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Autoren, Darsteller & andere

Adriana Altaras

Adriana Altaras (*1960, Zagreb) ist als Regisseurin, Schauspielerin und Autorin durch ihre berührenden und zugleich unterhaltsamen Inszenierungen und Erzählungen bekannt geworden. Als Vierjährige wurde sie zu ihrer Tante in Mantua gebracht, weil ihre Eltern, obwohl vormals kommunistische Partisanen, vor der Verfolgung durch Titos Regime fliehen mussten. In der Folge wuchs sie in Gießen auf und studierte später an der Hochschule der Künste in Berlin. Es folgten Regiearbeiten am Berliner Ensemble und der Neuköllner Oper, außerdem spielte sie in zahlreichen Kino- und Fernsehfilmen mit. Für herausragende schauspielerische Leistungen in Filmen von Rudolph Thome erhielt sie 1988 den Deutschen Filmpreis, zwei Jahre später den Silbernen Bären. Mit „Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie“ debütierte Adriana Altaras 2011 mit großem Erfolg auch als Schriftstellerin. Zudem war sie in Berlin als Hochschul-Dozentin tätig und beteiligte sich am Schoa-Projekt des US-Regisseurs Steven Spielberg, der tausende von Zeugen des Holocaust interviewen ließ.

Adriana Altaras
© Martin Walz
© Martin Walz

Thea Dorn

Thea Dorn (*1970, Offenbach) ist eine sehr vielseitige Schriftstellerin, Philosophin und Fernseh-Moderatorin. Sie studierte klassischen Gesang, Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt, Wien und Berlin. An der Berliner FU war sie auch als Dozentin für Philosophie tätig. Mit 24 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Werk »Berliner Aufklärung«, dem eine Reihe weiterer Kriminalromane und Drehbücher folgten, etwa für zwei „Tatort“-Filme. Für „Die Hirnkönigin“ erhielt sie den deutschen Krimi-Preis und den Raymond-Chandler-Preis, ihr Drehbuch für „Männertreu“ wurde mit dem Deutschen Fernseh-Preis und dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Thea Dorn trat auch als Theater-Autorin, Essayistin und Roman-Autorin hervor. Das Stück „Marleni“ über eine fiktive Begegnung zwischen Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl wurde 2000 am Hamburger Schauspielhaus aufgeführt. Zum Jahresbestseller avancierte 2012 ihr Buch „Die Deutsche Seele“, eine gemeinsam mit Richard Wagner verfasste facettenreiche Kulturgeschichte der Deutschen. Der Roman „Die Unglückseligen“ (2016) behandelte die irritierenden neuen Möglichkeiten der Biotechnologie und war zugleich eine gedankliche Expedition in mehrere Jahrhunderte deutscher Geistesgeschichte. Thea Dorn, die in Berlin lebt, wurde auch durch zahlreiche Auftritte im Fernsehen bekannt. Seit 2020 ist sie Gastgeberin des „Literarischen Quartetts“ im ZDF, beim „Literarischen Frühling“ ist sie Stammgast.

Thea Dorn
© Kerstin Ehmer
© Kerstin Ehmer

Joachim Gauck

Joachim Gauck (* 1940, Rostock) wuchs als Sohn eines Kapitäns und einer Bürofachfrau an der Ostseeküste auf und studierte evangelische Theologie. Als Pfarrer wirkte er zu DDR-Zeiten in Rostock, nach der Wende im November 1989 gelangte er auf der Liste von Bündnis 90 in die letzte Volkskammer der DDR. 1990 wurde Joachim Gauck der erste Sonderbeauftragte für die Unterlagen des früheren Staatssicherheitsdienstes der DDR, die bald darauf gegründete Sonderverwaltung wurde meist als Gauck-Behörde bezeichnet. Diese Tätigkeit gab er nach zehn Jahren auf und betätigte sich als Redner, Moderator und Autor. Unter anderem war er Vorsitzender des Vereins „Gegen Vergessen – für Demokratie“, der sich für die Aufarbeitung der NS-Diktatur und des DDR-Regimes engagierte. Am 18. März 2012 wählte die Bundesversammlung den parteilosen Intellektuellen mit 80,7 Prozent zum elften Bundespräsidenten. Er übte dieses Amt bis zum 18. März 2017 aus und erwarb sich großes Ansehen. Auf eine zweite Kandidatur verzichtete er. Gauck wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hannah-Arendt-Preis und dem Ludwig-Börne-Preis. Gauck hat zahlreiche Aufsätze und mehrere Bücher veröffentlicht, zum Teil gemeinsam mit seiner früheren Lebensgefährtin, der Journalistin Helga Hirsch. Seine jüngsten Werke „Toleranz – einfach schwer“ und „Erschütterungen“ befassen sich mit den aktuellen Krisen in Deutschland und den Bedrohungen der Demokratie von innen und außen.

© Joachim Gauck
Eva Maria Schmidt / Lit. Frühling
Eva Maria Schmidt / Lit. Frühling

Johann Wolfgang Goethe

Johann Wolfgang Goethe (*1749, Frankfurt, + 1832 Weimar) gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der Welt und nimmt auch in der deutschen Kulturgeschichte einen einzigartigen Rang ein. Er wuchs in einer wohlhabenden Bürgerfamilie in Frankfurt am Main auf und absolvierte nach dem Jura-Studium in Leipzig und Straßburg 1772 eine mehrmonatige Zusatzausbildung am Reichskammergericht in Wetzlar, der höchsten juristischen Instanz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In dieser Zeit lernte er am 9. Juni 1772 auf einem Dorfball in Volpertshausen bei Wetzlar die 19-jährige Charlotte Buff kennen, die aber schon verlobt war. Sein vergebliches Liebeswerben und eine weitere Abfuhr in Frankfurt stachelten ihn an, das Buch „Die Leiden des jungen Werthers“ zu schreiben, das über das autobiographisch Erlebte aber weit hinausgeht und offenkundig perfekt die Stimmung seiner Zeit traf. Es wurde in ganz Europa schlagartig zum Erfolg und machte Goethe schon als jungen Mann berühmt. Als Dichterfürst, Theaterdirektor. Naturforscher und leitender Minister des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach verbrachte er den größten Teil seines Lebens in Weimar und war führend daran beteiligt, die thüringische Kleinstadt zu einem geistigen Zentrum Deutschlands zu machen. Das bekannte Gemälde, auf dem Goethe als Reisender mit Hut und Mantel in der römischen Campagna dargestellt ist, hat 1786/87 der mit ihm befreundete Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein gemalt, der aus der im Kloster Haina verwurzelten Künstlerfamilie stammt.

Durs Grünbein

Durs Grünbein (*1962, Dresden) gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker der Gegenwart. Aufgewachsen in Dresden, studierte er Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin. Seit 1987 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer, 1988 gab er seinen ersten Gedichtband „Grauzone morgens“ heraus. Zu DDR-Zeiten veröffentlichte Grünbein in Zeitschriften und Ausstellungskatalogen und gestaltete Performances mit Aktionskünstlern. Nach der Wende 1989 führten ihn zahlreiche Reisen und Stipendien quer durch Europa sowie nach Südostasien und in die USA. Seit 2005 ist er Professor für Poetik an der Kunstakademie in Düsseldorf, 2009/10 hielt er die Poetik-Vorlesung an der Frankfurter Uni. Grünbein hat bisher mehr als 30 Bücher veröffentlicht, viele wurden in andere Sprachen übersetzt. Für diese Werke erhielt er zahleiche wichtige Auszeichnungen, so den Georg-Büchner-Preis, den Friedrich-Nietzsche Preis, den Berliner Literaturpreis und den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. Außerdem war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, wo er heute lebt. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt sowie der Kunstakademien in Hamburg und Sachsen.

Durs Grünbein
© Jürgen Bauer
© Jürgen Bauer

Jörg Hartmann

Jörg Hartmann (*1969, Hagen) wuchs in Herdecke bei Dortmund auf und beteiligte sich in der Schule an einer Theater-AG. Nach Abitur besuchte er die Schauspielschule in Stuttgart und danach Engagements an Theatern in Meiningen und Mannheim sowie an der Berliner Schaubühne. Immer häufiger bekam er dann auch Angebote für Film- und Fernsehrollen, so in dem preisgekrönten historischen ZDF-Dreiteiler „Die Wölfe“ und in der ARD-Fernsehserie „Weissensee“. Auch in Kriminalfilmen wirkte er mit, am bekanntesten wurde er durch die 2012 übernommene Rolle als Chefermittler Peter Faber im Dortmunder „Tatort“. Für seine künstlerischen Leistungen wurde Jörg Hartmann vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera und dem Adolf-Grimme-Preis. Für die „Tatort“-Folge „Du bleibst hier“ (2023) schrieb er das Drehbuch. Seine Lebensgefährtin ist die aus der Schweiz stammende Schauspielerin Silvia Medina, mit ihr und seinen drei Kindern lebt er in Potsdam.

© Silvia Medina
© Silvia Medina

Richard Huelsenbeck

Richard Huelsenbeck (*1892, Frankenau, + 1974 Muralto, Tessin) war einer der Mitbegründer des Dadaismus. Geboren wurde er in Frankenau, damals Landkreis Frankenberg (Eder), als Sohn des örtlichen Apothekers, doch lebte seine aus Westfalen stammende Familie dort nur kurze Zeit. Huelsenbeck studierte später Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie, zunächst in München, dann in Paris, Münster und Berlin, wo er auf Medizin umsattelte. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldet er sich als Freiwilliger, nach knapp drei Monaten wurde er jedoch wegen Neuralgie aus dem Militärdienst entlassen und ging später nach Zürich ins Exil. Dort begründete er mit Hans Arp, Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco und Tristan Tzara im Februar 1916 im Cabaret Voltaire den Dadaismus. Ab 1918 lebte der junge Künstler wieder in Berlin, wo er ein „Dadaistisches Manifest“ verfasste. In den Zwanziger Jahren war Richard Huelsenbeck als Schiffsarzt und Auslandskorrespondent verschiedener Zeitungen in aller Welt unterwegs und schrieb darüber auch mehrere Bücher. 1936 emigrierte er mit seiner Frau Beate Wolff und zwei Kindern in die USA und war in New York unter dem Namen Charles R. Huelbeck als Psychiater und Psychoanalytiker tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte Huelsenbeck wieder Kontakte nach Europa, von 1970 bis zu seinem Tod am 20. April 1974 lebte er in Muralto in der Schweiz. Seinem Geburtsort Frankenau stattete er 1958 erstmals seit seiner Kindheit einen Besuch ab und schrieb darüber einen Artikel in der FAZ.

Viktor Jerofejew

Viktor Wladimirowitsch Jerofejew (*1947, Moskau) gilt als einer der bedeutendsten russischen Autoren der Gegenwart und lebt in Berlin. Geboren als Sohn eines Sowjet-Diplomaten, der dem Diktator Josef Stalin zeitweise als Dolmetscher für Französisch diente, wuchs er in privilegierten Verhältnissen auf. Die Familie lebte von 1955 bis 1959 in Paris, danach studierte der junge Jerofejew in Moskau Literatur- und Sprachwissenschaft und promovierte über Dostejewski. Schon früh begann er zu schreiben, mit 32 Jahren aber wurde er für neun Jahre aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und mit Publikationsverbot belegt, weil er an einem kritischen Almanach mitgearbeitet hatte. Nach der Wende von 1989, zur Zeit der Perestrojka, trat er mit den Romanen „Leben mit einem Idioten“ und „Die Moskauer Schönheit“ hervor und wurde auf Anhieb international bekannt. Letzteres Werk wurde in 27 Sprachen übersetzt. Die Politik des mittlerweile seit 24 Jahren regierenden Präsidenten Wladimir Putin hat Jerofejew oft, mitunter auch satirisch kritisiert. Als Putins Truppen am 22. Februar 2022 in die Ukraine einmarschierten, ergriff Jerofejew mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern die Flucht und reiste im Auto von Moskau aus über Finnland und das Baltikum nach Deutschland, wo er seither im Exil lebt.

Viktor Jerofejew
© Julia von Vietinghoff
© Julia von Vietinghoff

Ilija Matusko

Ilija Matusko (*1980, München) wuchs in Bayern in einer deutsch-kroatischen Gastronomen-Familie auf und wechselte mit seinen Eltern und seiner Schwester in jungen Jahren des öfteren den Wohnsitz. Durch Freunde im Tennis-Club wurde er inspiriert, eine höhere Schule zu besuchen. Nach dem Abitur studierte er Soziologie und Politikwissenschaft. Matusko lebt und arbeitet in Berlin, unter anderem als Mitarbeiter der tageszeitung (taz). Für seine literarischen Arbeiten erhielt er mehrere Stipendien. „Verdunstung in der Randzone“ ist sein erstes Buch.

Ilija Matusko
© Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag
© Heike Steinweg/Suhrkamp Verlag

Sam Michelson

‚Sam Michelson (*1989, Frankfurt am Main) wuchs in Oberursel im Taunus auf und wurde schon während seines Studiums an der Schauspielschule in Wiesbaden zu Gastspielen ans Frankfurter Schauspiel und ans Landestheater Schwaben eingeladen. Seit 2014 arbeitet er regelmäßig in der freien Szene in Frankfurt und war an über 30 Produktionen etwa in der Naxoshalle und an der Volksbühne Frankfurt beteiligt. Weitere Gastengagements führten ihn ans Schauspiel Frankfurt, zu den Burgfestspielen Bad Vilbel, ans Staatstheater Darmstadt und ans Staatsschauspiel Dresden. Am Burgtheater in Wien wirkte er in dem Stück „Die Bakchen“ nach Euripides mit, außerdem trat er bei den Salzburger Festspielen auf. Seit Herbst 2023 ist er an der Volksbühne Frankfurt in einer Produktion über Goethes „Werther“ zu sehen und spielt dort ab Februar 2024 auch in dem Stück „Der Fleck“, einer „bitterbösen Komödie“ von Philipp Mosetter.

Sam Michelson
© Rebekka Waitz
© Rebekka Waitz

Terézia Mora

Terézia Mora (*1971, Sopron) wuchs zweisprachig in Ungarn in einer Familie auf, die dort zur deutschsprachigen Minderheit gehörte. Nach dem Kollaps des Kommunismus 1989 zog sie nach Berlin und studierte Hungarologie und Theaterwissenschaft, an der Deutschen Film- und Fernsehakademie absolvierte sie zudem eine Ausbildung als Drehbuchautorin. Seit 1998 lebt Terézia Mora im Berliner Stadtteil Prenzlauser Berg als freie Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Ungarischen. Schon früh erhielt sie wichtige Auszeichnungen, so den Ingeborg-Bachmann-Preis oder das Stipendium der Villa Massimo in Rom. Später folgten für ihre großen Romane, so vor allem die Trilogie über einen IT-Spezialisten, der Deutsche Buchpreis und der Georg-Büchner-Preis. Terézia Mora nahm 2021 auch die Brüder-Grimm-Poetik-Professur an der Universität Kassel wahr und gehört der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt an.

Terézia Mora
© Antje Berghäuser
© Antje Berghäuser

Bettina Musall

Bettina Musall (*1956, Bremen) wuchs in der Hansestadt auf und studierte nach dem Abitur Germanistik und Politikwissenschaft. Von 1985 bis 2021 war sie als Redakteurin beim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ tätig und schrieb für die Ressorts Politik, Gesellschaft, Sport und Kultur. Für die Reihe Spiegel-Wissen konzipierte sie überwiegend gesellschaftspolitische Hefte, zum Beispiel zum Thema Bildung. Außerdem lieferte sie für Spiegel-Geschichte zeitgeschichtliche Beiträge. Sie ist Herausgeberin der Spiegel-Bücher »Englands Krone« (2015) und »Die Welt des Adels« (2021). Seit vielen Jahren hat sie auch als Moderatorin beim „Literarischen Frühling“ mitgewirkt. Heute lebt Bettina Musall als freie Autorin und Journalistin in München.

Musall Bettina
© Anna Boldt
© Anna Boldt

Michael Quast

Michael Quast (*1959, Heidelberg) hat sich sein Publikum als vielseitiger Komödiant, Conférencier und Regisseur erobert. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart erhielt er Engagements am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, am Staatstheater Stuttgart, an den Hamburger Kammerspielen und an den Bühnen in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel. Einen Namen machte Quast sich mit kabarettistischen Solo-Programmen und gewitzten Adaptionen großer Stoffe für kleine Besetzung, etwa mit Goethes Faust und Mozarts Don Giovanni. Er ist im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs und bestreitet manche Vorstellung auch in Mundart. Für sein Schaffen erhielt der Künstler mehrere Auszeichnungen, so den Deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier, den Rheingau-Musikpreis und den Hessischen Verdienstorden. Mit seiner Familie lebt der „tollkühne Theaterdirektor“ (FAZ) in Frankfurt am Main, wo er die Volksbühne im Großen Hirschgraben leitet. Beim „Literarischen Frühling“ begeisterte er das Publikum schon in den vergangenen Jahren mit großen Solos über Martin Luther, den Deutschen Wald, die Insekten oder die Zwanziger Jahre.

Anne Rabe

Anne Rabe (* 1986, Wismar) wuchs in ihrer mecklenburgischen Heimat auf und studierte nach dem Abitur Germanistik und Theaterwissenshaft sowie szenisches Schreiben in Berlin. Gleichzeitig arbeitete sie am Theater und schrieb Stücke, für die sie mehrere Förderpreise und Literaturstipendien erhielt. Seit 2010 verfasst sie regelmäßig auch Drehbücher für Fernsehserien sowie Gedichte, Essays, Hörspiele und Songs für ihre Band „Lauter schöne Frauen“, mit der sie regelmäßig auftritt. Anfang 2023 gab Anne Rabe mit „Die Möglichkeit von Glück“ ihr Debüt als Romanautorin, das ihr auf Anhieb begeisterte Kritiken eintrug. Das Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste und auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Die Schriftstellerin ist Mutter von zwei Kindern und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Anne Rabe
© Annette Hauschild
© Annette Hauschild

Rüdiger Safranski

Rüdiger Safranski (*1945, Rottweil) ist ein vielfach ausgezeichneter Biograph deutscher Dichter und Philosophen. Seine Bücher über Goethe, Schiller, E. T. A. Hoffmann, Hölderlin, Nietzsche, Schopenhauer und Heidegger erlebten hohe Auflagen und wurden in viele Sprachen übersetzt. Außerdem verfasste Safranski viel beachtete Essays über die deutsche Romantik, die Zeit und die Globalisierung. Nach dem Besuch des humanistischen Gymnasiums in Rottweil studierte er Philosophie, Germanistik und Geschichte in Frankfurt und Berlin, anschließend war er Assistent und promovierte über Arbeiterliteratur. Seit 1987 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin, in jüngerer Zeit auch in Badenweiler in Südbaden. Von 2002 bis 2012 moderierte der Autor zusammen mit Peter Sloterdijk das „Philosophische Quartett“ im ZDF und trat auch in anderen TV-Sendungen auf. 2015 erregte er Aufsehen mit seiner Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Für sein Schaffen wurde der bekannte Intellektuelle vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ludwig-Börne-Preis, dem Thomas-Mann-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse, dem Deutschen Nationalpreis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. 2012 gründete Safranski mit seiner Frau Gisela-Maria Nicklaus-Safranski anderen die Badenweiler Literaturtage, die alljährlich im Herbst stattfinden.

 Rüdiger Safranski
© Peter-Andreas Hassiepen
© Peter-Andreas Hassiepen

Rafik Schami

Rafik Schami (* 1946, Damaskus) wuchs in einer katholischen arabischen Familie in Damaskus auf und verließ mit 25 Jahren sein von einem autoritären Regime beherrschtes Heimatland Syrien, um dem Militärdienst und der politischen Zensur zu entgehen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Libanon wanderte er 1971 in die Bundesrepublik Deutschland ein und absolvierte in Heidelberg ein Chemiestudium, das er mit der Promotion abschloss. Obwohl er Arabisch, Französisch, Englisch und Aramäisch sprach und Deutsch erst mühsam lernen musste, schrieb er seit 1977 nur noch auf Deutsch. Die von ihm verfassten Märchen, Fabeln und Romane fanden reißenden Absatz und erreichten Millionenauflagen, sie wurden in 34 Sprachen übersetzt. In politischen Essays kritisierte Schami die diktatorische Unterdrückung in vielen arabischen Ländern und setzte sich für eine Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein. Der Autor, der seit langem in einem Dorf in der Pfalz lebt, wurde für sein Schaffen mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, so der Brüder-Grimm-Professur in Kassel und der Carl-Zuckmayer-Medaille sowie etlichen Kinder- und Jugendbuchpreisen. Rafik Schami ist ein Pseudonym und bedeutet „Freund aus Damaskus“. Sein Ursprungsname ist Suheil Fadel.

Rafik Schami
© Arne Wesenberg
© Arne Wesenberg

Denis Scheck

Denis Scheck (*1964, Stuttgart) begeisterte sich schon als Jugendlicher so sehr für die Literatur, dass er mit 13 Jahren eine literarische Zeitschrift gründete. Später studierte er Literaturwissenschaft, Zeitgeschichte und Politik in Tübingen, Düsseldorf und Dallas/Texas, und betätigte sich als Übersetzer und literarischer Agent. Von 1997 bis 2016 war er Literatur-Redakteur beim Deutschlandfunk, bekannt wurde er auch als Moderator der Fernsehsendungen „druckfrisch“ (ARD) und „lesenwert“ (SWR). Für diese Auftritte wurde er mehrfach ausgezeichnet, so mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis. Der geistreiche Journalist, der beim „Literarischen Frühling“ schon seit der Gründung im Jahr 2012 mitwirkt, legte 2019 hat mit „Schecks Kanon“ einen fulminanten literarischen Ratgeber vor, in dem er die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur bespricht. Zuletzt publizierte er einen „kulinarischen Kompass“, gemeinsam mit Anne-Dore Krohn verfasste er ein Buch mit dem Titel „Hunger auf Berlin“.

Denis Scheck
© Katharina Jaeger / Fotografische Werkstatt
© Katharina Jaeger / Fotografische Werkstatt

Stephan Thome alias Stephan Schmidt

Stephan Thome (*1972 Biedenkopf) ist Schriftsteller, Sinologe und Philosoph. Aufgewachsen im mittelhessischen Biedenkopf, studierte er nach Abitur und Zivildienst in Berlin Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie und reiste nach China, Taiwan und Japan. Seine Dissertation über „Die Herausforderung des Fremden“ veröffentlichte er unter seinem bürgerlichen Namen Stephan Schmidt, später legte er sich den Künstlernamen Thome zu, es ist der Geburtsname seiner Mutter. Von 2005 bis 2011 lebte der Autor in Taipeh, wo er über die konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte und schrieb, später hielt er sich auch längere Zeit in Lissabon auf. Schlagartig bekannt wurde Stephan Thome 2009 mit seinem Erstlingsroman „Grenzgang“, der ein Volksfest in seiner Heimatstadt Biedenkopf zum Thema hat. Auch seine folgenden Werke, so der Gesellschaftsroman „Fliehkräfte“ über ein Paar mittleren Alters und „Gott der Barbaren“ über einen christlichen Bauernaufstand im China des 19. Jahrhunderts, bekamen ausgezeichnete Kritiken und kamen auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Stephan Thome hat 2022 die Nachfolge des verstorbenen Friedrich Christian Delius als Schirmherr des „Literarischen Frühlings“ übernommen, zweite Schirmherrin ist Iris Berben.

Stephan Thome
© Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag
© Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag

Jan Wagner

Jan Wagner (* 1971, Hamburg) wuchs in der holsteinischen Kleinstadt Ahrensburg auf und studierte Anglistik in Hamburg, Dublin und Berlin. Schon während seiner Ausbildung befasste er sich intensiv mit zeitgenössischer Dichtkunst und gab gemeinsam mit dem Publizisten Thomas Girst eine lyrische Loseblatt-Sammlung heraus, die in einer Schachtel vertrieben wurde. „Probebohrung im Himmel“ lautete der Titel seines ersten Gedichtbandes, der 2001 erschien. Es folgten unter anderem die „Regentonnenvariationen“ (2014), aber auch „beiläufige Prosa“ wie „Die Sandale des Propheten“ (2011) oder „Der verschlossene Raum“ (2017). Wagner lebt als freier Schriftsteller, Herausgeber, Kritiker und Übersetzer vor allem englischsprachiger Lyrik in Berlin-Neukölln. Er ist unter anderem Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, der Bayerischen Akademie der Schönen Künste sowie der Freien Akademie der Schönen Künste in Hamburg. Für seine Werke wurde er mit mehr als drei Dutzend Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Anna-Seghers-Preis. Die Universität Bielefeld verlieh ihm ein Ehrendoktorat.

Jan Wagner
© Villa Massimo/Alberto Novelli
© Villa Massimo/Alberto Novelli

Marcus Willascheck

Marcus Willascheck (*1962, Arnsberg) gilt als international führender Kant-Experte und ist Philosophie-Professor in Frankfurt am Main. Er wuchs im Sauerland auf, nach dem Abitur in Arnsberg studierte er in Münster Philosophie, Biologie, Psychologie und Jura. Der Promotion und Habilitation im Fach Philosophie folgten eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent sowie Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte in Frankfurt am Main, Essen und Siegen sowie an den US-Universitäten Harvard, Berkeley und San Diego, ferner in Tokio und Osaka. Seit 2003 hat er den Lehrstuhl für Philosophie der Neuzeit an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main inne. An der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ist Marcus Willascheck mitverantwortlich für die wissenschaftliche Standardausgabe der Schriften Immanuel Kants. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen gehören ein Kant-Lexikon und eine Schrift mit dem Titel „Praktische Vernunft – Handlungstheorie und Moralbegründung bei Kant“.

Marcus Willascheck
© Jürgen Lecher, Goethe-Universität Frankfurt
© Jürgen Lecher, Goethe-Universität Frankfurt

Erik Arnecke

Erik Arnecke (*1983, Bornstedt bei Magdeburg) wurde als Chef de Cuisine des Restaurants „Philipp Soldan“ im Hotel Die Sonne Frankenberg mit einem Michelin-Stern und weiteren Anerkennungen ausgezeichnet. Der Gourmet-Führer Gault Millau bewertete seine Kochkunst mit 16 Punkten. Die Zeitschrift „Der Feinschmecker“ kürte ihn 2015 zum „Aufsteiger des Jahres“. Der Küchenchef absolvierte seine Ausbildung einst in einer Autobahn-Raststätte und arbeitete später in prämierten Häusern wie dem Restaurant „Aqua“ in Wolfsburg, dem „Residence“ in Essen und dem „Fährhaus“ auf Sylt, ehe er 2015 nach Frankenberg (Eder) wechselte.

Erik Arnecke
© Harry Soremski
© Harry Soremski