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„Literarischer Frühling“ setzt ein Zeichen für das Kulturleben

Star-Autor Wolfgang Büscher liest am 4. September im Residenzschloss Bad Arolsen – als Auftakt für das große Literatur-Festival, das im November stattfinden soll

Der „Literarische Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ zeigt Flagge: Nach der Verschiebung des nordhessischen Literatur-Festivals wegen der Corona-Krise soll in der nächsten Woche die erste der vom Frühjahr auf den Herbst verlegten Veranstaltungen stattfinden. Im Residenzschloss von Bad Arolsen stellt am Freitag, dem 4. September, der bekannte Journalist und Schriftsteller Wolfgang Büscher sein neuestes Buch „Heimkehr“ vor. Es handelt von einer existentiellen Selbsterfahrung: Mehr als ein halbes Jahr lang lebte der Autor allein, ohne Strom und Wasser, im Wald, in einer Jagdhütte im Waldecker Land. Unter anderem erlebte er dabei den Fortgang des Waldsterbens.

Die bereits verkauften Karten behalten ihre Gültigkeit. Allerdings gibt es eine wichtige Änderung im Verfahren. Aufgrund der Regelungen zum Schutz vor Corona findet die Veranstaltung zwei Mal hinter einander statt: die erste Hälfte des Publikums wird am 4. September um 17:00 Uhr in den Steinernen Saal des Residenzschlosses eingelassen, die zweite Hälfte um 19:00 Uhr. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass bei den Sitzplätzen jeweils genügend Abstand gewahrt werden kann. Wegen der Aufteilung der Plätze werden die Inhaber der Eintrittskarten in den nächsten Tagen angeschrieben, soweit ihre Adressdaten den Veranstaltern bekannt sind.

Wer bisher noch nicht von den Veranstaltern kontaktiert wurde, möge sich bitte melden unter kontakt@literarischer-fruehling.de oder unter der Telefonnummer 06455 - 759040.

Bei dieser Gelegenheit wird auch die Aufteilung auf die beiden Veranstaltungen vorgenommen. Die Veranstaltung ist ausgebucht. Zusätzliche Tickets sind nur dann an der Abendkasse verfügbar, wenn Karten zurückgegeben wurden.

„Das ist zwar alles ein wenig kompliziert, aber wir wollen auf jeden Fall die Veranstaltung stattfinden lassen und damit ein Zeichen setzen“, erklärte dazu am Dienstag die Leiterin des Festivals, die Journalistin und Schriftstellerin Christiane Kohl. „Die Beschäftigung mit Kunst, Musik und Literatur ist für viele Menschen ein wichtiges Element ihrer seelischen Gesundheit, deshalb darf sich die Kultur vor der Pandemie nicht geschlagen geben“, sagte Kohl weiter. „Selbstverständlich achten wir strengstens darauf, dass alle Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Die Gesundheit von Zuschauern, Gästen und Akteuren hat höchste Priorität.“ Entsprechend würden natürlich auch nur Besucher eingelassen, die einen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten.

Christiane Kohl bildet als Inhaberin des Romantik-Hotels Landhaus Bärenmühle in Ellershausen gemeinsam mit Gerhard Pohl vom Hotel Die Sonne Frankenberg und Andreas Engelhoven vom Hotel Schloss Waldeck das Team der Veranstalter, das in diesem Jahr zum neunten Mal den „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ organisiert. Dabei werden die Hoteliers von mehr als 20 Firmen und Institutionen aus der Region Waldeck-Frankenberg unterstützt. Das Festival, das in diesem Jahr unter dem Motto „Heimat 4.0“ steht, sollte ursprünglich vom 27.März bis zum 5. April stattfinden, wurde aber wegen der Corona-Krise auf die Zeit vom 6. bis 15. November verschoben.

Die Veranstaltung mit Wolfgang Büscher war zunächst als Zugabe für den 24. April geplant. „Nun wird daraus ein Präludium“, wie Christiane Kohl erklärte. Die Festival-Leiterin wies darauf hin, dass für die weiteren Planungen im November natürlich nach wie vor eine gewisse Unsicherheit bestehe. „Wir müssen wie alle anderen Veranstalter auch auf Sicht navigieren und hoffen inständig, dass uns durch das besonnene Verhalten der Menschen wenigstens allmählich eine Rückkehr zu einer Art Normalität möglich wird. Aber in die Zukunft kann keiner schauen, auch nicht in die nahe Zukunft.“

Das Buch „Heimkehr“ von Wolfgang Büscher, das gerade erst erschienen ist, wird vom Rowohlt Verlag in Hamburg als „eine Reise ins Allerinnerste“ angekündigt. Der Autor, der zu den bekanntesten Journalisten in Deutschland zählt und derzeit die Reportage-Redaktion der Zeitung „WELT“ leitet, verwebt darin seine intensiven Erfahrungen während des Aufenthaltes in einer Jagdhütte der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont mit persönlichen Erinnerungen an seine Jugend in dem nahegelegenen Dorf Breuna bei Volkmarsen und mit kulturhistorischen Hintergrundbetrachtungen über die Region. Durch den Tod seiner Mutter sowie durch das fortschreitende Waldsterben erhielt die Erzählung eine unerwartet dramatische Note.
Wolfgang Büscher war zuvor durch andere Bücher bekannt geworden, in denen er sich ebenfalls existentiellen Erfahrungen ausgesetzt hatte. So wanderte er im Jahr 2001 von Berlin nach Moskau, später durch die USA und an den Grenzen Deutschlands entlang. Außerdem berichtete er über einen mehrmonatigen Aufenthalt in Jerusalem. Nach dem Buch „Berlin-Moskau“, das ein Bestseller wurde, schrieb das Magazin „Der Spiegel“, Büschers Reiseerfahrungen gehörten „zum Besten, was in den letzten Jahren in deutscher Sprache erschienen ist“. In der Neuen Zürcher Zeitung war zu lesen: „Wie Büscher Geschichten zutage fördert, ist packend und zeugt von großer Erzählkraft.“ Der Autor hat auch mehrere renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter den Ludwig-Börne-Preis und den Kurt-Tucholsky-Preis.

24.08.2020