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Richard Huelsenbeck

Richard Huelsenbeck (*1892, Frankenau, + 1974 Muralto, Tessin) war einer der Mitbegründer des Dadaismus. Geboren wurde er in Frankenau, damals Landkreis Frankenberg (Eder), als Sohn des örtlichen Apothekers, doch lebte seine aus Westfalen stammende Familie dort nur kurze Zeit. Huelsenbeck studierte später Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie, zunächst in München, dann in Paris, Münster und Berlin, wo er auf Medizin umsattelte. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 meldet er sich als Freiwilliger, nach knapp drei Monaten wurde er jedoch wegen Neuralgie aus dem Militärdienst entlassen und ging später nach Zürich ins Exil. Dort begründete er mit Hans Arp, Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco und Tristan Tzara im Februar 1916 im Cabaret Voltaire den Dadaismus. Ab 1918 lebte der junge Künstler wieder in Berlin, wo er ein „Dadaistisches Manifest“ verfasste. In den Zwanziger Jahren war Richard Huelsenbeck als Schiffsarzt und Auslandskorrespondent verschiedener Zeitungen in aller Welt unterwegs und schrieb darüber auch mehrere Bücher. 1936 emigrierte er mit seiner Frau Beate Wolff und zwei Kindern in die USA und war in New York unter dem Namen Charles R. Huelbeck als Psychiater und Psychoanalytiker tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte Huelsenbeck wieder Kontakte nach Europa, von 1970 bis zu seinem Tod am 20. April 1974 lebte er in Muralto in der Schweiz. Seinem Geburtsort Frankenau stattete er 1958 erstmals seit seiner Kindheit einen Besuch ab und schrieb darüber einen Artikel in der FAZ.