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Autoren & Darsteller & Moderatoren

Vicki Baum

Vicki Baum (*1888 Wien, + 1960 Hollywood) wurde nach schwieriger Kindheit in einer bürgerlichen jüdischen Familie zunächst die erste Harfenistin eines Wiener Symphonieorchesters, ehe sie sich in Darmstadt, Kiel, Hannover und Mannheim musikalisch betätigte. 1916 heiratete sie nach einer gescheiterten kurzen Ehe mit einem Journalisten den Dirigenten Richard Lert. Damals hatte sie schon erste Schreibversuche unternommen, ab 1926 arbeitete sie als Redakteurin beim Ullstein-Verlag. 1928 machte der Roman „Stud. chem. Helene Willfüer“ sie schlagartig bekannt. Im Geist der „Neuen Sachlichkeit“ waren ihre spannungsreich dargebotenen Erzählungen und Romane, gesättigt mit aktuellen Alltagserfahrungen, viel gefragt, auch im Ausland. Der Bestseller „Menschen im Hotel“ wurde in mehr als 20 Sprachen übersetzt und brachte ihr eine Einladung nach Hollywood ein, nachdem das aus dem Roman destillierte Theaterstück auch am Broadway in New York aufgeführt worden war. 1932 siedelte sie mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen nach Los Angeles über, zumal die Nazis sie als „jüdische Asphaltliteratin“ schmähten. Dabei hatte sie erklärt: „Ich bin nicht religiös, also betrachte ich mich nicht als Jüdin – noch bin ich jemals als solche angesehen worden.“ Die Resonanz auf ihre schriftstellerische Tätigkeit war nicht einhellig positiv, manche Kritiker warfen ihr gerade auch mit Blick auf „Menschen im Hotel“ vor, diese Kolportage sei dem Kitsch und dem Klischee zu nahe gekommen. Vicki Baum quittierte dies mit Ironie: „Ich bin eine erstklassige Schriftstellerin zweiter Güte.“

Christian Berkel

Christian Berkel (*1957 Berlin-West) ist einer der bekanntesten deutschen Schauspieler. Mit 14 Jahren zog er von Berlin nach Paris und nahm dort, angestachelt durch die Arbeit des Pantomimen Marcel Marceau, Schauspielunterricht bei berühmten Künstlern wie Jean-Louis Barrault und Pierre Bertin. Danach absolvierte er die Deutsche Film- und Fernsehakademie in Berlin. Schon mit 19 Jahren wirkte der junge Künstler in einem Film Ingmar Bermans mit, mit 21 spielte er an der Seite von Curd Jürgens in einem „Tatort“. Danach gehörte er jahrelang zu den Ensembles bekannter Theater, so des Bochumer Schauspielhauses, des Residenztheaters München, des Berliner Schillertheaters und des Wiener Burgtheaters. Außerdem trat Christian Berkel in einer großen Zahl bekannter und erfolgreicher Filme auf, so in der Komödie „Rossini“ oder dem NS-Drama „Der Untergang“, das für den Oscar nominiert wurde. An der Seite Jodie Fosters stellte er in der Hollywood-Produktion „Flightplan“ den Direktor eines Leichenschauhauses dar, und gemeinsam mit Tom Cruise agierte er in dem Hollywood-Thriller „Operation Walküre“ über das gescheiterte Stauffenberg-Attentat auf Hitler. Auch in Quentin Tarantinos Film „Inglourious Bastards“ spielte er mit. Große Bekanntheit erlangte der vielfach ausgezeichnete Schauspieler, der mit seiner ebenfalls bekannten Kollegin Andrea Sawatzki verheiratet ist und zwei Söhne hat, auch durch seine Auftritte in zahlreichen TV-Krimis. Unter anderem spielt er seit 2006 die Hauptrolle in der ZDF-Serie „Der Kriminalist“. Christian Berkel hat auch zahlreiche Hörbücher gesprochen und engagiert sich gesellschaftlich, unter anderem gegen Kinderarmut und gegen Rechtsextremismus.

Christian Berkel
© Gerald von Foris
© Gerald von Foris

F. C. Delius

Friedrich Christian Delius (*1943, Rom) wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Wehrda bei Bad Hersfeld sowie in Korbach/Nordhessen auf, wo er 1963 an der Alten Landessschule das Abitur ablegte. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Lektor im Wagenbach Verlag und später in dem von ihm mit gegründeten Rotbuch Verlag. Seit 1978 ist er ausschließlich als Schriftsteller tätig und wurde als kluger und kritischer Begleiter der bundesdeutschen Gegenwart bekannt. Zu den wichtigsten Romanen des Autors gehören „Adenauerplatz“ (1984), „Die Birnen von Ribbeck“ (1991), „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ (1994) und „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995). Einige seiner Romane haben nordhessische Regionen zum Schauplatz, etwa „Mein Jahr als Mörder“(2004) sowie „Die Frau, für die ich den Computer erfand“ (2009), die Lebensgeschichte Konrad Zuses. Delius wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt, darunter dem Georg-Büchner-Preis (2011) und dem Joseph-Breitbach-Preis (2007). Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie der Akademie der Künste Berlin und lebt in Berlin.

Friedrich Christian Delius
© A. Bachinger
© A. Bachinger

Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff (* 1797 Burg Hülshoff bei Münster, + 1848 Meersburg) ist eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen; ihr Porträt prangte früher auf dem 20-Mark-Schein. Als Tochter einer katholischen westfälischen Adelsfamilie war sie in die Traditionen ihres Standes eingezwängt und eckte immer wieder an mit dem Bemühen, sich als eigenständige Frau zur Geltung zu bringen. Außerdem war sie durch ihre Kränklichkeit und extreme Kurzsichtigkeit gehemmt. Schon früh stand die junge Frau in brieflichem Kontakt mit Intellektuellen ihrer Zeit, darunter den Brüdern Grimm. Gegen Widerstände trat sie als Schriftstellerin hervor, vor allem die Novelle „Die Judenbuche“ machte sie bekannt. Sie verfasste aber auch Balladen und geistliche Gedichte, außerdem versuchte sie sich als Komponistin und Musikerin. 1841 siedelte Annette von Droste-Hülshoff auf Schloss Meersburg am Bodensee über, wo ihre ältere Schwester Jenny sich verheiratet hatte. Dort ist sie auch begraben.

Karen Duve

Karen Duve (* 1961, Hamburg) wuchs in Hamburg auf und ließ sich nach dem Abitur auf Wunsch ihrer Eltern zunächst zur Steuerinspektorin ausbilden. Diese Laufbahn missfiel ihr aber, lieber arbeitete deshalb 13 Jahre als Taxifahrerin, später auch als Korrektorin für eine Zeitschrift. Seit 1996 ist sie freie Schriftstellerin, seit 2009 lebt sie auf dem Land in Brandenburg. Erste Erzählungen veröffentlichte Karen Duve seit 1991, 1999 folgte ihr „Regenroman“. Unter den weiteren Werken fiel der Roman „Taxi“ auf, der ihre eigenen Erfahrungen verarbeitete und bald verfilmt wurde. „Anständig essen“ (2011) ist das Protokoll eines Selbstversuchs mit vegetarischen, veganen, frutuarischen und anderen Speisen. Die Autorin hat auch mehrere Kinderbücher verfasst und unter dem Titel „Grrrimm“ fünf bekannte Märchen der nordhessischen Brüder umgearbeitet. Sie wurde für ihr Schaffen vielfach ausgezeichnet, so erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis, den Friedrich-Hebbel-Preis und den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor.

Karen Duve
© Thomas Müller
© Thomas Müller

Marjana Gaponenko

Marjana Michailowna Gaponenko (*1981 Odessa) wuchs als Tochter einer Russin und eines Georgiers in der ukrainischen Hafenstadt Odessa auf und studierte dort Germanistik. Seit ihrem 16. Lebensjahr schreibt sie in deutscher Sprache, mit 19 Jahren kam sie nach Deutschland und lebte zunächst in der Nähe von Münster, dann in Mainz. Im Jahr 2000 debütierte sie mit dem Gedichtband „Wie tränenlose Ritter“, 2010 erschien ihr erster Roman „Annuschka Blume“. Das Werk „Wer ist Martha?“ (2012) handelt von einem 96-jährigen Ornithologen, der in einem Wiener Nobelhotel auf den Tod wartet. Einige ihrer Gedichte wurden in sechs Sprachen übersetzt. Außerdem erhielt die junge Autorin eine Reihe von Auszeichnungen, darunter den Adelbert-von-Chamisso-Preis und den österreichischen Literaturpreis Alpha. Marjana Gaponenko, die je drei Jahre auch in Krakau und Dublin verbrachte, lebt heute in Wien.

Gaponenko Marjana
© Ekko von Schwichow
© Ekko von Schwichow

Lisa-Marie Gerl

Lisa-Marie Gerl (* 1988, St. Pölten, Niederösterreich) hatte schon früh den Wunsch, Schauspielerin zu werden. Nach dem Abitur und einem einjährigen Aufenthalt als Entwicklungshelferin in Ghana absolvierte sie eine Ausbildung an der Schauspielschule in Mainz. 2012 wurde sie am Mainzer Stadttheater engagiert und gastierte bald auch in Hannover. Von 2015 bis 2018 war sie festes Mitglied im Ensemble des Hessischen Landestheaters in Marburg. Dort übernahm sie auch die Leitung des Theaterlabors und präsentierte erste Regiearbeiten. Mit ihrem Herzensprojekt „Effi Briest“ von Theodor Fontane unter der Regie ihres Mannes Nico Gerl feierte sie einen großen Erfolg. Inzwischen ist sie wieder als freie Schauspielerin unterwegs, beim „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ 2018 hatte sie bereits mit großem Erfolg die Schulkinder der Grundschulen mit szenischen Lesungen begeistert.

Lisa-Marie Gerl

Konrad Haas

Konrad Haas (*1954, Riedlingen, Allgäu) konnte ohne Abitur nach einer Begabtenprüfung in Trossingen und Paris Querflöte und Gitarre studieren und war danach einige Jahre mit seiner Rockband „Steinwolke“ in Deutschland und im europäischen Ausland unterwegs. Zwei Jahre arbeitete er für die ARD-Serie „Lindenstraße“, außerdem schrieb er die Musik für eine Reihe von Filmen, Balletten und Musicals. Seit 1991 betätigte er sich auch als Theaterkomponist und wirkte unter anderem als musikalischer Leiter beim E.-T.-A.-Hoffmann-Theater in Bamberg. Mit dem Sänger und Schauspieler Bernd Tauber gründete er das Duo „Die Hausmeister“, das zahlreiche Tourneen absolvierte und auch im Fernsehen auftrat. Als musikalischer Direktor leitete er über 50 Bühnenproduktionen, außerdem schreibt er Texte und tritt live auf mit Querflöte, Saxophon und Keyboard. Für das Schiefe-Märchen-Trio mit Paul Maar und Wolfgang Stute hat er etliche der vorgetragenen Gedichte vertont.

Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).
Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).
Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).

Elke Heidenreich

Elke Heidenreich (* 1943, Korbach) wuchs in Essen auf und betrachtet sich als „Arbeiterkind aus dem Ruhrgebiet“. Ihr Vater war Kfz-Mechaniker und betrieb eine Tankstelle, die Mutter arbeitete als Näherin. Nach deren Trennung kam sie mit 15 Jahren als Pflegekind in eine evangelische Pfarrersfamilie und zog mit ihr nach Bonn. Dort machte sie Abitur und studierte danach Germanistik, Theatergeschichte und Religionswissenschaft. 1965 heiratete sie den Schriftsteller Gerd Heidenreich und legte ihren Familiennamen Riegert ab, die Ehe dauerte aber nur kurz. Seit 1970 betätigte sich Elke Heidenreich als freie Publizistin, verfasste Hör- und Fernsehspiele, Radiofeatures, satirische und literaturkritische Texte und moderierte zahlreiche Sendungen, vor allem beim Südwestfunk und beim WDR. Einen Gipfel erreichte ihre Popularität mit der ZDF-Sendung „Lesen!“, die sie von 2003 bis 2008 moderierte. Das Engagement wurde vom ZDF-Intendanten beendet, nachdem Elke Heidenreich sich in einer Kontroverse um Marcel Reich-Ranicki sehr kritisch über das Qualitätsniveau der öffentlich-rechtlichen Sender geäußert hatte. Inzwischen moderiert sie eine Literatursendung im Schweizer Fernsehen, außerdem schrieb sie eine Reihe sehr erfolgreicher Bücher. Ihr Erzählband über den Kater „Nero Corleone“, den sie an zwei Nachmittagen entwarf, wurde in 23 Sprachen übersetzt. Elke Heidenreich hat außerdem zahlreiche Kolumnen für die Zeitschrift „Brigitte“ sowie Libretti für Kinderopern verfasst, die an der Kölner Kinderoper aufgeführt wurden. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldene Kamera, den Medienpreis für Sprachkultur und den Internationalen Literaturpreis Corine.

Elke Heidenreich
© Leonie v. Kleist
© Leonie v. Kleist

Barbara Honigmann

Barbara Honigmann (*1949, Berlin-Ost) wurde als Kind deutsch-jüdischer Emigranten, die sich in London kennen gelernt hatten, in der DDR geboren. Ihre Mutter Alice stammte aus Wien und war in erster Ehe mit dem britischen Spion Kim Philby verheiratet gewesen, ihr Vater Georg ging später eine Ehe mit der DDR-Sängerin Gisela May ein. Barbara Honigmann studierte zu DDR-Zeiten an der Humboldt-Universität Theaterwissenschaft und arbeitete danach als Dramaturgin und Regisseurin in Berlin und Brandenburg. Seit 1975 ist sie freie Schriftstellerin. Nach der Geburt ihres ersten Sohnes setzte sie sich verstärkt mit ihrer jüdischen Identität auseinander. 1984 verließ sie mit ihrem Mann und ihren Kindern die DDR und ließ sich in Straßburg nieder, wo sie bis heute lebt. Sie veröffentlichte eine Reihe von Romanen, Dramen, Hörspielen und Essays und wurde dafür vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Heinrich-von-Kleist-Preis, dem Max-Frisch-Preis und dem Jacob-Wassermann-Preis.

Barbara Honigmann
© Peter-Andreas Hassiepen
© Peter-Andreas Hassiepen

Josef Joffe

Josef Joffe (*1945, Łódż) ist einer der bekanntesten politischen Journalisten in Deutschland und Experte für internationale Politik. Er wuchs in West-Berlin auf und kam schon als Schüler in die USA, wo er dann auch studierte. An der John-Hopkins-Universität erlangte er den Master-Titel, in Harvard wurde er promoviert. Seine journalistische Laufbahn begann Joffe 1976 als politischer Redakteur bei der Wochenzeitung DIE ZEIT, wo er Ressortchef des Dossiers wurde. 15 Jahre leitete er danach das Ressort Außenpolitik der Süddeutschen Zeitung, ehe er im Jahr 2000 zur ZEIT zurückkehrte und dort neben Helmut Schmidt Herausgeber der angesehenen Wochenzeitung wurde. Diese Funktion hat er als Mitglied des Herausgeberrats bis heute inne, von 2001 bis 2004 war er daneben gemeinsam mit Michael Naumann auch Chefredakteur des Blattes. Josef Joffe schreibt auch regelmäßig in amerikanischen Blättern, etwa der New York Times und dem Wall Street Journal. Thematisch dominiert in seinen Veröffentlichungen die Entwicklung in den USA, in der Europäischen Union und im Nahen Osten. Neben seiner Lehrtätigkeit an US-Universitäten gehört er auch verschiedensten Kuratorien und Gremien an, so beim Aspen Institute, bei der Atlantik-Brücke, beim New Yorker Leo-Baeck-Institut oder bei der Ben-Gurion-Universität in Israel. Außerdem ist er unter anderem Mitglied der Münchner Sicherheitskonferenz und des International Institute for Strategic Studies in London.

Josef Joffe
© Vera Tammen
© Vera Tammen

Anne-Dore Krohn

Anne-Dore Krohn (*1977, Berlin) studierte in Florenz, London, Breslau und Berlin Publizistik und Literaturwissenschaften und besuchte die Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg. Sie arbeitete mehrere Jahre für den Reiseteil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, heute ist sie Literatur-Redakteurin beim Kulturradio des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB). Anne-Dore Krohn führte zahlreiche Interviews mit bekannten Schriftstellern und gehört unter anderem der Jury des Walter-Serner-Literaturpreises an. Regelmäßig moderiert sie auch Lesungen auf Festivals.

Anne-Dore Krohn
© Karo Krämer
© Karo Krämer

Paul Maar

Paul Maar (*1937 Schweinfurt) studierte nach dem Abitur an der Kunstakademie in Stuttgart und unterrichtete sechs Jahre als Kunsterzieher an Gymnasien in Crailsheim und Filderstadt. Außerdem arbeitete er als Bühnenbilder und Fotograf am Fränkischen Theater Schloss Maßbach bei Bad Kissingen, wo er erste Stücke für Kinder verfasste. Als er später selber Kinder hatte, begann er auch Kinderbücher zu schreiben, weil ihm die damals verfügbare Auswahl zu schlecht erschien. In seinen bekanntesten Werken über die von ihm erfundene Figur des Sams hat Paul Maar viele eigene Erfahrungen verarbeitet und viele literarische Anspielungen versteckt, etwa auf den Dichter E. T. A. Hoffmann, der wie Maar in Bamberg lebte. Der erfolgreiche Autor verfasste auch Drehbücher für Kindersendungen im Fernsehen und für Filme. Sein Film „Das Sams“ wurde mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet. Zu den zahllosen weiteren Auszeichnungen, die Paul Maar erhielt, gehören der Deutsche Jugendliteraturpreis, der Deutsche Bücherpreis, der Deutsche Vorlesepreis, der Österreichische Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur sowie der Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin. Im Jahr 2015 hatte der Autor auch die Brüder-Grimm-Professur der Universität Kassel inne.

Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).
Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).
Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).

Ahmad Mansour

Ahmad Mansour (* 1976, Tira bei Netanja) wuchs als Sohn arabischer Israelis in einer nicht praktizierenden muslimischen Familie auf und kam als Schüler in Kontakt mit dem fundamentalistischen Islam. Er löst sich davon wieder, studierte Psychologie in Tel Aviv und verließ 2004 das Land, nachdem er einen Anschlag miterlebt hatte. In Berlin setzte der junge Israeli sein Studium fort und arbeitete danach für verschiedene Einrichtungen und Initiativen in Berlin und Brüssel. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Probleme von Migranten islamischen Glaubens in Deutschland und deren Integration sowie Salafismus und Antisemitismus. Mansour leitete in den vergangenen Jahren zahlreiche Workshops, die zum Teil von deutschen Behörden unterstützt wurden, und besuchte auch salafistische Jugendliche im Gefängnis, um sie bei der Deradikalisierung zu unterstützen. Für sein Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg, den Moses-Mendelsohn-Preis des Berliner Senats, den Verdienstorden des Landes Berlin und mehrere Auszeichnungen jüdischer Institutionen in Deutschland. Der Autor, der schon 2015 mit dem Buch „Generation Allah“ Aufsehen erregte, ist mit einer Deutschen verheiratet und hat seit 2017 auch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Ahmad Mansour
© Heike Steinweg
© Heike Steinweg

Hubertus Meyer-Burckhardt

Hubertus Meyer-Burckhardt (*1956, Kassel) wuchs in Kassel auf und machte dort Abitur. Er studierte Geschichte und Philosophie in Berlin und Hamburg und wechselte dann an die Hochschule für Fernsehen und Film in München. Danach war er als Filmproduzent in vielen Positionen erfolgreich, so bei der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF) und der Akzente Film- und Fernsehproduktion in Hamburg. Nach einem Zwischenspiel als Creative Director bei der Agentur BBDO in Düsseldorf übernahm er 1999 die Leitung der Hamburger Gesellschaft Multimedia und wurde Vorstandsmitglied für Elektronische Medien bei der Axel Springer AG. In gleicher Funktion war Meyer-Burckhardt ab Juli 2004 für die ProSiebenSat1 Media AG tätig. Von 2006 bis 2013 leitete er die Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH in Hamburg, die für alle großen TV-Sender tätig ist. Zu den Werken, die der unermüdliche Ideensammler und Anreger produzierte, gehören der preisgekrönte Streifen „Mein letzter Film“ mit Hannelore Elsner und „Tödliches Vertrauen“ mit Barbara Rudnik und Otto Sander. Für den NDR-Fernsehfilm „Das Urteil“ mit Klaus Löwitsch erhielt er 1998 als erster deutscher Produzent eine Emmy-Nominierung, in Deutschland gab es dafür drei Adolf-Grimme-Preise. Seit langem ist der Allround-Manager auch selber regelmäßig auf dem Bildschirm zu sehen, und zwar als Gastgeber der NDR Talk Show. NDR Info bringt jeden ersten Sonntag im Monat „Meyer-Burckhardts Frauengeschichten“. Außerdem veröffentlichte er mehrere Romane und inszenierte 2015 auch am Ernst Deutsch Theater in Hamburg eine Komödie. Beim „Literarischen Frühling“ ist er von Anfang an dabei.

Hubertus Meyer-Burckhardt
© Gerald von Foris
© Gerald von Foris

Michael Quast

Michael Quast (*1959, Heidelberg) hat sich sein Publikum als vielseitiger Komödiant, Conférencier und Regisseur erobert. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart erhielt er Engagements am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, am Staatstheater Stuttgart, an den Hamburger Kammerspielen und an den Bühnen in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel. Einen Namen machte Quast sich mit kabarettistischen Solo-Programmen und gewitzten Adaptionen großer Stoffe für kleine Besetzung, etwa mit Goethes Faust und Mozarts Don Giovanni. Er ist im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs und bestreitet manche Vorstellung auch in Mundart. Für sein Schaffen erhielt der Künstler mehrere Auszeichnungen, so den Deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier, den Rheingau-Musikpreis und den Hessischen Verdienstorden. Mit seiner Familie lebt der „tollkühne Theaterdirektor“ (FAZ) in Frankfurt am Main, wo er auch die Fliegende Volksbühne Frankfurt Rhein-Main leitet. Beim „Literarischen Frühling“ begeisterte er das Publikum schon 2016 und 2017 mit großen Solos über Martin Luther und die Dadaisten.

Michael Quast

Josef H. Reichholf

Josef H. Reichholf (*1945, Aigen am Inn) studierte Biologie, Chemie, Geografie und Tropenmedizin an der Ludwig-Maximilian-Universität in München und promovierte über einen Wasserschmetterling, den er in den Kiesgruben seines niederbayerischen Heimatdorfes entdeckt hatte. Auf der Basis umfangreicher Vogelzählungen konnte er danach als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes ein Jahr lang durch Südamerika reisen, später unternahm er Feldstudien auch in afrikanischen Ländern sowie in Australien, Neuseeland und auf den Galapagos-Inseln. Von 1974 bis 2010 leitete er die Ornithologische Sektion der Zoologischen Staatssammlung in München, wo er unter anderem über 62.000 Vogelbälge wachte. Daneben hielt der Honorarprofessor 30 Jahre lang Vorlesungen an der Technischen Universität München, parallel dazu 20 Jahre auch an der Ludwig-Maximilian-Universität. Zusammen mit Bernhard Grzimek, Horst Stern und Hubert Weinzierl gründete er Anfang der 1970er Jahre in München die „Gruppe Ökologie“, eine Keimzelle des späteren Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). Außerdem gehörte er mehrere Jahre dem Präsidium der deutschen Sektion des World Wildlife Fund (WWF) an. 2007 zeichnete ihn die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa aus.

Josef H. Reichholf
© Miki Sakamoto-Reichholf
© Miki Sakamoto-Reichholf

Miki Sakamoto

Miki Sakamoto (*1950, Kagoshima /Japan) entstammt einer alten japanischen Adelsfamilie (Satsuma). Sie studierte in Tokio klassische japanische und chinesische Literatur, 1974 wechselte sie nach München und studierte Kulturanthropologie. Seit dieser Zeit lebt sie in Bayern und schreibt in deutscher Sprache. Miki Sakamoto veröffentlichte mehrere Gedichtbände und schilderte unter dem Titel „Die Kirschblütenreise“ (2011) am Beispiel ihrer Großmutter Nao, einer Samurai, den kulturellen Wandel in Japan im vorigen Jahrhundert. In dem Band „Münchner Freiheit“ (2007) warf sie „fernöstliche Blicke auf die Weltstadt mit Herz“. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem bekannten Naturforscher und Bestseller-Autor Josef H. Reichholf, befasste Miki Sakamoto sich schon in dem Buch „Waldzeiten“ mit dem grünen Kosmos vor unserer Tür.

Miki Sakamoto
© Josef H. Reichholf
© Josef H. Reichholf

Denis Scheck

Denis Scheck (*1964, Stuttgart) begeisterte sich schon als Jugendlicher so sehr für die Literatur, dass er mit 13 Jahren eine literarische Zeitschrift gründete. Später studierte er Zeitgeschichte, Politik und Literaturwissenschaft in Tübingen, Düsseldorf und Dallas/Texas, danach betätigte er sich als Übersetzer und literarischer Agent. Von 1997 bis 2016 war er Literatur-Redakteur beim Deutschlandfunk und leitete dort regelmäßig den „Büchermarkt“. Bekannt wurde er auch als Moderator der Fernsehsendung „druckfrisch“, die in monatlichen Abständen am Sonntagabend in der ARD ausgestrahlt wird. Für diese Auftritte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis. Denis Scheck, der außerdem im TV-Programm des Südwestrundfunks regelmäßig die Sendung „lesenswert“ moderiert, begleitet den „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ seit der Gründung 2012 jedes Jahr mit seinen geistvollen Beiträgen.

Denis Scheck

Saša Stanišić

Saša Stanišić (*1978, Višegrad) ist der Sohn einer Bosniakin und eines Serben, die nach dem Ausbruch des Bosnien-Krieges 1992 zu Verwandten nach Heidelberg flohen. Er besuchte dort das Gymnasium, nach dem Abitur studierte er zunächst in Heidelberg Deutsch und Slawistik, dann schrieb er sich am Deutschen Literatur-Institut in Leipzig ein. Schon mit seinen ersten Büchern erregte er Aufsehen und begeisterte die Kritiker. Nach dem Sensationserfolg des Debütromans „Wie der Soldat das Grammofon repariert“, der viele autobiographische Züge aufweist, errang er mit dem zweiten Roman „Vor dem Fest“ den Preis der Leipziger Buchmesse. Das Buch erzählt von einem Dorf in der Uckermark, das ein reales Vorbild hat, und ist nach dem Urteil des FAZ-Kritikers Andreas Platthaus „das genaueste Spiegelbild des deutschen Dorflebens, das die Gegenwartsliteratur zu bieten hat“. Saša Stanišić wurde für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt er neben dem Preis der Leipziger Buchmesse auch den Alfred-Döblin-Preis, den Literaturpreis der Stadt Bremen und den Adalbert-von-Chamisso-Preis. Der Autor lebt in Hamburg.

Saša Stanišić
© Katja Sämann
© Katja Sämann

Wolfgang Stute

Wolfgang Stute (*1951, Kamen) wuchs in Nordrhein-Westfalen auf und absolvierte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung als Versicherungskaufmann, dann als Hotelkaufmann. Er entschloss sich jedoch, lieber Musiker zu werden und studierte Gitarre bei Prof. Hans-Michael Koch in Hannover. Im Laufe seiner weiteren Karriere war er unter anderem musikalischer Leiter beim Theater der Jugend in Hannover und beim E. T. A.–Hoffmann-Theater in Bamberg. 1980 gründete er eine Flamenco-Band, ab 2003 arbeitete er mit Heinz Rudolf Kunze zusammen. Gemeinsam mit dem Kabarettisten Matthias Brodowy erhielt er 2013 den Deutschen Kleinkunstpreis des Mainzer Unterhauses. In seiner Heimatstadt Hannover ist er als Gitarrist, Komponist, Produzent und Perkussionist eine Institution. Für die Auftritte des Schiefe-Märchen-Trios mit Paul Maar und Konrad Haas hat Wolfgang Stute alle vorkommenden Instrumentaltitel komponiert.

Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).
Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).
Das Schiefe Märchen-Trio mit Paul Maar (Mitte), Konrad Haas (links) und Wolfgang Stute (rechts).

Martin Walker

Martin Walker (* 1947, Schottland) studierte in Oxford und Harvard Geschichte und internationale Beziehungen. Danach arbeitete er 25 Jahre für die britische Zeitung The Guardian, unter anderem war er Korrespondent in Moskau und Washington sowie Ressortleiter für Europa in London. Walker schrieb auch für US-Zeitungen wie die New York Times und die Washington Post, außerdem trat er bei BBC und CNN auf. Mehrere Jahre leitete er eine Denkfabrik in Washington und verfasste politische Sachbücher, etwa über den Kalten Krieg und die Perestroika in der Sowjetunion. Ein Zukunftsthriller befasste sich mit „Germany 2064“. Internationalen Ruhm aber erlangte der Journalist vor allem mit seinen Kriminalromanen um den Kleinstadt-Polzisten Bruno aus dem Périgord. Allein die deutschsprachige Auflage der Krimi-Serie beträgt über zwei Millionen. Aus ganz Europa reisen Leser ins Périgord, um auf Brunos Spuren dem französischen savoir-vivre näher zu kommen. Hotels, Restaurants und Weingüter verzeichnen steigende Nachfrage. Martin Walker wurde deshalb als Ehrenbotschafter des Périgord, als Chevalier du Foie Gras und als Grand Consul de la Vinée de Bergerac geehrt.

Martin Walker
Foto: Klaus Einwanger / © Diogenes Verlag
Foto: Klaus Einwanger / © Diogenes Verlag