erforscht und für sein glänzend geschriebenes Buch „Verbrannte Erde – Stalins Herrschaft der Gewalt“ großes Lob und den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Im Gespräch analysiert er das schwierige Verhältnis zwischen Russen und Ukrainern und legt die komplexen historischen Hintergründe dar, die nach dem russischen Überfall auf die Ukraine auch in den Hetztiraden des Präsidenten Wladimir Putin eine zentrale Rolle spielen.

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

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Edgar Selge

„Hast du uns endlich gefunden“

Eine Kindheit um 1960, ein bürgerlicher Haushalt, in dem viel musiziert wird. Durch ihre Hingabe an die klassische Musik und die Literatur versuchen die Eltern das nachzuholen, was sie ihre verlorenen Jahre nennen. Der Vater ist Gefängnisdirektor und diskutiert mit seinen heranwachsenden Söhnen am Esstisch über die politische Entwicklung. Der Jüngste verspürt überall Risse in dieser scheinbar geordneten Welt und flüchtet sich immer häufiger ins Reich der Phantasie. Mit viel Witz und großer Musikalität erzählt Edgar Selge, der heute zu den bedeutendsten Charakterdarstellern in Deutschland gehört, über den jugendlichen Drang nach Freiheit in der jungen Bundesrepublik. Wie eine zweite Erzählung legt sich die Musik über die Geschichte. Das Buch erfuhr eine ungewöhnlich starke Resonanz, der Wiener „Standard“ nannte es „ein sensationelles literarisches Debüt“.

Lesung und Gespräch, Moderation: Christiane Kohl

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