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Autoren, Darsteller & andere

Mario Adorf

Mario Adorf (*1930, Zürich) ist einer der bekanntesten, beliebtesten und vielseitigsten Theater- und Filmschauspieler Deutschlands. Er hat in weit mehr als 100 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Zu den bekanntesten gehören „Nachts, wenn der Teufel kam“ (1957), „Schachnovelle“ (1960), „Die Blechtrommel“ (1978), „Kir Royal“ (1978), „Der große Bellheim“ (1993), „Rossini“ (1997) und „Der letzte Patriarch“ (2010). Seit vielen Jahren ist er auch erfolgreicher Autor. Seinem Debüt, dem Kurzgeschichtenband, „Der Mäusetöter“ (2003), folgten rasch weitere Bücher. In „Mit einer Nadel bloß“ (2005) erinnerte der Künstler sich an seine Kindheit und die Lebensgeschichte seiner Mutter, von der er allein aufgezogen wurde. 2004 erschien seine Autobiographie „Himmel und Erde“. Mario Adorf erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen unter anderem den Bayerischen Filmpreis (2000) und den Deutschen Filmpreis in Gold (2004) für sein Lebenswerk.

Mario Adorf
© Katharina Jaeger
© Katharina Jaeger

Juri Andruchowytsch

Juri Andruchowytsch (*1960, Iwano-Frankiwsk) ist einer der bekanntesten Autoren Europas und einer der wichtigsten Intellektuellen der Ukraine. Er wuchs in der West-Ukraine auf, der früheren historischen Landschaft Galizien, deren langjährige Zugehörigkeit zum Habsburger-Reich von 1772 bis 1918 seiner Ansicht nach von grundlegender Bedeutung für die Herausbildung der ukrainischen Identität und Mentalität war. In vielen seiner Essays und Romane geht er darauf ein. Andruchowytsch studierte in Lemberg Journalismus und gründete früh eine literarisch-satirische Gruppe. Zunächst schrieb er Gedichte, später griff er in mehreren Romanen auf grotesk zugespitzte Weise die Realität der postsowjetischen Gesellschaften auf. Seine Werke wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt, auch ins Deutsche, und vielfach ausgezeichnet. In Deutschland erhielt der Autor unter anderem den Herder-Preis, den Hannah-Arendt-Preis, den Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Seit 2006 ist er Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, in seiner Heimat ist er stellvertretender Vorsitzender des ukrainischen Schriftsteller-Verbandes.

Juri Andruchowytsch
© Stefan Klüter/Suhrkamp Verlag
© Stefan Klüter/Suhrkamp Verlag

Marc Beise

Marc Beise (*1959, Mainz) ist einer der bekanntesten Wirtschaftsjournalisten in Deutschland. Er wuchs in Neu-Isenburg und Heusenstamm bei Frankfurt auf und studierte Volkswirtschaftslehre sowie Jura in Frankfurt, Tübingen und Lausanne. Erste journalistische Erfahrungen sammelte er als Redakteur bei der „Offenbach-Post“, wo er rasch zum Ressortchef Wirtschaft und Politik avancierte. Danach war er als Ökonom bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig und promovierte über die Welthandelsorganisation (WTO). Nach einer mehrjährigen Tätigkeit für das „Handelsblatt“ wechselte Marc Beise 1999 zur Süddeutschen Zeitung, wo er viele Jahre das Wirtschaftsressorts leitete. Bei Konferenzen trat er oft als Moderator auf, außerdem hat er eine Reihe von Büchern veröffentlicht, beispielsweise über „die Ausplünderung der Mittelschicht“. Das gemeinsam mit dem Kollegen Ulrich Schäfer verfasste Werk „Deutschland digital: Unsere Antwort auf das Silicon Valley“ wurde vom Management-Journal ebenso gelobt wie vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Seit Anfang dieses Jahres ist Marc Beise Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Rom.

Marc Beise
© SZ
© SZ

Iris Berben

Iris Berben (*1950, Detmold) ist eine der populärsten Schauspielerinnen Deutschlands und genießt hohes Ansehen auch wegen ihres politischen Engagements gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus. Als Jugendliche war die Tochter eines Gastronomen-Ehepaares recht „vorlaut“ und flog dreimal von der Schule. Ihren Weg als Schauspielerin hingegen verfolgte sie mit großer Zielstrebigkeit. Kaum 18 Jahre alt, erhielt sie ihre erste Filmrolle, mit 19 trat sie erstmals im Fernsehen auf – es war der Beginn einer steilen Karriere. In abendfüllenden Filmen wie „Die Krupps – eine deutsche Familie“ oder „Buddenbrooks“ und „Die Geschichte der Familie Wagner“ ist die Künstlerin immer wieder in tragenden Rollen zu sehen und erntet großes Lob für ihre Vielseitigkeit. In jüngerer Zeit faszinierte sie ein großes Publikum unter anderem in der Rolle der Vera Eckhoff in der Literaturverfilmung „Altes Land“ nach einem Roman von Dörte Hansen. Iris Berben wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bambi und der Goldenen Kamera. 2011 erhielt sie den Bayerischen Fernsehpreis, 2014 den Hessischen Film- und Kinopreis. Von 2010 bis 2019 war sie die Präsidentin der Deutschen Filmakademie. Ihr politisches Engagement wurde unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland gewürdigt.

Iris Berben
© Katharina Jaeger
© Katharina Jaeger

Wolf Biermann

Wolf Biermann (*1936, Hamburg) hat wie wenige andere Literaten die deutsche Nachkriegszeit mit geprägt. In der DDR war er als Dissident seit 1965 von der kommunistischen Führung mit Auftritts- und Publikationsverbot belegt, in seiner mehr als 50.000 Seiten umfassenden Stasi-Akten fanden sich nach der Wende Spitzelberichte von über 200 Inoffiziellen Mitarbeitern. 1976 wurde der Liedermacher nach einem Konzert in Köln ausgebürgert. Zahlreiche Kollegen protestierten, im Nachhinein wurde das Ereignis als Anfang vom Ende der DDR gesehen. Im Westen erzielte Biermann danach Auflagen- und Verkaufsrekorde. Er schloss sich der Umwelt- und Friedensbewegung an und wurde zum entschiedenen Kritiker des Kommunismus, den er bis 1989 für reformierbar gehalten hatte. Über die Jahre entwickelte der Künstler auch politische Sympathien für die CDU und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er wurde vielfach ausgezeichnet, so mit dem großen Bundesverdienstkreuz und mehreren Ehrendoktoraten. Außerdem erhielt er unter anderem den Georg-Büchner-Preis, den Heinrich-Heine-Preis und den Friedrich-Hölderlin-Preis sowie mehrfach den deutschen Schallplattenpreis. Er ist auch Ehrenbürger von Berlin.

Wolf Biermann
© Hans Scherhaufer
© Hans Scherhaufer

Jochen Bittner

Jochen Bittner (*1973, Frankenberg/Eder) legte an der Edertal-Schule in Frankenberg das Abitur ab und studierte danach in Kiel Jura und Philosophie. Mit einer Arbeit über das Rechtssystem der Irish Republican Army (IRA) in Nordirland erwarb er den Doktorgrad. Nach Jahren freier Mitarbeit für verschiedene Zeitungen, darunter die FAZ und die „Welt“, wurde er 2001 Redakteur in der Politik-Redaktion der Wochenzeitung „Die Zeit“ in Hamburg, wo er sich mit den Themengebieten Europa, Sicherheitspolitik, Terrorismus, Geheimdienste und Rechtspolitik befasste. Von 2007 bis 2011 war Jochen Bittner Korrespondent des Blattes in Brüssel, ehe er wieder in die Zentrale zurückkehrte. Seit 2019 ist er einer der beiden Leiter des Ressorts „Streit“. 2019 veröffentlichte er das Buch „Zur Sache, Deutschland“, in dem er die wachsende Spaltung der Gesellschaft analysierte. 2011 erschien sein Buch „So nicht, Europa! Die drei großen Fehler der EU“. 2006 publizierte er unter dem Titel „Beruf Terrorist“ ein „ Tagebuch der neuen Weltunordnung“. Jochen Bittner ist seit 2013 auch regelmäßiger Gastautor der New York Times.

Jochen Bittner
© Andre Petrow
© Andre Petrow

Jörg Bong alias Jean-Luc Bannalec

Jörg Bong (*1966, Bad Godesberg) war lange Zeit ein einflussreicher Verleger und reüssiert heute als Geschichts- und Krimi-Autor. Das Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Bonn und Frankfurt beendete er mit einer Doktorarbeit über den Schriftsteller Karl Philipp Moritz. 1997 trat er in den traditionsreichen Frankfurter S. Fischer Verlag ein und blieb dort 22 Jahre, zunächst als Assistent der Verlegerin Monika Schöller, später als Lektor, Programmleiter und Programm-Geschäftsführer. Ab 2014 war er verlegerischer Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung. 2019 schied er nach einem schweren Verkehrsunfall, der ihn zum Überdenken seiner Lebensplanung veranlasste, aus diesen Funktionen aus, um fortan nur noch als Autor tätig zu sein. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits mit seinen unter dem Pseudonym Jean-Luc Bannalec veröffentlichten Kriminalromanen aus der Bretagne überaus erfolgreich. Die Jahr um Jahr fortgesetzten Geschichten über den Kommissar Georges Dupin erreichten Millionenauflagen in vielen Ländern. Sie wurden von der ARD verfilmt und in mehr als 40 Ländern ausgestrahlt. Dazu erfüllte sich Bong einen lang gehegten Wunsch, indem er eine Trilogie über die Revolution von 1848/49 anpackte, deren erster Band 2022 erschien. Zwei weitere folgen bis 2024. Wegen der enormen Wirkung seiner Krimis wurde Bong in der Bretagne mit Ehrenämtern ausgezeichnet, beispielsweise gehört er der Literarischen Akademie der Bretagne und des Pays de la Loire sowie einem Verband bretonischer Krimi-Autoren an. Der Regionalrat der Bretagne ernannte ihn zum „Mäzen der Bretagne“.

Jörg Bong
© Veronique Brod
© Veronique Brod

Ursula Bongaerts

Ursula Bongaerts (*1961, St. Tönis am Niederrhein) studierte Germanistik und Geschichte in Bonn und war danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute in Bonn tätig. Dort war sie vor allem mit dem Aufbau der Casa di Goethe in Rom befasst, dem einzigen deutschen Museum im Ausland. Diese Gedenk- und Studienstätte befindet sich seit 1997 in jener Wohnung in der Via del Corso Nr. 18, in der Johann Wolfgang Goethe in den Jahren 1786/87 während seiner legendären Italien-Reise in einer Wohngemeinschaft mit dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und anderen deutschen Künstlern lebte. Tischbein, der aus dem nordhessischen Kloster Haina stammt, fertigte damals das berühmte Porträt des Dichters im hellen Reisemantel und mit großem Hut in der römischen Campagna. Ursula Bongaerts war die Gründungsdirektorin und erste Leiterin der Casa di Goethe und lernte dort auch Friedrich Christian Delius kennen. 2003 heirateten die beiden. Von 2013 bis 2022 war Ursula Bongaerts Abteilungsleiterin und Referentin für Evaluation bei der Kulturstiftung des Bundes in Halle an der Saale, jetzt lebt sie in Berlin.

Ursula-Bongaerts
© Mara Delius
© Mara Delius

Wolfgang Büscher

Wolfgang Büscher (* 1951, Volkmarsen) ist einer der bekanntesten deutschen Journalisten. Er wuchs in Breuna bei Volkmarsen im Landkreis Kassel auf. Nach dem Abitur studierte er in Marburg politische Wissenschaften und wurde dann Journalist. Als freier Reporter schrieb er unter anderem für den „Spiegel“, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine und die Zeitschrift „Geo“. Viele Jahre war er auch Autor der „ZEIT“ und ist bis heute Leiter des Reportage- und Investigativ-Ressorts der „Welt“. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreiche renommierte Auszeichnungen, so den Ludwig-Börne-Preis, den Theodor-Wolf-Preis, den Kurt-Tucholsky-Preis und den Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis. Büscher lebt mit seiner Familie in Berlin.

Wolfgang Büscher
© Frank Zauritz
© Frank Zauritz

In memoriam F. C. Delius

Friedrich Christian Delius (*1943, Rom, + 2022, Berlin) wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Wehrda bei Bad Hersfeld sowie in Korbach/Waldeck auf, wo er 1963 an der Alten Landessschule das Abitur ablegte. Nach dem Studium arbeitete der promovierte Germanist zunächst als Lektor im Wagenbach Verlag und später in dem von ihm mit gegründeten Rotbuch Verlag. Seit 1978 war er ausschließlich als Schriftsteller tätig und wurde als kluger und kritischer Begleiter der bundesdeutschen Geschichte bekannt. Zu den wichtigsten Romanen des Autors gehören „Adenauerplatz“ (1984), „Die Birnen von Ribbeck“ (1991), „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ (1994) und „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995). Einige seiner Werke haben nordhessische Regionen zum Schauplatz, etwa „Mein Jahr als Mörder“(2004) sowie „Die Frau, für die ich den Computer erfand“(2009), die Lebensgeschichte Konrad Zuses. In anderen Büchern, so „Die Zukunft der Schönheit“ (2018) verarbeitete er seine Korbacher Jugend. Delius wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt, darunter dem Georg-Büchner-Preis (2011) und dem Joseph- Breitbach-Preis (2007). 2019 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Rostock. Er war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Akademie der Künste Berlin. Seit der Gründung im Jahre 2012 war er auch neben Mario Adorf einer der beiden Schirmherren des „Literarischen Frühlings in der Heimat der Brüder Grimm“.

Friedrich Christian Delius
© A. Bachinger
© A. Bachinger

Thea Dorn

Thea Dorn (*1970, Offenbach) ist eine sehr vielseitige Schriftstellerin, Philosophin und Fernseh-Moderatorin. Sie studierte klassischen Gesang, Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und Berlin. An der Berliner FU war sie auch als Dozentin für Philosophie tätig. Mit 24 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Werk »Berliner Aufklärung«, dem eine Reihe weiterer Kriminalromane und Drehbücher folgten, etwa für zwei „Tatort“-Filme. Für „Die Hirnkönigin“ erhielt sie den deutschen Krimi-Preis und den Raymond-Chandler-Preis, ihr Drehbuch für „Männertreu“ wurde mit dem Deutschen Fernseh-Preis und dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Thea Dorn trat auch als Theater-Autorin, Essayistin und Roman-Autorin hervor. Das Stück „Marleni“ über eine fiktive Begegnung zwischen Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl wurde 2000 am Hamburger Schauspielhaus aufgeführt. Zum Jahresbestseller avancierte 2012 ihr Buch „Die Deutsche Seele“, eine gemeinsam mit Richard Wagner verfasste facettenreiche Kulturgeschichte der Deutschen. Der Roman „Die Unglückseligen“ (2016) behandelte die irritierenden neuen Möglichkeiten der Biotechnologie und war zugleich eine gedankliche Expedition in mehrere Jahrhunderte deutscher Geistesgeschichte. Thea Dorn, die in Berlin lebt, wurde auch durch zahlreiche Auftritte im Fernsehen bekannt. Seit 2020 ist sie Gastgeberin des „Literarischen Quartetts“ im ZDF, beim „Literarischen Frühling“ ist sie Stammgast.

Thea Dorn
© Kerstin Ehmer
© Kerstin Ehmer

Ulrich Eberl

Ulrich Eberl (*1962, Regensburg) gilt als einer der renommiertesten Wissenschafts- und Technik-Journalisten in Deutschland. Er studierte Physik an der TU München und promovierte 1988 „summa cum laude“. Danach war er als freier Fachjournalist für Blätter wie die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine und GEO tätig, später wechselte er zu Daimler. Bei Siemens leitete er von 1996 bis 2015 die weltweite Kommunikation über Forschung und Innovation, zudem war er Chefredakteur der vielfach ausgezeichneten Fachzeitschrift „Pictures of the Future“. Seit 2016 ist er wieder freiberuflich tätig und tritt verstärkt als Buchautor mit Werken über künstliche Intelligenz, smarte Maschinen und technologisch-gesellschaftliche Zukunftsperspektiven hervor. Sein jüngstes Buch „Unsere Überlebensformel“, für das er weltweit in Labors und Unternehmen recherchierte, umreißt die Energie- und Klimawende ebenso wie das Artensterben und die Krisen der Landwirtschaft, der Mega-Städte, der Mobilität und der Gesundheitsversorgung. „Wir brauchen Ideen und Erfindungskraft, und wir müssen als Gesellschaft entscheiden, welche Technologien wir auf weldche Weise nutzen wollten“, schreibt Ulrich Eberl. „Solche Enscheidungen dürfen nicht vertagt werden, denn jedes Tun birgt zwar ein Risiko in sich, aber genauso auch jedes Nichtstun.“

Jaroslav Hašek

Jaroslav Hašek (* 1883 Prag, + 1923 Lipnice nad Sázavou) hat den Weltruhm, den ihm „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk im Weltkriege“ eintrugen, nicht mehr erlebt. Er starb am 3. Januar 1923 mit nur 39 Jahren, als das Werk erst in Teilen veröffentlicht war, und konnte es auch nicht vollenden. Der eigentliche Erfolg aber stellte sich erst ein, nachdem 1926 die legendäre deutschsprachige Übersetzung der Prager Journalistin Grete Reiner erschienen war. Hašek führte von früh auf ein unstetes Leben. Als Sohn eines Oberhilfsschulehrers musste er das Gymnasium verlassen, als der Vater starb, danach versuchte er sich als Drogist und Bankangestellter. Da er oft fehlte, wurde er gekündigt und schrieb dann Reiseskizzen oder Humoresken für Zeitungen. Auch als Redakteur einer Tier-Zeitschrift scheiterte er. Nun verkaufte er Hunde, deren Stammbäume er fälschte – wie sein Romanheld Schwejk! Als Anarchist und Mitbegründer einer satirisch grundierten „Partei für gemäßigten Fortschritt in den Schranken der Gesetze“ trat er unter anderem für die Wiedereinführung der Sklaverei ein. Im Ersten Weltkrieg geriet der Tscheche als k.u.k. Soldat in russische Gefangenschaft und schloss sich der Roten Armee an, er wurde auch Mitglied der KpdSU und politischer Komissar. Damals erkrankte er an Tuberkulose, zu seinem frühen Tode trug wohl auch übermäßiger Alkoholgenuss bei. Das Kneipensitzen gehörte nicht nur zu Schwejks, sondern auch zu seinem Leben.

Hašek Jaroslav -

Rainer von Hessen

Rainer von Hessen (* 1939, Kronberg/Taunus) wuchs nach dem Krieg in Salem auf und absolvierte eine Ausbildung zum Regieassistenten bei den renommierten Theaterdirektoren Rudolf Sellner (Staatstheater Darmstadt) und August Everding (Kammerspiele München). Unter dem Intendanten Ulrich Brecht, der mit Regie-Experimenten und Happenings Aufsehen erregte, wirkte er danach als Regisseur in Ulm und Kassel. Aus einer Inszenierung der „Lysistrata“ von Aristophanes entstand dort eine enge Zusammenarbeit mit der französisch-schweizerischen Künstlerin Niki de Saint-Phalle. Ihr gemeinsames Stück „Ich“ über „eine total ausgepflippte Frau, die sich an den Männern rächt“, wurde 1968 bei der Documenta aufgeführt. Später empfand er es als Verpflichtung, das Verhalten seiner Familie in der NS-Zeit kritisch aufzuarbeiten, und wurde Historiker. Sein 2016 publiziertes Buch über die Landgrafen von Hessen („Die Hessens“) behandelte auch diese Thematik. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt auch die Mitwirkung an dem Buch „Die Battenbergs – eine europäische Familie“, das unlängst im Verlag Waldemar Kramer in Wiesbaden erschienen ist.

Rainer von Hessen
© Katharina Jaeger
© Katharina Jaeger

Wladimir Kaminer

Wladimir Wiktorowitsch Kaminer (*1967, Moskau) wuchs als Sohn einer Lehrerin und eines Betriebsmanagers in Moskau auf. Nach dem Wehrdienst in einer Raketenstellung begann er eine Ausbildung zum Toningenieur und studierte Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Nebenher veranstaltete er gelegentlich Partys und Untergrundkonzerte in der Moskauer Rockszene. 1990 siedelte der umtriebige junge Mann nach Berlin über und erlebte dort die deutsche Wiedervereinigung mit. 1995 lernte er in Berlin seine Frau Olga kennen, über deren kaukasische Heimat und Familie er einen Film drehte und in Büchern schrieb. Die eigene Verwandtschaft mit allen Seitenzweigen, Haustiere eingeschlossen, ist für den lebensfrohen Entertainer ein unerschöpflicher Quell vergnüglicher Geschichten über die russische Lebensart. Dabei schreibt er auf Deutsch – bisher über 30 Bücher, von denen viele auch in andere Sprachen übersetzt wurden. Die Gesamtauflage ist auf mehr als vier Millionen gestiegen, hinzu kommen über 30 CD’s.

Wladimir Kaminer
© Michael Ihle
© Michael Ihle

Anne-Dore Krohn

Anne-Dore Krohn (*1977, Berlin) studierte in Florenz, London, Breslau und Berlin Publizistik und Literaturwissenschaften und besuchte die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Sie arbeitete mehrere Jahre für den Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, heute ist sie Literatur-Redakteurin beim Kulturradio des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB). Die Journalistin führte zahlreiche Interviews mit bekannten Schriftstellern und gehörte verschiedenen Jurys an, die Literatur-Preise vergeben, uso auch der Jury des Leipziger Buchpreises. Häufig moderiert sie auch Lesungen auf Festivals, so wiederholt auch beim „Literarischen Frühling“. Gemeinsam mit Denis Scheck verfasste sie zuletzt das Buch „Hungrig auf Berlin“.

Anne-Dore Krohn
© Karo Krämer
© Karo Krämer

Jörg Maurer

Jörg Maurer (*1953, Garmisch-Partenkirchen) studierte Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften. Nach einigen Jahren als Deutschlehrer an Münchner Gymnasien wechselte er 1980 in die dortige Kleinkunstszene. Maurer realisierte eigene Theaterprojekte, arbeitete für Funk und Fernsehen und eröffnete 1994 sein eigenes Theater in München-Schwabing. Bald feierte er als Kabarettist mit seinen musikalisch-parodistischen Programmen große Erfolge und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. In Maurers Romanen machen hintergründiger Witz und unerwartete Wendungen die Musik zur Spannungshandlung. Seine inzwischen vierzehn Alpen-Krimis mit Kommissar Hubertus Jennerwein wurden allesamt Bestseller und teilweise auch verfilmt. Literatur-Kritiker Denis Scheck verriet: „Ich liebe die Romane von Jörg Maurer“.

Jörg Maurer
© Gaby Gerster
© Gaby Gerster

Hubertus Meyer-Burckhardt

Hubertus Meyer-Burckhardt (*1956, Kassel) wuchs in Kassel auf und machte dort Abitur. Er studierte Geschichte und Philosophie in Berlin und Hamburg und wechselte dann an die Hochschule für Fernsehen und Film in München. Danach war er als Filmproduzent in vielen Positionen erfolgreich, so bei der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF) und der Akzente Film- und Fernsehproduktion in Hamburg. Nach einem Zwischenspiel als Creative Director bei der Agentur BBDO in Düsseldorf übernahm er 1999 die Leitung der Hamburger Gesellschaft Multimedia und wurde Vorstandsmitglied für Elektronische Medien bei der Axel Springer AG. In gleicher Funktion war Meyer-Burckhardt ab Juli 2004 für die ProSiebenSat1 Media AG tätig. Von 2006 bis 2013 leitete er die Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH in Hamburg, die für alle großen TV-Sender tätig ist. Zu den Werken, die der unermüdliche Ideensammler und Anreger produzierte, gehören der preisgekrönte Streifen „Mein letzter Film“ mit Hannelore Elsner sowie „Tödliches Vertrauen“ mit Barbara Rudnick und Otto Sander. Für den NDR-Fernsehfilm „Das Urteil“ mit Klaus Löwitsch erhielt er 1998 als erster deutscher Produzent eine Emmy-Nominierung, in Deutschland gab es dafür drei Adolf-Grimme-Preise. Seit langem ist der Allround-Manager auch selber regelmäßig auf dem Bildschirm zu sehen, und zwar als Gastgeber der NDR Talk Show. NDR Info bringt jeden ersten Sonntag im Monat „Meyer-Burckhardts Frauengeschichten“. Außerdem veröffentlichte er mehrere Romane und inszenierte 2015 auch am Ernst Deutsch Theater in Hamburg eine Komödie. Beim „Literarischen Frühling“ war er von Anfang an dabei.

Hubertus Meyer-Burckhardt
© Gerald von Foris
© Gerald von Foris

Herta Müller

Herta Müller (*1953, Nitzkydorf im Banat/Rumänien) ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Nach Nelly Sachs 1966 ist sie die zweite Frau, die als Autorin deutscher Sprache 2009 den Literaturnobelpreis erhielt. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Herta Müller als Angehörige der deutschen Minderheit in jenem Teil des Banat, der zu Rumänien gehörte und nach dem Zweiten Weltkrieg die dortige Spielart der kommunistischen Diktatur erlebte. In Temeswar studierte sie rumänische und deutsche Literatur und arbeitete danach als Übersetzerin in einer Maschinenbaufabrik. Weil sie sich weigerte, ihre Kollegen für den Geheimdienst Securitate zu bespitzeln, verlor sie diese Stelle, fand danach nur noch Aushilfstätigkeiten und kam selber ins Visier der Securitate. Es folgten Verhöre, Hausdurchsuchungen und Verleumdungskampagnen. 1987 konnte Herta Müller nach Berlin ausreisen, wo sie heute noch lebt. Ihre Bücher wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und mehr als 50 Mal ausgezeichnet. Neben dem Nobelpreis erhielt sie mehrere Ehrendoktorate, das große Bundesverdienstkreuz, den Orden Pour le merite und zahlreiche Literaturpreise.

Herta Müller
© Laurence Chaperon
© Laurence Chaperon

Markus Pfuhl

Markus Pfuhl (*1973, Marburg) studierte Wirtschaftsmathematik an der Philipps-Universität in Marburg, und forschte dort anschließend über Künstliche Intelligenz und deren Anwendungen. Seit 2003 ist er bei der Viessmann Group beschäftigt und war zunächst in den Bereichen IT und Unternehmensentwicklung sowie Strategie und Mergers & Aquisitions tätig. Als Chief Digital Officer war er später führend an der digitalen Neuausrichtung des Unternehmens beteiligt. Heute ist Markus Pfuhl Generalbevollmächtiger der Viessmann Group. Darüber hinaus verantwortet er den Unternehmensbereich VC/O, das Innovationsökosystem der Gruppe, und ist Vorsitzender des Vereins „Klimaneutrales Waldeck-Frankenberg“. Seit 2019 ist der promovierte Ökonom auch Honorarprofessor für Unternehmensstrategie und digitale Transformation an der Technischen Hochschule Mittelhessen.

Michael Quast

Michael Quast (*1959, Heidelberg) hat sich sein Publikum als vielseitiger Komödiant, Conférencier und Regisseur erobert. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart erhielt er Engagements am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, am Staatstheater Stuttgart, an den Hamburger Kammerspielen und an den Bühnen in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel. Einen Namen machte Quast sich mit kabarettistischen Solo-Programmen und gewitzten Adaptionen großer Stoffe für kleine Besetzung, etwa mit Goethes Faust und Mozarts Don Giovanni. Er ist im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs und bestreitet manche Vorstellung auch in Mundart. Für sein Schaffen erhielt der Künstler mehrere Auszeichnungen, so den Deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier, den Rheingau-Musikpreis und den Hessischen Verdienstorden. Mit seiner Familie lebt der „tollkühne Theaterdirektor“ (FAZ) in Frankfurt am Main, wo er auch die Fliegende Volksbühne Frankfurt Rhein-Main leitet. Beim „Literarischen Frühling“ begeisterte er das Publikum schon in den vergangenen Jahren mit großen Solos über Martin Luther, die Dadaisten, die Insekten und die Zwanziger Jahre.

Andreas Rödder

Andreas Rödder (* 1967, Wissen/Sieg) ist einer der profiliertesten Zeithistoriker in Deutschland und wird oft von den Medien um seine Analysen gebeten. Geboren und aufgewachsen im Westerwald, studierte er Geschichte und Germanistik in Mainz, Tübingen und Stuttgart und promovierte in Bonn. In seiner Habilitationsschrift befasste er sich mit den englischen Konservativen. Seit 2005 ist er Ordentlicher Professor für neueste Zeitgeschichte an der Universität Mainz, als Gastprofessor wirkte er auch in London, München und den USA. Derzeit hält er Vorlesungen an der School of Advanced International Studies der Johns Hopkins University in Washington. Außerdem nimmt der vielseitige Gelehrte zahlreiche Ehrenämter wahr, unter anderem als Präsident der Stresemann-Gesellschaft. Rödder ist Mitglied der CDU und gehörte während der rheinland-pfälzischen Landtagswahlkämpfe 2011 und 2016 dem Schattenkabinett von Julia Klöckner an. Als Leiter einer Kommission arbeitet er zudem am Grundsatzprogramm der CDU mit. In mehreren Büchern befasste er sich unter anderem mit der Rolle Deutschlands in Europa und einem modernen Konservatismus, auf starke Resonanz stieß auch seine „Kurze Geschichte der Gegenwart“, die das Panorama gegenwärtiger Herausforderungen entfaltet. Gelegentlich tritt er auch als Kirchenorganist und Jazzpianist auf.

Andreas Rödder
© UniMainz Bert Bostelmann
© UniMainz Bert Bostelmann

Dorothee Röhrig

Dorothee Röhrig (*1952, Tübingen) studierte Germanistik und war viele Jahre lang in gehobenen Positionen für verschiedene Frauen- und Publikumszeitschriften tätig. Sie war Gründungsmitglied und von 2009 bis 2015 Chefredakteurin beziehungsweise Herausgeberin der Zeitschrift »Emotion«. Ihr erstes Buch "Die fünf magischen Momente" erschien 2016. Dorothee Röhrig ist Mutter einer Tochter und lebt mit ihrem Mann in Hamburg.

Dorothee Röhrig
© Sebastian_Fuchs
© Sebastian_Fuchs

Denis Scheck

Denis Scheck (*1964, Stuttgart) begeisterte sich schon als Jugendlicher so sehr für die Literatur, dass er mit 13 Jahren eine literarische Zeitschrift gründete. Später studierte er Literaturwissenschaft, Zeitgeschichte und Politik in Tübingen, Düsseldorf und Dallas/Texas, und betätigte sich als Übersetzer und literarischer Agent. Von 1997 bis 2016 war er Literatur-Redakteur beim Deutschlandfunk, bekannt wurde er auch als Moderator der Fernsehsendungen „druckfrisch“ (ARD) und „lesenwert“ (SWR). Für diese Auftritte wurde er mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis. Der geistreiche Journalist, der beim „Literarischen Frühling“ schon seit der Gründung im Jahr 2012 mitwirkt, legte 2019 hat mit „Schecks Kanon“ einen fulminanten literarischen Ratgeber vorgelegt, in dem er die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur bespricht. Zuletzt publizierte er einen „kulinarischen Kompass“, gemeinsam mit Anne-Dore Krohn verfasste er ein Buch mit dem Titel „Hunger auf Berlin“.

Denis Scheck
© Katharina Jaeger / Fotografische Werkstatt
© Katharina Jaeger / Fotografische Werkstatt

Victoria Schmidt

Victoria Schmidt (*1986, Hannover) ist Schauspielerin und Sprecherin. Seit 2007 spielte sie unter anderem am Schauspiel Frankfurt, am Staatstheater Mainz und am Staatstheater Darmstadt. Sie war bis 2020 Mitglied im Ensemble des Hessischen Landestheaters Marburg. Seit 2014 erarbeitet sie mit Studierenden, SchülerInnen und seit 2022 auch mit Erwachsenen Stückentwicklungen, dreht Kurzfilme und gibt Theater-Workshops in Grundschulen. Victoria Schmidt lebt in Marburg und hat eine Tochter. Beim „Literarischen Frühling“ präsentiert sie vor Grundschulklassen das Werk „Karlsson vom Dach“ von Astrid Lindgren.

Victoria Schmidt
© Privat
© Privat

Tobias Schnettler

Tobias Schnettler (*1976, Hagen) ist freiberuflicher Übersetzer von literarischen Texten und Sachbüchern. Nach dem Studium der Amerikanistik in Hamburg und San Francisco, das er mit der Promotion abschloss, arbeitete er einige Jahr lang in einem Buchverlag. Seit 2011 überträgt er Bücher unter anderem von Johan Ironmonger, Nell Zink und Nell Gaiman ins Deutsche, zuletzt „Die Süße des Wassers“ von Nathan Harris. Am Job des Übersetzers gefällt ihm besonders das intensive, monatelange Eintauchen in den Text. Beim „Literarischen Frühling“ erzählt er Gymnasiasten der Oberstufe über seine Arbeit.

Tobias Schnettler
© Privat
© Privat

Cécile Schortmann

Die gebürtige Düsseldorferin studierte Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1999 Redakteurin beim HR-Fernsehen. Sie berichtete von zahlreichen kulturellen Großereignissen, seit 2008 ist sie auch Moderatorin des 3sat-Magazins „Kulturzeit“.

Cécile Schortmann
© HR/Ben Knabe
© HR/Ben Knabe

Kai Strittmatter

Kai Strittmatter (*1965, Allgäu) wuchs in Weiler-Simmerberg im Allgäu auf und studierte nach dem Abitur Sinologie in München, mit Studienaufenthalten in Xi’an in der Volksrepublik China und Taipeh auf der Insel Taiwan. Später absolvierte er die Deutsche Journalistenschule in München und wurde Redakteur der Süddeutschen Zeitung. Für die SZ berichtete er 14 Jahre lang als Korrespondent aus China, von 1997 bis 2005 und von 2012 bis 2018. Zwischenzeitlich war er in gleicher Funktion in Istanbul tätig, mit Zuständigkeit für die Türkei und Griechenland. Von 2018 bis 2022 berichtete er von Kopenhagen aus über Skandinavien und das Baltikum, seither ist er wieder in der SZ-Zentrale in München tätig, wo er sich wieder vorwiegend mit China befasst. Der Journalist hat mehrere Bücher über China geschrieben, für „Die Neuerfindung der Diktatur“ erhielt er den getAbstract International Book Award 2019. Die Washington Post nahm die englischsprachige Version des Werkes („We have been harmonized“) unter die wichtigsten Sachbücher des Jahres 2020 auf. Schon 2014 wurde Strittmatter für eine Reportage über die chinesische Kulturrevolution mit dem Titel „Wolfskinder“ mit dem renommierten Theodor-Wolf-Preis ausgezeichnet.

Kai Strittmatter
© Lasse Bech Martinussen
© Lasse Bech Martinussen

Stephan Thome

Stephan Thome (*1972 Biedenkopf) ist Schriftsteller, Sinologe und Philosoph. Aufgewachsen im mittelhessischen Biedenkopf, studierte er nach Abitur und Zivildienst in Berlin Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie und reiste nach China, Taiwan und Japan. Seine Dissertation über „Die Herausforderung des Fremden“ veröffentlichte er unter seinem bürgerlichen Namen Thomas Schmidt, später legte er sich den Künstlernamen Thome zu, es ist der Geburtsname seiner Mutter. Von 2005 bis 2011 lebte der Autor in Taipeh, wo er über die konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte und schrieb, längere Zeit hielt er sich auch in Lissabon auf. Schlagartig bekannt wurde Stephan Thome im Jahr 2009 mit seinem gleich für den deutschen Buchpreis nominierten Erstlingsroman „Grenzgang“, der ein Volksfest in seiner Heimatstadt Biedenkopf zum Thema hat. Auch seine folgenden Werke, so der Gesellschaftsroman „Fliehkräfte“ über ein Paar mittleren Alters und „Gott der Barbaren“ über einen christlichen Bauernaufstand im China des 19. Jahrhunderts erhielten ausgezeichnete Kritiken und kamen auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Stephan Thome ist als Nachfolger des verstorbenen Friedrich Christian Delius seit Herbst 2022 einer der beiden Schirmherr/inn/en des „Literarischen Frühlings“.

Stephan Thome
© Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag
© Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag

Max Viessmann

Max Viessmann ist CEO und Mitglied des Executive Boards der Viessmann Gruppe. Alle Aktivitäten des Familienunternehmens basieren auf dem Leitbild: “We create living spaces for generations to come”. Lebensräume zukünftiger Generationen zu gestalten – das ist die Verantwortung der weltweit 14.500 Mitglieder starken Viessmann Familie. Neben der digitalen und kulturellen Transformation der Gruppe trieb Max bis Juli 2022 auch die Weiterentwicklung des größten Geschäftsbereichs Climate Solutions voran: Von Heizungen hin zu Klimalösungen für Wärme, Kälte, optimale Luftqualität und individualisiertes Raumklima durch zukunftsorientierte und klimafreundliche Systeme, digitale Tools und Dienstleistungen. Zusätzlich hat Max einen Sitz im Advisory Council des Deutschen Krebsforschungszentrums inne und ist Mitglied des Bundesverbands Deutsche Startups e.V. Vor seinem Einstieg in das 106-jährige Familienunternehmen war Max als Unternehmensberater bei The Boston Consulting Group und als Angel Investor in Europa und Asien aktiv. Er ist studierter Wirtschaftsingenieur des Karlsruhe Instituts für Technologie (KIT) und der TU Darmstadt.

Ernest Wichner

Ernest Wichner (*1952, Zăbrani - Guttenbrunn) entstammt wie Herta Müller der deutschsprachigen Minderheit im rumänischen Banat und gehörte wie sie der Aktionsgruppe Banat an, einer Gruppe deutschsprachiger Autoren, die dem kommunistischen Regime gegenüber kritisch eingestellt waren. 1975 siedelte er in die Bundesrepublik über und studierte Germanistik und Politikwissenschaft. Seither lebt er als Autor, Kritiker und Übersetzer in Berlin, wo er von 2003 bis 2017 das Literaturhaus leitete. 2004 begleitete er Herta Müller und Oskar Pastior bei den Recherchen für Müllers Erfolgsroman „Atemschaukel“ in die Ukraine.

Ernest Wichner
© Mircea Struteanu
© Mircea Struteanu

Erik Arnecke

Erik Arnecke (*1983, Bornstedt bei Magdeburg) wurde als Chef de Cuisine des Restaurants „Philipp Soldan“ im Hotel Die Sonne Frankenberg mit einem Michelin-Stern und weiteren Anerkennungen ausgezeichnet. Der Gourmet-Führer Gault Millau bewertete seine Kochkunst mit 16 Punkten. Die Zeitschrift „Der Feinschmecker“ kürte ihn 2015 zum „Aufsteiger des Jahres“. Der Küchenchef absolvierte seine Ausbildung einst in einer Autobahn-Raststätte und arbeitete später in prämierten Häusern wie dem Restaurant „Aqua“ in Wolfsburg, dem „Residence“ in Essen und dem „Fährhaus“ auf Sylt, ehe er 2015 nach Frankenberg (Eder) wechselte.

Erik Arnecke
© Harry Soremski
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