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Das Festival der Feste

Ab 9. April trifft sich die deutsche Kultur-Prominenz bei einem der ungewöhnlichsten Literaturfestivals der Republik in Nordhessen

Es gibt einiges zu feiern: Fünf Jahre Literarischer Frühling, 100 Jahre Dadaismus und ein 1000 Jahre altes Dorf

Endspurt zum Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm: Am 9. April 2016 wird das große Literatur-Festival in Nordhessen in einem alten Kuhstall im Dorf Ellershausen eröffnet. „Die Vorbereitungen für die mehr als 30 Veranstaltungen laufen auf Hochtouren, der Kartenvorverkauf ist in vollem Gang“, berichtet die Schriftstellerin und Hoteldirektorin Christiane Kohl vom Organisatorenteam des Festivals: „Wir erwarten an die 3000 Besucher“.

Zwar seien einige Veranstaltungen schon ausgebucht, berichtet Kohl, „doch für viele Veranstaltungen gibt es noch Karten“. Mit drei Jubileen ist das Festival in diesem Jahr besonders attraktiv. „Das wird ein Festival der Feste“, sagt Kohl, die nahe des Dorfes Ellershausen das „Landhaus Bärenmühle“ betreibt: „Wir feiern fünf Jahre Literarischer Frühling, 100 Jahre Dadaismus und 1000 Jahre Ellershausen“.

Wie ein roter Faden ziehen sich Themen der dadaistischen Welt- und Kunstauffassung durchs Programm des Festivals. „Dada ist heute aktueller denn je“, so Kohl, „das war der Urknall der Moderne, da haben mitten im Ersten Weltkrieg junge Leute gesagt: So geht’s nicht weiter! Heute stehen wir im Grunde wieder vor ähnlichen Fragen“.

Im Frühjahr 1916 hatte eine Handvoll junger Leute im Züricher Cabaret Voltaire mit viel Klamauk und schrägen Gedichten die neue Bewegung ins Leben gerufen – dabei war auch der in Frankenau geborene Richard Hülsenbeck, der später ein bekannter Psychiater in New York wurde. Frei nach dem Motto „Und Dada kam aus Frankenau“ wird der Frankfurter Aktions- und Theaterkünstler Michael Quast am Montagabend, dem 11. April, in einer One-Man-Show in Metzen Altem Kuhstall in Ellershausen die Dadaisten wieder aufleben lassen. Einige Stunden zuvor am 11. April wird der Literaturwissenschaftler Hermann Korte in einem Vortrag in der Bärenmühle die Entstehung und Entwicklung des Dadaismus erläutern. „Die beiden Veranstaltungen, für die es noch Karten gibt, sind auch als Paket zu verstehen“, berichtet Kohl: „Danach weiß man alles über den Dadaismus“.

Auch Axel Hacke, mit dem das Festival am 9. April eröffnet wird, hat dadaistische Texte imProgramm. Schließlich wird sich auch der Philosoph Peter Sloterdijk mit dem Dadaismus befassen, den er in einem seiner Bücher als „die Sprengung der alteuropäischen Sinnsysteme durch die Nullpunktgeste“ bezeichnet hat. Sloterdijk diskutiert am 17. April nachmittags in Schloss Waldeck über diese und andere Fragen mit dem Zeit-Redakteur Jochen Bittner. Es gibt noch Karten für die Veranstaltung.

Auch für andere Veranstaltungen des einwöchigen Literaturfestivals, das unter der Schirmherrschaft des Schauspielers Mario Adorf und des Schriftstellers Friedrich Christian Delius steht, sind noch Karten zu haben. So wird die Schauspielerin Martina Gedeck am 16. April in der Wandelhalle in Bad Wildungen aus dem mit ihr verfilmten Buch „Die Wand“ vorlesen. Der Kulturhistoriker Ulrich Raulff stellt am 17. April in Bad Wildungen sein Buch „Das Jahrhundert der Pferde vor“ und berichtet am 16. April im Landhaus Bärenmühle aus dem Inneren des berühmten Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar, das er leitet. Die Orientalistin Claudia Ott entführt ihre Zuschauer in die Welt von 1001 Nacht und der Lyriker Joachim Sartorius trägt politische Gedichte vor. Karten gibt es auch noch für die Veranstaltungen mit Nora Bossong in Schloss Waldeck, Thea Dorn und Denis Scheck in der Frankenberger Rathausschirn, Katerina Poladjan mit ihrem Buch „Vielleicht Marseille“ im Landhaus Bärenmühle und Friedrich Christian Delius, der sein neuestes Buch „Die Liebesgeschichtenerzählerin“ nach Bad Wildungen mitbringt. Karten gibt es noch für die Veranstaltung mit HR2-Chef Hans Sarkowicz über den Malerbruder Ludwig Emil Grimm im Hotel Die Sonne Frankenberg am 14. April. Und auch bei dem Lese-Dinner mit dem bekannten Literatur-Kritik Denis Scheck und seinem Buch „Solons Vermächtnis“ am 15. April auf Schloss Waldeck sind noch Plätze frei.

Schirmherr Mario Adorf, der 2015 eine fulminante Show gegeben hatte, wird in diesem Jahr die Festrede bei der Eröffnung des Festivals im ehemaligen Ellershäuser Kuhstall halten: Fünf Jahre Literarischer Frühling.

2012 war das Festival aus Anlass des 200. Jahrestages der Herausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm gegründet worden. Seither wird es jedes Jahr von drei Hotels der Region veranstaltet: Dem Hotel die Sonne Frankenberg mit Gastgeberin Susan Lorenz, Hotel Schloss Waldeck am Edersee mit Geschäftsführer Andreas Engelhoven und dem Landhaus Bärenmühle in Ellershausen mit Geschäftsführerin Christiane Kohl. Ideelle, materielle und finanzielle Unterstützung erhalten die drei Hoteliers dabei von rund 20 überwiegend mittelständischen Firmen aus der Region, sodass das Festival als eines der wenigen in Deutschland fast ganz ohne staatliche Zuschüsse auskommt.

„Der Literarische Frühling ist inzwischen ein Geheimtipp für Kulturgourmets aus ganz Deutschland“, sagt Christiane Kohl, die früher als Redakteurin für den Spiegel und die Süddeutsche Zeitung tätig war und selbst mehrere Bücher über die NS-Zeit geschrieben hat. „Auch die Autoren kommen gern zu uns“, berichtet Kohl: „Sie treffen hier auf ein Fluidum diskreter Nähe und erhöhter Aufmerksamkeit.“ Und so war es gelungen, in diesem Jahr auch den bekannten Zeit-Chefredakteur und TV-Moderator Giovanni di Lorenzo für das Festival zu gewinnen. Diese Veranstaltung, am 10. April, ist allerdings schon ausgebucht.

Anfragen, Rückfragen und Presseauskünfte:
Landhaus Bärenmühle GmbH, Christiane Kohl, Klaus Brill, Tel. 06455-759040 info@baerenmuehle.de

29.03.2016