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Der Spielplan

Freitag
26. April 2019

Josef Straßer & Claus M. Thonet

„100 Jahre Bauhaus, 200 Jahre Thonet“

100 Jahre Bauhaus, 200 Jahre Thonet – in diesem Jahr fallen zwei Jubiläen zusammen, die mit einander auch inhaltlich verknüpft sind. Nur 14 Jahre, von 1919 bis 1933 hat das Staatliche Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin als eine neuartige Lehranstalt für Kunst und Handwerk bestanden, ehe es auf Druck der Nazis schließen musste. Sein Einfluss aber reicht über Kontinente und Epochen hinweg bis in die Gegenwart. Viele Werke der dort tätigen Künstler, Architekten und Gestalter gelten als Ikonen der klassischen Moderne und sind aus unserer Formenwelt nicht mehr wegzudenken. Zum 100. Jahrestag der Bauhaus-Gründung am 21. April 1919 wird nun nicht nur in Deutschland Rückschau gehalten auf diese avantgardistische Strömung der Weimarer Republik. Dr. Josef Straßer, stellvertretender Direktor der Münchner Neuen Sammlung, des ältesten Design-Museums der Welt, präsentiert in einem Buch „50 Bauhaus-Ikonen, die man kennen sollte“. Und Claus M. Thonet, der langjährige Chef des Möbel-Produzenten aus Frankenberg, erzählt, wieso gerade seine Firma bis heute die von Bauhaus-Künstlern wie Mart Stam, Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe entworfenen „Freischwinger“ aus kalt gebogenem Stahlrohr produziert. Für Thonet war der „Freischwinger“ nach dem berühmten Wiener Kaffeehausstuhl Nr. 14 der zweite große internationale Bestseller, der Design- und Industriegeschichte schrieb. Das Unternehmen wurde 1819 in Boppard am Rhein als Tischlerei von Michael Thonet gegründet, der die Bugholz-Technik erfand. Sie begeht im Bauhaus-Jahr ihr 200-jähriges Bestehen.

Pre-Opening an authentischem Ort: in der Stahlabteilung der Fa. Thonet, Frankenberg, Berleburger Str. 2
Präsentation und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Samstag
27. April 2019

Elke Heidenreich

„Alles fließt“ – Vom Lesen, vom Leben und vom Rhein

Lesen ist ihre Leidenschaft, schon seit Kindertagen. „Alles häkelt, Elke liest!“, sagte ihre Lehrerin. Die Welt der Bücher war für Elke Heidenreich der mit allen Fasern erstrebte Kontrast zur qualvollen Situation in der Familie, die „keine richtige Familie“ war. Die Eltern, ständig im Streit liegend, zogen nach Essen, nachdem die Tochter in Korbach geboren worden war, und trennten sich bald. Die Mutter schlug das wilde Mädchen oft und heftig, aber sie hielt sie auch zum Lesen an, und im Radio lief klassische Musik. Lesen war ihre Rettung. Elke Heidenreich studierte, wurde Journalistin und häufte Erfolge auf Erfolge. Bekannt wurde sie zunächst in der Rolle als Else Stratmann, Metzgersgattin aus Wanne-Eickel, die ab 1975 im Radio schnoddrig-deftig das Zeitgeschehen kommentierte. Später beförderte der WDR sie zur Talkshow-Moderatorin. Als 2003 das ZDF ihr eine Literatursendung übertrug, da nannte sie sie „Lesen!“. Elke Heidenreich wurde die einflussreichste Frau im literarischen Betrieb, ihre Buchempfehlungen machten Bestseller. Parallel dazu schrieb sie selber literarische Texte, die von Anfang an höchste Auflagen erzielten. Für die Berliner Morgenpost ist sie schlicht „eine der erfolgreichsten Frauen Deutschlands“. Das neueste Werk der Autorin mit dem Titel „Alles fließt!“ handelt vom Rhein, den sie zusammen mit dem Fotografen Tom Krausz von der Quelle bis zur Mündung bereiste, um Impressionen und Geschichten zu sammeln. Am Rhein nämlich lebt sie – in Köln. Im munteren Dialog mit Hubertus Meyer-Burckhardt spricht die populäre Autorin und Moderatorin über den Rhein, das Leben, die Literatur – und das Lesen.

Eröffnungsveranstaltung, Lesung und Gespräch mit anschließendem Empfang, Moderation: Hubertus Meyer-Burckhardt

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Sonntag
28. April 2019

F. C. Delius

„Die Birnen von Ribbeck“ – Fontane und die deutsche Einheit

Als vor 30 Jahren in der DDR der Kommunismus kollabierte und die Mauer fiel, da überwog im wieder vereinten Deutschland die Euphorie. Nur selten klang in der Öffentlichkeit auch einmal die Skepsis und Furchtsamkeit an, mit der viele DDR-Bewohner der Zukunft entgegensahen. Friedrich Christian Delius begab sich damals in das brandenburgische Dorf Ribbeck, 40 Kilometer westlich von Berlin, das durch Theodore Fontanes Gedicht über den Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland berühmt wurde. Aus zahlreichen Gesprächen mit Bewohnern kondensierte der Autor eine artistisch streng durchgearbeitete Erzählung, die aus einem einzigen Satz von fast 70 Seiten Länge besteht, gegliedert in viele Perioden. Dieses glanzvolle Stück deutscher Prosa, so vermutete beim Erscheinen 1991 die tageszeitung, „wird noch gelesen werden, wenn das Vorläufige längst Vergangenheit geworden ist“. F. C. Delius rezitiert Passagen aus diesem Text und reflektiert im Gespräch mit Christiane Kohl, was aus der deutschen Einheit im 30. Jahr nach der Wende von 1989 geworden ist.

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Annette von Droste-Hülshoff & Lisa-Marie Gerl

„Lass ruhn den Stein – er trifft dein eig’nes Haupt“

Die Novelle „Die Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff gilt als Klassiker der deutschen Literatur. Sie handelt zwar von Mord und Totschlag, doch versteht die Autorin ihr Werk nicht als Kriminalgeschichte, sondern als „ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen“. In einem Dorf, das „inmitten tiefer und stolzer Waldeinsamkeit“ liegt, wächst der junge Friedrich Mergel heran, dessen Vater, ein notorischer Säufer, eines Nachts im Wald erfriert. Auch der Sohn kommt auf die schiefe Bahn. Er wird mitschuldig am Tod eines Oberförsters und gerät zudem unter Mordverdacht, als ein Jude umgebracht wird, der ihn zuvor wegen einer Geldschuld öffentlich bloßgestellt hatte. Zentraler Ort des Geschehens ist ein Waldstück nahe einer so genannten Judenbuche, im Hintergrund entfaltet sich ein scharfer Kontrast zwischen Mensch und Natur. Bei einer Kutschfahrt durch die uralte Kulturlandschaft des Lengeltals mit ihrem Wechselspiel von Wiesen, Buchenwäldern und historischen Mühlen liest die Marburger Schauspielerin Lisa-Marie Gerl aus dem historischen Bestseller vor. Der Erzählung lag eine wahre Begebenheit aus dem Fürstbistum Paderborn zugrunde.

Weltliteratur an authentischen Orten: Kutschfahrt, Abfahrt im Hof des Landhauses Bärenmühle.
Lesung: Lisa-Marie Gerl

Karten unter 06455 - 759040

Annette von Droste-Hülshoff & Lisa-Marie Gerl

„Lass ruhn den Stein – er trifft dein eig’nes Haupt“

Die Novelle „Die Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff gilt als Klassiker der deutschen Literatur. Sie handelt zwar von Mord und Totschlag, doch versteht die Autorin ihr Werk nicht als Kriminalgeschichte, sondern als „ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen“. In einem Dorf, das „inmitten tiefer und stolzer Waldeinsamkeit“ liegt, wächst der junge Friedrich Mergel heran, dessen Vater, ein notorischer Säufer, eines Nachts im Wald erfriert. Auch der Sohn kommt auf die schiefe Bahn. Er wird mitschuldig am Tod eines Oberförsters und gerät zudem unter Mordverdacht, als ein Jude umgebracht wird, der ihn zuvor wegen einer Geldschuld öffentlich bloßgestellt hatte. Zentraler Ort des Geschehens ist ein Waldstück nahe einer so genannten Judenbuche, im Hintergrund entfaltet sich ein scharfer Kontrast zwischen Mensch und Natur. Bei einer Kutschfahrt durch die uralte Kulturlandschaft des Lengeltals mit ihrem Wechselspiel von Wiesen, Buchenwäldern und historischen Mühlen liest die Marburger Schauspielerin Lisa-Marie Gerl aus dem historischen Bestseller vor. Der Erzählung lag eine wahre Begebenheit aus dem Fürstbistum Paderborn zugrunde.

Weltliteratur an authentischen Orten: Kutschfahrt, Abfahrt im Hof des Landhauses Bärenmühle.
Lesung: Lisa-Marie Gerl

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Annette von Droste-Hülshoff & Lisa-Marie Gerl

„Lass ruhn den Stein – er trifft dein eig’nes Haupt“

Die Novelle „Die Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff gilt als Klassiker der deutschen Literatur. Sie handelt zwar von Mord und Totschlag, doch versteht die Autorin ihr Werk nicht als Kriminalgeschichte, sondern als „ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen“. In einem Dorf, das „inmitten tiefer und stolzer Waldeinsamkeit“ liegt, wächst der junge Friedrich Mergel heran, dessen Vater, ein notorischer Säufer, eines Nachts im Wald erfriert. Auch der Sohn kommt auf die schiefe Bahn. Er wird mitschuldig am Tod eines Oberförsters und gerät zudem unter Mordverdacht, als ein Jude umgebracht wird, der ihn zuvor wegen einer Geldschuld öffentlich bloßgestellt hatte. Zentraler Ort des Geschehens ist ein Waldstück nahe einer so genannten Judenbuche, im Hintergrund entfaltet sich ein scharfer Kontrast zwischen Mensch und Natur. Bei einer Kutschfahrt durch die uralte Kulturlandschaft des Lengeltals mit ihrem Wechselspiel von Wiesen, Buchenwäldern und historischen Mühlen liest die Marburger Schauspielerin Lisa-Marie Gerl aus dem historischen Bestseller vor. Der Erzählung lag eine wahre Begebenheit aus dem Fürstbistum Paderborn zugrunde.

Weltliteratur an authentischen Orten: Kutschfahrt, Abfahrt im Hof des Landhauses Bärenmühle.
Lesung: Lisa-Marie Gerl

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Jochen Bittner

„Zur Sache, Deutschland“ – Ein Apell zum inneren Frieden

Das politische Klima in Deutschland ist vergiftet. Seit dem Krisenjahr 2015 haben die Kontroversen zwischen Anhängern unterschiedlicher Gesellschaftsentwürfe sich zugespitzt, erstmals seit Jahrzehnten scheint das Land wieder gespalten. Die Debatten werden immer lauter, die Bereitschaft zum Zuhören schwindet, und immer häufiger begegnen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und sozialer Stellung einander misstrauisch und aggressiv. Politiker und Medien stehen unter Generalverdacht. „Damit dürfen wir uns nicht abfinden“, sagt Jochen Bittner. Der welterfahrene, aus Frankenberg (Eder) gebürtige Redakteur der „Zeit“ benennt in seinem neuen Buch „Zur Sache, Deutschland“ sieben Themenkreise, die aktuell die deutsche Wählerschaft entzweien: Migration, Integration, Islam, Feminismus, Heimat, Leitkultur und Journalismus. In seiner Anti-Streitschrift analysiert der Autor diese Problemstellungen und arbeitet einen möglichen Konsens heraus: „Wenn es uns gelingt, die toxischen Themen zu entgiften, findet auch das Land wieder zum inneren Frieden.“

Lesung und Gespräch, Moderation: Klaus Brill

Eintrittskarten bestellen

Hubertus Meyer-Burckhardt

„Was ich von starken Frauen gelernt habe“

Was macht eigentlich ein Filmproduzent? Dirigiert er die Schauspieler, feuert er die Regisseure oder charmiert er die Scriptgirls? Hubertus Meyer-Burckhardt kann solche Fragen beantworten, denn er ist in Deutschland einer der vielseitigsten Vertreter dieses Gewerbes. Zudem hatte der bekennende Nordhesse als Medienmanager eine Reihe beeindruckender Führungspositionen inne. Ein breites Publikum kennt ihn ferner als Gastgeber der NDR Talk Show, er fragt und frotzelt dort auf seine Weise schon im 18. Jahr. Der gebürtige Kasseler liebt es auch zu schreiben, seit 2011 hat er drei Romane publiziert. Mit seinem ersten Sachbuch „Frauengeschichten – Was ich von starken Frauen gelernt habe“ demonstriert er, dass er eine spezifische Art des homme à femmes ist, ein „Frauentyp“, dem schon als Kind in Kassel „eine großartige, facettenreiche Mutter und eine sehr resolute und zugleich humorvolle Großmutter“ den Weg ins Leben wiesen. Seine „Frauengeschichten“ sind das Konzentrat einer auf NDR Info ausgestrahlten Sendereihe, in der er bekannte und weniger bekannte Frauen interviewte, darunter Schauspielerinnen, Journalistinnen und Sängerinnen, aber auch eine Pfarrerin oder eine Verlegerin. Im Wechsel von Gespräch und Lesung erzählt der Produzent, Autor, Moderator und Mann aus seinem Leben und von „seinen“ Frauen.

Lese-Dinner, Lesung und Gespräch mit dem Autor, dazu wird ein Vier-Gang-Menü serviert. Moderation: Christiane Kohl

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Montag
29. April 2019

Vicki Baum & Michael Quast

„Menschen im Hotel“

Das Buch war ein Welterfolg und gilt bis heute als ein Klassiker der Weltliteratur. Kaum war es 1929 erschienen, da kaufte ein Studio in Hollywood den Stoff an und machte daraus den ersten großen Kinofilm mit Starbesetzung. Greta Garbo, Joan Crawford und John Barrymore spielten die tragenden Rollen, 1932 wurde das Werk mit einem Oscar gekrönt. Die Autorin Vicki Baum avancierte zum ersten Popstar der deutschen Literatur. Der Buch- und Filmtitel „Menschen im Hotel“ wurde zum Begriff für ein neues Lebensgefühl, das sich aus der täglichen Hetzjagd in den überschäumenden Metropolen und dem Erlebnis der Einsamkeit und Entfremdung speiste. Das fiktive Berliner Grand Hotel, in dem eine alternde russische Primaballerina, ein adliger Einbrecher, ein pleitebedrohter Fabrikant mit Sekretärin und sein lebensgieriger Buchhalter aufeinander treffen, war das perfekte Gehäuse für eine verlorene Schar von Individuen, deren Lebenswege sich hier in einem zwischen Sensationshunger und Sentimentalität changierenden Fluidum kreuzten. Hundert Jahre nach der Gründung der Weimarer Republik ist der Roman „Menschen im Hotel“ deshalb der ideale Türöffner für einen Rückblick auf die verrückten, goldenen Zwanzigerjahre, die der Machtergreifung Adolf Hitlers vorausgingen. Er ist übrigens auch das bekannteste von vielen Beispielen dafür, wie stark die Sphäre des Hotels die Literaten schon immer inspiriert hat. Der Frankfurter Schauspieler und Theaterdirektor Michael Quast liest Ausschnitte aus dem Buch. Dazu präsentiert Sternekoch Erik Arnecke mit dem Team des Restaurants „Philipp Soldan“ ein erlesenes Menu, das einer Speisekarte des Hotels Adlon aus dem Jahr 1907 entnommen ist...

Weltliteratur an authentischen Orten - Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant Philipp Soldan

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Ahmad Mansour

„Klartext zum Islam und zur Integration“

Gibt es einen modernen, liberalen und aufgeklärten Islam? Und lässt der sich mit der deutschen Demokratie vereinbaren? Ahmad Mansour bejaht diese Fragen. Zusammen mit anderen Prominenten aus dem islamischen Kulturkreis – darunter dem Grünen Cem Özdemir, dem CDU-Mann Ali Ertan Toprak oder der Frauenrechtlerin Necla Kelek – hat er die „Initiative säkularer Islam“ gegründet und tritt dafür ein, Staat und Religion strikt zu trennen. Also beispielsweise keine Kopftücher oder Kippas für Lehrer und keine Kreuze in den Schulen zu erlauben. Der Psychologe, der als Araber in Israel geboren wurde und seit 2004 in Berlin lebt, kritisiert die konservativen islamischen Verbände in Deutschland und lehnt Sonderrechte für Muslime ab. Die Bundesregierung macht seiner Meinung nach viele Fehler im Umgang mit dieser Problematik. Der 42-Jährige stellt sich aber auch gegen „die Panikmacher“ aus der rechten Ecke, die in jedem Zuwanderer eine Gefahr sehen. Und ebenso gegen „die Übertoleranten, die Migranten pauschal als Kuscheltiere betrachten“ und sich anbiedern. Damit setzt Mansour sich zwischen alle Stühle: Islamisten drohen ihm, die AfD beschimpft ihn, deutsche Linke attackieren ihn als verkappten Nazi. In seinem neuen Buch „Klartext Integration“ macht Ahmad Mansour konkrete Vorschläge, wie die überhitzte Diskussion beruhigt und die Integration gefördert werden könnte.

Lesung und Gespräch, Moderation: Jochen Bittner

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Dienstag
30. April 2019

Vicki Baum & Michael Quast

„Menschen im Hotel“

Das Buch war ein Welterfolg und gilt bis heute als ein Klassiker der Weltliteratur. Kaum war es 1929 erschienen, da kaufte ein Studio in Hollywood den Stoff an und machte daraus den ersten großen Kinofilm mit Starbesetzung. Greta Garbo, Joan Crawford und John Barrymore spielten die tragenden Rollen, 1932 wurde das Werk mit einem Oscar gekrönt. Die Autorin Vicki Baum avancierte zum ersten Popstar der deutschen Literatur. Der Buch- und Filmtitel „Menschen im Hotel“ wurde zum Begriff für ein neues Lebensgefühl, das sich aus der täglichen Hetzjagd in den überschäumenden Metropolen und dem Erlebnis der Einsamkeit und Entfremdung speiste. Das fiktive Berliner Grand Hotel, in dem eine alternde russische Primaballerina, ein adliger Einbrecher, ein pleitebedrohter Fabrikant mit Sekretärin und sein lebensgieriger Buchhalter aufeinander treffen, war das perfekte Gehäuse für eine verlorene Schar von Individuen, deren Lebenswege sich hier in einem zwischen Sensationshunger und Sentimentalität changierenden Fluidum kreuzten. Hundert Jahre nach der Gründung der Weimarer Republik ist der Roman „Menschen im Hotel“ deshalb der ideale Türöffner für einen Rückblick auf die verrückten, goldenen Zwanzigerjahre, die der Machtergreifung Adolf Hitlers vorausgingen. Er ist übrigens auch das bekannteste von vielen Beispielen dafür, wie stark die Sphäre des Hotels die Literaten schon immer inspiriert hat. Der Frankfurter Schauspieler und Theaterdirektor Michael Quast liest Ausschnitte aus dem Buch. Dazu präsentiert Sternekoch Erik Arnecke mit dem Team des Restaurants „Philipp Soldan“ ein erlesenes Menu, das einer Speisekarte des Hotels Adlon aus dem Jahr 1907 entnommen ist...

Weltliteratur an authentischen Orten - Lesung & Flying Dinner im Gourmet-Restaurant Philipp Soldan

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Barbara Honigmann

Ein Mann namens Georg

Als Tochter einen Roman über den eigenen Vater zu schreiben, ist nicht einfach. Besonders, wenn es um eine solch schillernde Figur wie Georg Honigmann geht. Er war Deutscher, Jude, Emigrant und Kommunist. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das eine gefährliche Mischung. „Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude“ – so fasste er eine immer wiederkehrende Erfahrung zusammen. Georg Honigmann war 1903 in Wiesbaden geboren, studierte unter anderem in Breslau und Prag und arbeitete danach als Journalist in Frankfurt am Main und Berlin, bevor er 1933 nach London emigrierte. Nach dem Zusammenbruch des Nazi-Reiches ließ er sich als überzeugter Kommunist in der DDR nieder und starb 1984 in Weimar. Seine Tochter Barbara erzählt lakonisch und witzig, auch traurig, stets aber mitreißend von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Sippe und den Welterfahrungen und Amouren dieses außergewöhnlichen Mannes, der Licht- und Schattenseiten hatte und immer nur „mit 30-jährigen Frauen verheiratet war“, egal wie alt er selbst wurde… „So souverän und liebevoll“, urteilte die Neue Zürcher Zeitung, „muss man die Freiheiten des biografischen Schreibens erst einmal auszureizen wissen.“

Lese-Dinner mit 4-Gang-Menü; Moderation: Anne-Dore Krohn

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Mittwoch
01. Mai 2019

11:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Paul Maar & Consorten

„Schiefe Märchen und schräge Geschichten“

Das Sams ist ein seltsames Wesen. Mit seinen roten Bürstenhaaren, den Froschfüßen und der Rüsselnase wirkt es einerseits wie ein Monsterchen, zumal es auch Stuhlbeine frisst. Es ist auch frech und ungezogen. Andererseits kann das Sams gut reimen, es schreibt Lieder, es kann Wünsche erfüllen, und der schüchterne Herr Taschenbier gewinnt es nach und nach richtig lieb. Wo das Sams auftritt, ist stets mit Überraschungen zu rechnen. Die witzige Figur ist eine Erfindung von Paul Maar. Seine bisher neun Bücher über das Sams haben ihn zu einem der populärsten Kinderbuchautoren in Deutschland gemacht. Mit seinem hintergründigen Humor hat sich Paul Maar vor einiger Zeit auch die Märchen der Brüder Grimm vorgeknöpft, und auf einmal staunt man, wie aus dem gestiefelten Kater ein gestiefelter Skater wird und was drei der sieben Zwerge nach einem Glas Rotwein über ihr Schneewittchen erzählen… „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“ hat Paul Maar dieses Buch genannt und zusammen mit den Musikern Konrad Haas und Wolfgang Stute das Schiefe-Märchen-Trio gebildet. Es präsentiert mit Schwung und Spielfreude das neue Erzeugnis aus der Werkstatt des großen Autors, der natürlich auch ein bisschen vom Sams erzählt.

Sonderpreis für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren: nur 8,90 €

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Fontane, Fontane

Ein literarischer Spaziergang mit Anne-Dore Krohn & Denis Scheck

Theodor Fontane gehört wie Gustave Flaubert, Charles Dickens oder Lew Tolstoj zu den großen europäischen Romanciers des 19. Jahrhunderts. Im deutschen Sprachraum wird er auch in einem Atemzug mit Gottfried Keller oder Adalbert Stifter als Meister des „poetischen Realismus“ gefeiert. Generationen von Lesern haben bei der Lektüre seiner Gesellschaftsromane ihre Vorstellung vom preußischen Ständestaat und seinen Zwängen insbesondere für die Frauen geformt. Am 30. Dezember 2019 jährt sich die Geburt dieses Jahrhundertautors zum 200. Mal, daher ist 2019 ein Fontane-Jahr. Aus diesem Anlass präsentieren die Literatur-Kritiker Denis Scheck und Anne-Dore Krohn eine Fontane-Revue, die dessen Menschenkenntnis, seine dezente psychologische Raffinesse und seine meisterliche Ausbildung der Charaktere „bis in die letzte Hirnwindung“ zur Geltung bringen wird. Doch auch der Dichter berühmter Balladen, der langjährige Journalist und der Reiseschriftsteller kommen zu Wort – nicht zuletzt auch der Ehemann, der seiner Frau Emilie zahllose Briefe geschrieben und zahllose Unbequemlichkeiten zugemutet hat. „Wir stellen das vor aus männlich-weiblicher Sicht“, sagt Denis Scheck. „Vor allem wollen wir Lust machen, den Kontinent Fontane selbst zu erkunden.“

Weltliteratur an authentischen Orten - Lesung und Zwiegespräch.

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Miki Sakamoto

„Eintauchen in den Wald“ – Inspirationen aus Japan

Shinrinyoku – dieser japanische Ausdruck wird im Deutschen gerne mit „Waldbaden“ übersetzt. Miki Sakamoto spricht lieber vom „Eintauchen in den Wald“. Denn es geht ja nicht um die Berührung mit Wasser, sondern um die Begegnung mit klarer, würziger Luft und mit dem heilenden Aroma all der Pflanzen, die im Wald versammelt sind. Es geht darum, „den Wald zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen, zu erahnen“, schreibt Miki Sakamoto. Die japanische Kulturanthropologin und Literatin, die seit 1974 in Bayern lebt, hat das 1982 von einem japanischen Forstwissenschaftler erstmals propagierte „Waldbaden“ selbst jahrelang praktiziert und ist überzeugt: „Shinrinyoku ist eine Präventivmedizin.“ Eintauchen in den Wald stärkt das Immunsystem, kräftigt die Herztätigkeit, senkt den Blutdruck und baut das Cholesterin im Blut ab, wie japanische Forscher herausfanden. Außerdem hat es heilsame Wirkung auf die Psyche, auf Gedanken und Gefühle. Beim Vortrag in der Bärenmühle nimmt die Autorin die Gäste mit auf eine Exkursion in den nahen Wald. Zur Entspannung, ganz so wie Goethe es in einem berühmten Gedicht formuliert hat: „Ich ging im Walde so für mich hin…“

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Michael Quast

„Tanz auf dem Vulkan“ oder Die verrückten 20er Jahre

Deutschland 1919 – das war ein Balanceakt zwischen Hoffnung und Hölle. Noch waren die Traumata des Ersten Weltkriegs nicht verarbeitet, noch dröhnten die Schranzen des untergegangenen Kaiserreichs. Aber aus allen Ritzen drang schon das Verlangen, das Leben wieder zu genießen. In Berlin und anderen Metropolen wurden Tanzbars, Nachtlokale und Cabarets eröffnet. Dichter und Maler revoltierten gegen alle Bürgerlichkeit und kämpften um revolutionäre neue Ausdrucksformen. Das politische Klima war vergiftet und erhitzt. Die Gründung der Weimarer Republik und der Versailler Vertrag leiteten jene kurze, schrille Epoche ein, die der Machtergreifung Adolf Hitlers im Jahre 1933 vorausging. Die Wirtschaft taumelte hin und her zwischen Inflation, Boom und Krise. Im Nachhinein erscheinen die goldenen, verrückten 20er Jahre wie ein Tanz auf dem Vulkan. Und doch brachten sie eine ungeheure Fülle an- und aufregender Ideen und Werke hervor, die uns bis heute faszinieren. Der Frankfurter Theatermacher Michael Quast, der in den vergangenen Jahren beim „Literarischen Frühling“ mit großen Solos über die Dadaisten, den Reformator Luther und das Sterben der Insekten brillierte, lässt diesmal mit frivolen Songs, Gedichten und Prosatexten von Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht und weiteren Autoren die „Roaring Twenties“ wieder aufleben. Er wird am Klavier von der Pianistin Erika Le Roux aus Wiesbaden begleitet.

Weltliteratur an authentischen Orten - Große Bühnenshow

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Donnerstag
02. Mai 2019

Josef H. Reichholf

„Mein Leben für die Natur“ – Erfahrungen eines großen Forschers

Er liebt die Natur, er ist ein leidenschaftlicher Forscher – und ein großer Erzähler. Schon als Jugendlicher streifte Josef Reichholf in seiner niederbayerischen Heimat durch die Auwälder am Unteren Inn bei Bad Füssing, beobachtete Pflanzen und Tiere, zählte Vögel und führte darüber penibel Buch. Später reiste der promovierte Zoologe und Biologe durch die halbe Welt. Aber immer wieder richtete er seinen scharfen Blick auch darauf, wie es der Natur in deutschen Dörfern und Städten und in den Auwäldern am Inn erging. In zahlreichen populären Büchern legte er seine oft überraschenden Erkenntnisse dar. Etwa, dass die Artenvielfalt in den Metropolen inzwischen viel größer ist als auf dem ausgeräumten Land, wo Überdüngung, Insektengifte und Flurbereinigungen eine fatale Wirkung zeigen. Dabei spart der renommierte Wissenschaftler, der Jahrzehnte lang an den beiden Münchner Unis lehrte, nicht mit Kritik; auch der offizielle Naturschutz, wenn er sich allzu ideologisch gebärdet, ist davor nicht gefeit. „Reichholf ist ein Ketzer, der die grünen Dogmen einer Prüfung unterzieht, der sie nicht immer standhalten“, schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Präsentation und Gespräch, Moderation: Jürgen Neffe

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Saša Stanišić

„Herkunft“ – Wo man zufällig geboren wird

Als Saša Stanišić im Sommer 1992 als 14-Jähriger mit seinen Eltern vor dem Bosnien-Krieg nach Heidelberg floh, da konnte er kein Wort Deutsch. Er lernte es aber „rasend schnell“, wie sein Lehrer Werner Nikisch sich erinnert; schon nach einem halben Jahr gab ihm der Junge sein erstes Gedicht zu lesen – in Deutsch. Die furiose Zielstrebigkeit und Gewitztheit, die darin zum Ausdruck kam, katapultierte den talentierten Eleven binnen eines guten Jahrzehnts auf die große Bühne des literarischen Betriebs. Schon sein Debütroman „Wie der Soldat das Grammophon repariert“, 2006 veröffentlicht, wurde in 30 Sprachen übersetzt. Heute gehört Saša Stanišić wie Nino Haratischwili oder Ilija Trojanow zu jener wichtigen Gruppe von Autoren, die zwar nicht in Deutschland geboren wurden, aber hier in deutscher Sprache „die besten Bücher der deutschen Gegenwartsliteratur“ schreiben, wie der „Spiegel“ urteilte. In seinen Werken spielt die eigene Biographie oft eine tragende Rolle, so auch im neuesten Band „Herkunft“. Es ist „ein Buch über den ersten Zufall unserer Biographie: irgendwo geboren werden“, schreibt Saša Stanišić. „Ein Buch über meine Heimaten, in der Erinnerung und der Erfindung.“ Und ein Buch über viele Sommer: den Sommer, „als mein Großvater meiner Großmutter beim Tanzen derart auf den Fuß trat, dass ich beinahe nie geboren worden wäre.“ Und über den Sommer, „in dem Angela Merkel die Grenzen öffnen ließ und der dem Sommer ähnlich war, als ich über viele Grenzen nach Deutschland floh.“

Lesung und Gespräch, Moderation: Denis Scheck

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Freitag
03. Mai 2019

Marjana Gaponenko

„Der Dorfgescheite“ – Aus der Welt der Klöster

Ernest Herz ist Bibliothekar und trägt eine geheimnisvolle Augenklappe. Das professionelle Bemühen um Einordnung und Übersicht hat er so sehr verinnerlicht, dass er auch die zahllosen Herzensdamen, die er auf seinem Lebensweg umgarnt, in einem Zettelkatalog vermerkt. Eines Tages übernimmt der Historiker die Leitung einer Klosterbibliothek und sieht sich bald veranlasst, zu erforschen, warum sein Vorgänger, ein Pater, auf eine kuriose Weise Selbstmord begangen hat. Wie in Umberto Ecos berühmtem Roman „Der Name der Rose“ wird auch im neuen Werk Marjana Gaponenkos ein altes Kloster zum Schauplatz abgründiger Offenbarungen. Die junge Autorin, die aus der Ukraine stammt und heute in Deutschland und Österreich lebt, legt wieder einmal „eine überbordende und dennoch sorgsam kalkulierte Fabulierlust“ an den Tag, wie der Berliner „Tagesspiegel“ befand. Das Blatt lobte außerdem ihren „schrägen, süffisanten Witz und ihren genauen Blick für haarsträubende Details“.

Lesung und Gespräch, Moderation: Bettina Musall

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Martin Walker

Das Kochbuch aus dem Schlaraffenland

Das Périgord ist eine Landschaft im Südwesten Frankreichs, nicht weit von Bordeaux entfernt und nahezu deckungsgleich mit dem Département Dordogne. Die Region ist reich gesegnet mit grünen Tälern, hübschen Städten und stolzen Schlössern, vor allem aber mit Trüffeln, Enten, Wein und allem Sonstigen, was einen Gourmet entzücken kann. Für Martin Walker ist das Périgord schlicht „mein Schlaraffenland“. Der lebensfrohe Schotte, der lange als politischer Journalist in London, Moskau und Washington tätig war, besitzt in der Region mit seiner Frau seit fast 20 Jahren ein altes Bauernhaus. Durch die Begegnung mit Nachbarn, Freunden und sonstigen Périgourdins ließ er sich dort zu einer Serie von bisher elf Kriminalromanen anregen, die in 15 Sprachen übersetzt und internationale Bestseller wurden. Sie kreisen alle um Monsieur Bruno, den Chef de police eines Städtchens namens St. Denis. Martin Walker schildert darin in kräftigen Farben die Freuden des Landlebens in der France profonde, dem tiefen Inneren Frankreichs. Monsieur Bruno ist nicht nur ein sehr humaner Ordnungshüter, sondern auch ein Frauenschwarm und exzellenter Koch. Die prächtigen Gerichte, die der Chef de police mal seinen Damen, mal seinen Freunden auftischt, hat Martin Walker gemeinsam mit seiner Frau Julia Watson, einer Food-Journalistin, in einem Kochbuch versammelt, das prompt mehrere Preise gewann. Küchenchef Timo Schröder vom Hotel Die Sonne Frankenberg und sein Team komponieren aus einigen Rezepten ein Menu; Martin Walker, der gut Deutsch spricht, erzählt dazu Geschichten aus dem Schlaraffenland.

Lese-Dinner, Lesung und Gespräch in Deutsch, dazu wird ein Vier-Gang-Menü serviert. Moderation: Klaus Brill

Die Veranstaltung ist ausverkauft.

Samstag
04. Mai 2019

14:00 Uhr | Hotel Schloss Waldeck

Martin Walker

„Menu Surprise“ – der neue Krimi um Bruno, Chef de police

Was der Kleinstadtpolizist Bruno an Abenteuern erlebt, hat sein Schöpfer Martin Walker nach eigenen Worten „frei erfunden“. Aber viele Figuren weisen doch gewisse Ähnlichkeiten mit Menschen auf, die der Autor an seinem Wohnort Le Bugue im Périgord kennen gelernt hat. Der Serienheld Bruno etwa hat im Dorfpolizisten Pierre Simonet ein Vorbild, auch wenn der im Unterschied zu Bruno kein umschwärmter Junggeselle ist. Walker versteht es zudem meisterhaft, seine Handlungen in kulturelle, historische und politische Hintergründe einzubetten, die im Périgord zu finden sind. Deshalb sind seine Krimis nicht nur unterhaltsam und amüsant, sondern auch sehr informativ. Mal spielt der Widerstand im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen oder der Algerien-Krieg hinein, mal treten junge Schläger des Front National auf, mal Archäologen, Winzer oder Teilnehmer einer Oldtimer-Rallye. Der druckfrische elfte Krimi der Reihe mit dem Titel „Menu surprise“ spielt in einer Kochschule, die eine „verrückte Engländerin“ eingerichtet hat. Der Kenner und Hobbykoch Bruno soll Feriengästen lokale Geheimrezepte vorführen, doch eine prominente Kursteilnehmerin fehlt: die junge Frau eines britischen Geheimdienstoffiziers. Bruno spürt sie auf - in einem vermeintlichen Liebesnest, das bald zum Schauplatz eines Doppelmordes wird…

Lesung und Gespräch in Deutsch, Moderation: Wolfgang Herles. Die in Deutsch gelesenen Passagen aus dem Roman werden von der Schauspielerin Lisa-Marie Gerl vorgetragen.

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Willi Winkler

„Das braune Netz“ – Die Nazis in der Nachkriegszeit

„Glücklich ist, wer vergisst“ – mit diesem launigen Halbsatz aus einer Wiener Operette leitet Willi Winkler sein Buch über das „braune Netz“ ein, das nach dem Zweiten Weltkrieg in der jungen Bundesrepublik geknüpft wurde. Die Frage nach der Schuld der Deutschen an den Verbrechen der NS-Zeit wurde in der Adenauer-Zeit verdrängt, frühere Mitglieder der NSDAP rückten in alle Institutionen ein, oft an führender Stelle. „Nazis saßen im Bundestag, in den Länderparlamenten, in sämtlichen Behörden und Ministerien, in der Polizei, in der Justiz, sie saßen in der Regierung, und sie saßen zu Gericht“, schreibt der Autor. „Die frühe Bundesrepublik war ein einziger Skandal.“ Auf der Basis langjähriger Recherchen schildert er, wie nach 1945 die Demokratie von ihren Feinden mit aufgebaut wurde, weil der ökonomische Wiederaufstieg „auf das Personal von gestern angewiesen“ war. Zum 70. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik legt einer der profiliertesten Feuilletonisten des Landes eine schonungslose Betrachtung ihrer Frühgeschichte vor.

Lesung und Gespräch, Moderation: Christiane Kohl

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Christian Berkel

„Der Apfelbaum“ – Eine dramatische Liebes- und Familiengeschichte

Er hat lange davor zurückgescheut. Dann aber fasste der bekannte Schauspieler Christian Berkel den mutigen Entschluss, die zuhause unerzählte, dramatisch bewegte Geschichte seiner Familie zu erforschen und aufzuschreiben. Immer wieder interviewte er seine Mutter und reiste nach Ascona, Lodz, Madrid und Paris, um auch andere Zeitzeugen zu befragen und Archive zu besuchen. Das Ergebnis ist sein Roman „Der Apfelbaum“, den kein Geringerer als Daniel Kehlmann als „das lebensgesättigte, große Epos über deutsche Geschichte“ betrachtet. Christian Berkel sei kein schreibender Schauspieler, erklärte er. „Er ist Schriftsteller durch und durch. Und was für einer.“ 1932 lernte Berkels Mutter Sala, damals 13 Jahre alt und in einem intellektuellen jüdischen Milieu aufgewachsen, seinen späteren Vater Otto kennen, einen 17-jährigen Arbeiterjungen. Die NS-Zeit brachte das junge Liebespaar auseinander – sie emigrierte nach Paris und entging mit knapper Not dem KZ, er hingegen kam als Stabsarzt der Wehrmacht in russischer Kriegsgefangenschaft dem Tod nahe. Auf vielen Umwegen fanden die Beiden 1955 wieder zu einander. Geboten wird „eine dramatische Liebes- und Familiengeschichte, hervorragend erzählt“, wie die FAZ urteilte.

Lesung und Gespräch; Moderation: Bettina Musall

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Sonntag
05. Mai 2019

Josef Joffe

„Der gute Deutsche“ – und andere Phänomene der Weltpolitik

„Was macht die Welt?“ Unter diesem Titel gibt Josef Joffe jeden Samstag im Berliner Tagesspiegel Antworten auf vier Fragen und beleuchtet dabei in kross gebackenen Aperçus das Auf und Ab der internationalen Politik. Auch seine wöchentlichen Kolumnen in der ZEIT sind Pflicht-Lektüre für all jene, die ihr Urteil über Trump, Macron, Xi Ping oder Putin auf fundierte historische und außenpolitische Analysen stützen möchten und nicht auf oberflächliche Schwarz-Weiß-Malerei. Auch über die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat der prominente Kommentator und Herausgeber der ZEIT eine differenzierte Meinung, und zwar eine überraschend positive. Er sieht sie neben Konrad Adenauer, Willy Brandt und Richard von Weizsäcker als Leitfigur eines liberalen, demokratischen, krisenfesten und stabilen Gemeinwesens: „Dieses Deutschland ist das beste, das es je gab.“ Josef Joffe, der als Dozent für internationale Politik an den US-Elite-Unis Harvard und Stanford lehrte, ordnet die deutsche Gegenwart in die deutsche Geschichte und ins internationale Geschehen ein.

Lesung und Gespräch; Moderation: Wolfgang Herles

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Karen Duve

„Fräulein Nettes kurzer Sommer“

Für den „Spiegel“ war Karen Duves Buch über das Liebesdrama der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff 2018 „der historische Roman des Jahres“. Der Autorin sei „eine Momentaufnahme von großer Tiefe“ gelungen, ein Werk “voller Ironie, mit großer Anschaulichkeit erzählt“. Die Süddeutsche Zeitung stimmte zu: Karen Duve habe das Kunststück vollbracht, „ein hinreißend kurzweiliges Bild vom nur scheinbar betulichen Biedermeier zu zeichnen“. Viel Lorbeer also für 600 „fabelhafte Seiten“ („Spiegel“). Auf ihnen wird einfühlsam und elegant der tragische Sommer des Jahres 1820 geschildert, in dem die 23-jährige Annette von Droste-Hülshoff ihr Glück zu machen hoffte. Die Freifrau aus dem Münsterland, im Alltag Nette genannt, war zu Gast bei Verwandten auf Schloss Bökerhof bei Höxter in Westfalen. Dort knüpfte sie zarte Bande zu einem Studenten (bürgerlich), ein anderer Jüngling (adlig) trat als Konkurrent auf – es kam zu Verwicklungen und Intrigen, die im Dickicht der strengen Auffassungen von Standes- und Konfessionsunterschieden eine Katastrophe herbeiführten. Am Ende stand Annette als femme fatale da, ein Schatten blieb über ihrem weiteren Leben hängen. Diesen Stoff aus dem wirklichen Leben hat Karen Duve, gestützt auf eine Unzahl von Forschungsberichten und Dokumenten,, zu einem fesselnden Roman verarbeitet. Es tritt darin auch ein gewisser Wilhelm Grimm auf, den einmal zarte Bande mit Annettes älterer Schwester Jenny von Droste-Hülshoff verbunden hatten …

Lesung und Gespräch. Moderation: Willi Winkler

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