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Heimat und Hölderlin – Klassik und Aktualität

Literarischer Frühling 2020 mit großen Namen und bewegenden Themen: Von Rüdiger Safranski und Joachim Gauck bis Andrea Sawatzki, von Hubertus Meyer-Burckhardt bis Mariana Leky, Andreas Maier, Johannes Willms und Michael Köhlmeier

Unter dem Leitthema „Heimat 4.0“ offeriert das große Literaturfestival in Nordhessen vom 27. März bis 05. April 2020 wieder literarische und kulinarische Delikatessen, poetische Lesungen und politische Debatten

Heimat und Hölderlin, Klassik und Aktualität: Mit einer fulminanten Mischung prominenter Autoren und bewegender Themen geht der „Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ 2020 in seine neunte Saison. Vom 27. März bis 5. April 2020 geben sich wieder einmal bedeutende Persönlichkeiten aus Literatur, Politik und Fernsehwelt ein Stelldichein in der Region Waldeck Frankenberg – von Rüdiger Safranski und Joachim Gauck bis zu Andrea Sawatzki, von Michael Köhlmeier und Mariana Leky bis zu Hubertus Meyer-Burckhardt. Unter dem Leitthema „Heimat 4.0“ befasst sich das nordhessische Literaturfestival diesmal mit der Frage, wie die großen Umwälzungen unserer Zeit das Leben im Kleinen verändern.

„Wenn die Chiffre Industrie 4.0 für die neue digitale Revolution steht, dann heißt Heimat 4.0: sich transformieren und dabei die Wurzeln nicht verlieren. Das ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit“, erklärt die Leiterin der Veranstaltungsreihe, die Journalistin und Hoteldirektorin Christiane Kohl. „In den Stürmen der Veränderungen kann die Heimat ein wichtiger Anker sein, doch es braucht eine neue inhaltliche Definition und Kontur des Wortes.“ Dies werde ein Thema beim „Literarischen Frühling 2020“ sein. Auch die Befassung mit Leben und Werk des Dichters Friedrich Hölderlin, dessen Geburtstag sich im März 2020 zum 250. Mal jährt, sei ein wichtiger Akzent in diesem Kontext. „Hölderlin erlebte als Zeitgenosse die großen Umwälzungen der Französischen Revolution“, so Kohl.

In rund zwei Dutzend Lesungen und Gesprächen wird sich das Festival den aktuellen und historischen Fragestellungen widmen und den Blick auch auf scheinbar entlegene Themen und Erdregionen lenken. Mit dabei sind unter anderen der als Meisterbiograph der deutschen Klassiker bekannt gewordene Literaturwissenschaftler Rüdiger Safranski mit seinem neuen Buch über Hölderlin sowie der südhessische Kult-Autor Andreas Maier, der aus den Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend in der Wetterau den Stoff für einen elfteiligen Romanzyklus geschöpft hat. Mit einer satirischen Revue über den deutschen Wald wartet der Frankfurter Schauspieler und Theaterdirektor Michael Quast auf. Er verbindet das Schwärmen der deutschen romantischen Dichter für den dunklen Tann mit den aktuellen Katastrophenmeldungen über das Sterben der Fichten und andere Folgen des Klimawandels – Titel: „Wenn die Wipfel über mir schwanken“. Mit der deutschen Küche setzt sich der bekannte TV-Moderator und Autor Wolfgang Herles auseinander. Für ihn steht fest: „Was den Deutschen schmeckt, wie sie kochen, übers Essen reden und schreiben, ist Ausdruck ihrer Kultur, ja, ihrer Seele.“

Unterdessen greift der äthiopisch-deutsche Publizist und Unternehmensberater Asfa-Wossen Asserate die aktuelle Problematik der Migration und die dahinterstehenden Verwerfungen auf: Asserate hat die „neue Völkerwanderung“ aus Afrika nach Europa untersucht und plädiert dafür, an die Probleme der unterentwickelten Länder ganz anders als bisher heranzugehen. Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck behandelt im Gespräch mit Hans Werner Kilz, dem langjährigen Chefredakteur des „Spiegel“ und der Süddeutschen Zeitung, den hohen Stellenwert der Toleranz in diesen Zeiten des Umbruchs. Friedrich Christian Delius, der zusammen mit Mario Adorf die Schirmherrschaft des Festivals innehat, befasst sich in seinem neuen Werk „Wenn die Chinesen Rügen kaufen, denkt an mich“ ebenfalls mit der aktuellen Politik, nicht nur der deutschen. Die Entwicklung Europas steht schließlich im Fokus einer Biographie über den großen französischen Staatsmann Charles de Gaulle, der vor bald 50 Jahren gestorben ist. Seine politischen Manöver und Konzepte beschreibt der Frankreich-Kenner Johannes Willms, der bereits mit Büchern über Napoleon und die Französische Revolution beeindruckt hat.

Eröffnet wird das Festival am Samstag, dem 28. März, auf Schloss Waldeck von dem renommierten österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmeier, der im Gespräch mit dem Literaturkritiker Denis Scheck sein neues Buch mit 151 Märchen für Erwachsene präsentiert. Es ist für die Beteiligten auch eine Reverenz an die Brüder Grimm, unter deren Patronage das Festival gewissermaßen seit seiner Gründung im Jahr 2012 steht. Schon am Tag zuvor tritt beim Pre-Opening Mariana Leky mit ihrem überaus erfolgreichen Dorfroman „Was man von hier aus sehen kann“ in Frankenberg in der Produktionshalle der Firma FingerHaus auf.

Nicht zuletzt konnte mit Andrea Sawatzki auch eine der beliebtesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen für eine Teilnahme am „Literarischen Frühling“ gewonnen werden. Sie liest aus ihrer neuesten Folge der Romane über die Familie Bundschuh, die von den Turbulenzen eines ganz normalen Berliner Haushaltes handeln. Der TV-Produzent und Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt reflektiert über seinen und unser aller Umgang mit der Zeit. Das Thema drängte sich ihm auf, nachdem er vom Arzt eine Krebsdiagnose erhalten hatte.

Die schon traditionelle Lesung in der Küche des Frankenberger Gourmet-Restaurants „Philipp Soldan“ steht diesmal im Zeichen des russischen Schriftstellers Iwan Turgenjew. Aus seinem Roman „Väter und Söhne“ wird der Frankfurter Schauspieler Michael Quast in szenischer Akzentuierung vortragen, dazu kreiert der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch Erik Arnecke ein russisches Menu. Die deutsch-russische Schriftstellerin Katerina Poladjan behandelt in einer kunstvoll verschränkten Erzählung das Schicksal von Opfern des Massenmordes an hunderttausenden Armeniern vor rund 100 Jahren während des Ersten Weltkriegs.

Das Ziel der Veranstalter ist es wiederum, den mehr als 3.000 erwarteten Besuchern „möglichst viele magische Momente zu bereiten und möglichst viele Inspirationen für die geistige Auseinandersetzung mit den großen Fragen der Geschichte und Gegenwart zu liefern“, wie Christiane Kohl erklärt. Die Autorin und Journalistin ist Geschäftsführerin des Romantik-Hotels Landhaus Bärenmühle in Ellershausen, das gemeinsam mit dem Hotel Die Sonne Frankenberg und dem Hotel Schloss Waldeck den „Literarischen Frühling“ organisiert. Das Festival, das im Jahr 2012 zum 200. Jahrestag der Erstveröffentlichung der Märchen der Brüder Grimm gegründet wurde, wird von mehr als 20 Firmen und Institutionen aus der Region Waldeck-Frankenberg unterstützt, die damit das populäre Kulturereignis überhaupt erst möglich machen.

Das detaillierte Programm des „Literarischen Frühlings 2020“ ist auf der Website www.literarischer-fruehling.de nachzulesen. Eintrittskarten sind online buchbar oder können auch in den drei veranstaltenden Hotels, bei der Kur- und Tourist-Information in Bad Wildungen sowie in den Geschäftsstellen der HNA und der Waldeckischen Landeszeitung erworben werden.

Mario Adorf
Mario Adorf - © Katharina Jaeger
Mario Adorf - © Katharina Jaeger

Mario Adorf

© Katharina Jaeger

 

Andrea Sawatzki
Andrea Sawatzki - © Markus Nass / T&T
Andrea Sawatzki - © Markus Nass / T&T

Andrea Sawatzki

© Markus Nass / T&T

 

 Rüdiger Safranski
Rüdiger Safranski - © Peter-Andreas Hassiepen
Rüdiger Safranski - © Peter-Andreas Hassiepen

Rüdiger Safranski

© Peter-Andreas Hassiepen

 

Joachim Gauck
Joachim Gauck - © Privat
Joachim Gauck - © Privat

Joachim Gauck

© Privat

 

Mariana Leky
Mariana Leky - © Franziska Hause
Mariana Leky - © Franziska Hause

Mariana Leky

© Franziska Hause

 

Hubertus Meyer-Burckhardt
Hubertus Meyer-Burckhardt - © Gerald von Foris
Hubertus Meyer-Burckhardt - © Gerald von Foris

Hubertus Meyer-Burckhardt

© Gerald von Foris