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Rainer von Hessen

Rainer von Hessen (* 1939, Kronberg/Taunus) wuchs nach dem Krieg in Salem auf und absolvierte eine Ausbildung zum Regieassistenten bei den renommierten Theaterdirektoren Rudolf Sellner (Staatstheater Darmstadt) und August Everding (Kammerspiele München). Unter dem Intendanten Ulrich Brecht, der mit Regie-Experimenten und Happenings Aufsehen erregte, wirkte er danach als Regisseur in Ulm und Kassel. Aus einer Inszenierung der „Lysistrata“ von Aristophanes entstand dort eine enge Zusammenarbeit mit der französisch-schweizerischen Künstlerin Niki de Saint-Phalle. Ihr gemeinsames Stück „Ich“ über „eine total ausgepflippte Frau, die sich an den Männern rächt“, wurde 1968 bei der Documenta aufgeführt. Später empfand er es als Verpflichtung, das Verhalten seiner Familie in der NS-Zeit kritisch aufzuarbeiten, und wurde Historiker. Sein 2016 publiziertes Buch über die Landgrafen von Hessen („Die Hessens“) behandelte auch diese Thematik. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt auch die Mitwirkung an dem Buch „Die Battenbergs – eine europäische Familie“, das unlängst im Verlag Waldemar Kramer in Wiesbaden erschienen ist.

Rainer von Hessen
Foto: Julia Worringer
Foto: Julia Worringer