Sonntag, 29.03.2026, 11:30 Uhr
Hotel Schloss Waldeck
Thomas Hettche - "Liebe" - ein Meisterstück über das höchste der Gefühle

Schon beim ersten Mal, als sie bei diesem Sommerfest an der Ostsee aufeinander trafen, war so etwas wie ein selbstverständliches Verständnis zwischen ihnen. Sie saßen im Dunklen am Meer und sprachen mit einander, so fing es an.
Thomas Hettche entwickelt daraus eine soghafte, flirrende, mitreißende Geschichte über die Liebe, das Alter, das Glück und die Endlichkeit. Die Liebenden, beide um die 60, sie verheiratet, er geschieden, senden einander Nachrichten, kommen an wechselnden Orten zusammen, durchleben nächste Nähe, Entfremdung, Skandal und Trennungsschmerz. Und dann Erfüllung, bis dass der Tod sie scheidet.
„Es gibt ein Glück, so tief, dass es schmerzt“, erkennt Max. Ein fein ziseliertes Meisterstück über das höchste der Gefühle, dem auch der Hirnstoffwechsel und der Denker Hegel zu Diensten sind.
Foto: Joachim Gern
Lesung und Gespräch,
Moderation: Denis Scheck
Sonntag, 29.03.2026, 15:00 Uhr
Walkemühle Frankenberg
Max Goldt - "Aber?" - der Maitre de Plaisir über Witz, Komik und Humor

Wie er das wohl findet, wenn die Gazetten schreiben, Max Goldt nehme „eine Außenseiterposition im Mainstream-Diskurs“ ein und melde sich zurück „in der Champions League der humoristischen Literatur“? Vermutlich sortiert er derlei Komplimente gleich in die Abteilung „Phrasengerümpel“ oder „Floskeln-Scheusale“ ein und lässt sie dort verwesen.
Der Mann ist bessere Metaphern gewöhnt, die eigenen zum Beispiel. Und jedenfalls gehört der Sprachgebrauch der Medien zu den Erscheinungen, die er gerne auf die spitze Feder spießt. So auch in seinem neuesten Werk mit dem schönen Titel „Aber?“
Selbstredend ist der Titel des Buches nur durch die Lektüre des betreffenden Textes zu enträtseln. Eine ganze Welt lauert hinter diesem Fragezeichen.
Für diejenigen, die bisher noch nicht zur Kultgemeinde des Maître de Plaisir gehören, gibt es übrigens auch eine Handreichung über die feinen Unterschiede zwischen Witz, Komik und Humor, die der Meister stets im Auge hat. Überdies kann man köstliche Betrachtungen über den Frauenfußball, Homo-Ehen, Lesereisen und schlechte Manieren lesen. Ansonsten gilt, was ein Rezensent der „Welt“ über das Bändchen schrieb: „In diesem Buch ist alles Goldt, was glänzt.“ Foto: Andreas Rost
Lesung mit Gespräch
Sonntag, 29.03.2026, 18:00 Uhr
Restaurant Maison Martron im Romantik Hotel Landhaus Bärenmühle
Eva Gritzmann & Denis Scheck - "Kafkas Kochbuch" - eine vegetarische Anverwandlung

Franz Kafka war bekanntermaßen kränklich und öfter mal erholungsbedürftig. 1903 verbrachte er zwei Wochen im Sanatorium von Dr. Lahmann auf dem Weißen Hirsch in Dresden, wo auch Rainer Maria Rilke und Thomas Mann schon waren.
Bei der Abreise schenkte man Kafka dort das "Hygienische Kochbuch" zum Gebrauch für ehemalige Kurgäste. Zurück in Prag ließ sich Kafka fortan von der Köchin der Familie nach den Rezepten des Buches bekochen. Das Werk verblüfft durch „eine ins Herz unserer Gegenwart zielende Modernität“, so Eva Gritzmann und Denis Scheck, die das exquisite Opus neu herausgegeben haben. Denn es ist ein höchst einfallsreiches vegetarisches Kochbuch, und „viele Rezepte lesen sich, als hätten Yotam Ottolenghi, Alice Waters und Jamie Oliver sie gemeinsam entwickelt“.
Zu genießen sind Sauerampfersuppe, Gemüsefrikadellen, panierte Eierkuchen oder Morchelpastetchen und tausend Köstlichkeiten mehr. Auch ein Jahresspeiseplan wird offeriert. Die Herausgeber werden davon erzählen, und der Küchenchef der Bärenmühle Christian Grote hat aus dem 450 Seiten umfassenden Werk ein Vier-Gänge-Menu destilliert. Foto: Eva Gritzmann und Denis Scheck - privat.
Lesedinner mit Vier-Gang-Menu, Gespräch mit den Autoren, vegetarische Genussküche