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Autoren & Darsteller

Mario Adorf

Mario Adorf (*1930, Zürich) ist einer der bekanntesten, beliebtesten und vielseitigsten Theater- und Filmschauspieler Deutschlands und hat in mehr als 150 Kino- und Fernsehfilmen mitgewirkt. Zu den bekanntesten gehören „Nachts, wenn der Teufel kam“ (1957), „Schachnovelle“ (1960), „Die Blechtrommel“ (1978), „Kir Royal“ (1978), „Der große Bellheim“ (1993), „Rossini“ (1997) und „Der letzte Patriarch“ (2010). Seit vielen Jahren ist er auch ein erfolgreicher Autor. Seinem Debüt, dem Kurzgeschichtenband, „Der Mäusetöter“ (2003), folgten rasch weitere Bücher. In „Mit einer Nadel bloß“ (2005) erinnerte sich Mario Adorf an seine Kindheit und an die Lebensgeschichte seiner Mutter, die ihn alleine in Mayen in der Eifel aufzog. 2004 erschien seine Autobiographie „Himmel und Erde“. Mario Adorf erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, unter anderem den Bayerischen Filmpreis (2000) und den Deutschen Filmpreis in Gold (2004) für sein Lebenswerk. Seit der Begründung des „Literarischen Frühlings in der Heimat der Brüder Grimm“ ist er gemeinsam mit dem Schriftsteller Friedrich Christian Delius der Schirmherr der Veranstaltung.

Mario Adorf
© Melanie Grande, Köln.
© Melanie Grande, Köln.

Martin Baltscheit

Martin Baltscheit (* 1965, Düsseldorf) hat sich einen Namen als Schauspieler, Illustrator und Autor von Kinderbüchern gemacht. Er studierte Kommunikationsdesign an der Folkwang-Schule für Gestaltung in Essen und gehörte sechs Jahre zum Jungen Ensemble Düsseldorf. Danach zeichnete er Comics, illustrierte Kinderbücher und verfasste Hörspiele, Theaterstücke und Trickfilme, vorwiegend für Kinder und Jugendliche. Außerdem war er für den WDR als Moderator tätig. Die Liste der von ihm geschaffenen Bücher, Filme, Hörspiele, Hörbücher und Theaterstücke umfasst mehrere Dutzend Posten, und groß ist auch die Zahl der Auszeichnungen, die er erhalten hat. Darunter sind der Deutsche Jugendliteraturpreis, der Deutsche Jugendtheaterpreis, der Deutsche Kindertheaterpreis und der Deutsche Kurzfilmpreis. Martin Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.

Martin Baltscheit
© Stephanie Weiler
© Stephanie Weiler

Eva Gesine Baur & Lea Singer

Eva Gesine Baur (* 1960, München) hat Energie genug für ein literarisches Doppelleben. Als Sachbuch-Autorin verfasste sie anspruchsvolle Kulturführer über Salzburg, Wien und Venedig sowie Biographien berühmter Musiker wie Mozart und Chopin. Aber auch Charlotte Schiller, der Ehefrau des Dichters Friedrich Schiller, widmete sie eine ausführliche Lebensbeschreibung, die auf den Gatten kein gutes Licht warf. Außerdem beschäftigte die Münchner Schriftstellerin sich mit der Küche verschiedener Länder oder mit phantastischen Festen und schilderte den Lebensweg des Sternekochs Eckart Witzigmann, den sie als „Hamlet am Herd“ beschrieb. Hin und wieder reizt es die vielseitig interessierte Künstlerin aber auch, ihrer Phantasie die Zügel schießen zu lassen und die Stoffe, die ihr am Herzen liegen, in Romanform darzubieten. Dies tut sie unter dem Pseudonym Lea Singer. Von „virtuoser Erzählfreude“ und „sinnlicher Opulenz“ schwärmte ein Rezensent der FAZ, der ihr Werk „Die Zunge“ über den französischen Gastrosophen Alexandre Grimod de la Reynière gelesen hatte. Andere Romane befassten sich mit der Künstler-Gattin Constanze Mozart oder dem Pianisten Paul Wittgenstein. Die Basis für derlei kulturhistorische Expeditionen hatte die Autorin an der Universität gelegt: sie studierte Kunst- und Literaturgeschichte sowie Musikwissenschaft und Gesang und promovierte mit einer kunsthistorischen Studie. Eva Gesine Baur ist mit dem Psychiater Wilhelm Schmid-Bode verheiratet und lebt in München.

Eva Gesine Baur & Lea Singer
© Meinen
© Meinen

Friedrich Christian Delius

Friedrich Christian Delius (*1943, Rom) wuchs als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Wehrda bei Bad Hersfeld sowie in Korbach/Waldeck auf, wo er 1963 an der Alten Landessschule das Abitur machte. Nach dem Studium arbeitete Delius zunächst als Lektor im Wagenbach Verlag und später in dem von ihm mit gegründeten Rotbuch Verlag in Berlin. Seit 1978 ist er ausschließlich als Schriftsteller tätig und wurde als kluger Beobachter der bundesdeutschen Geschichte bekannt. Zu den wichtigsten Romanen von F.C. Delius gehören „Adenauerplatz“ (1984), „Die Birnen von Ribbeck“ (1991), „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ (1994) und „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus“ (1995). Einige seiner Romane haben nordhessische Regionen zum Schauplatz, etwa „Mein Jahr als Mörder“(2004) sowie „Die Frau, für die ich den Computer erfand“(2009), die Geschichte des Computererfinders Konrad Zuse. Delius wurde mit zahlreichen Literaturpreisen geehrt, darunter dem Georg-Büchner-Preis (2011) und dem Joseph- Breitbach-Preis (2007). Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Künste Berlin. Der Schriftsteller lebt in Berlin.

Friedrich Christian Delius
© A. Bachinger
© A. Bachinger

Christine Eichel

Christine Eichel (* 1959, Buer, Niedersachsen) studierte nach dem Abitur in Hamburg Philosophie, Literatur- und Musikwissenschaft und promovierte über den Philosophen Theodor W. Adorno. Danach war sie Lehrbeauftragte an der Uni Hamburg und schuf als Autorin und Regisseurin etliche Filme über verschiedene Schriftsteller und Musiker. Für NDR und SFB moderierte die Publizistin Funk- und Fernsehsendungen, zudem schrieb sie für „Die Woche“. Von 2004 bis 2010 leitete sie das Kulturressort der Zeitschrift „Cicero“, danach die gleiche Abteilung bei „Focus“. Zeitweise hatte sie auch eine Gastprofessur an der Universität der Künste in Berlin inne. Heute lebt Christine Eichel als freie Autorin und Moderatorin in Berlin. Zu ihren zahlreichen Buchveröffentlichungen zählen neben acht Romanen über aktuelle gesellschaftliche Themen auch diverse Sachbücher, so auch über das deutsche evangelische Pfarrhaus und „Deutschland, Lutherland“.

Christine Eichel
© Thomas Kierok
© Thomas Kierok

Barbara Frank

Barbara Frank (* 1950, Eisenach) war in der DDR zunächst Leiterin einer Kinderbibliothek in Leipzig, danach ließ sie sich an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zur Schauspielerin ausbilden und arbeitete an den Bühnen in Quedlinburg, Nordhausen und Magdeburg. An den Hochschulen in Rostock und Berlin wirkte sie als Schauspieldozentin. Seit 2003 ist Barbara Frank als freie Autorin tätig, für den RBB produzierte sie das Hörspiel „Liebe, ach zärtlich“. In Rerik bei Rostock schuf sie eine Theater-Trilogie über den dort spielenden Roman „Sansibar oder der letzte Grund“ von Alfred Andersch .

Barbara Frank

Peter Gauweiler

Peter Gauweiler (*1949, München), ist einer der prominentesten Konservativen in Deutschland und machte immer wieder mit eigenwilligen Stellungnahmen auf sich aufmerksam. Der promovierte Rechtsanwalt trat schon als Student 1968 der CSU bei und wurde von 1982 bis 1986 als Kreisverwaltungsreferent in München durch sein dezidiertes Auftreten in verschiedenen Konflikten bekannt. Danach avancierte er zum Staatssekretär für Inneres und zum Umweltminister in Bayern. Von 2002 bis 2015 gehörte er dem deutschen Bundestag an und fiel dort auf, weil er wiederholt von der politischen Linie der CDU/CSU-Fraktion abwich und sie kritisierte. So lehnte er den US-Krieg im Irak und den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan ab. 2014 äußerste er Verständnis für die russische Invasion auf der ukrainischen Halbinsel Krim und kritisierte die westlichen Sanktionen gegen die Regierung in Moskau. Scharf griff er auch die Politik der Bundesregierung und der Europäischen Zentralbank zur Rettung Griechenlands und des Euro an und ging dagegen mit Verfassungsklagen vor. Im Streit über diese Fragen legte er 2015 sein Bundestagsmandat und sein Amt als stellvertretender Vorsitzender der CSU nieder.

Peter Gauweiler

Frank Günther

Frank Günther (* 1947, Freiburg i. Br.) wuchs in Wiesbaden auf und studierte nach dem Abitur Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaft in Mainz und Bochum. Danach arbeitete er als Regieassistent und Regisseur an den Theatern in Bochum, Heidelberg, Bielefeld, Basel und Wiesbaden. Schon damals begann er, dramatische Werke zu übersetzen. Vor über 40 Jahren nahm er sich erstmals Shakespeare vor – und übertrug seither fast alle 37 Dramen des englischen Theater-Titanen in ein modernes, lebendiges Deutsch. Experten lobten diese Leistung, die kein anderer bisher vorzuweisen hat, wegen der literarischen Qualität der Übersetzung als herausragend. Immer wieder wurde Frank Günther für seine Arbeit ausgezeichnet, so 2001 mit dem Christoph-Martin-Wieland-Preis, benannt nach dem ersten deutschen Shakespeare-Übersetzer. 2006 erhielt er den Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis und 2011 den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Frank Günther hat auch zwei Bücher über Shakespeare herausgegeben: „Unser Shakespeare“ und die Zitaten-Sammlung „Shakespeares Wortschätze“. Der Autor lebt im oberschwäbischen Rot an der Rot, nicht weit von Wielands Geburtsort Biberach entfernt.

Frank Günther
© Vogel
© Vogel

Anna Katharina Hahn

Anna Katharina Hahn (* 1970, Ruit auf den Fildern) legte 1990 in Stuttgart ihr Abitur ab und studierte danach Anglistik, Germanistik und Volkskunde an der Universität Hamburg. Von 1996 bis 2001 arbeitete sie im Deutschen Bibel-Archiv sowie in der Handschriftenabteilung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg und veröffentlichte wissenschaftliche Aufsätze über spätmittelalterliche Historien-Bibeln. Gleichzeitig verfasste sie literarische Texte für Zeitschriften und Anthologien sowie zwei Bände mit Erzählungen. Außerdem erschienen seit 2009 drei Romane im angesehenen Suhrkamp-Verlag. Mehrfach wurde ihr literarisches Talent mit Auszeichnungen gewürdigt, so etwa mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem Roswitha-Preis und dem Wolfgang-Koeppen-Preis. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

© Jürgen Bauer

Rainer von Hessen

Rainer von Hessen (* 1939, Kronberg/Taunus) wuchs nach dem Krieg in Salem auf und absolvierte ab 1960 eine Ausbildung zum Regieassistenten bei den renommierten Theaterdirektoren Rudolf Sellner (Staatstheater Darmstadt) und August Everding (Kammerspiele München). Unter dem Intendanten Ulrich Brecht, der mit Regie-Experimenten und Happenings Aufsehen erregte und beispielsweise das Publikum in die Aufführungen einbezog, wirkte er danach als Regisseur in Ulm und Kassel. Aus einer Inszenierung der „Lysistrata“ von Aristophanes entstand dort eine enge Zusammenarbeit mit der französisch-schweizerischen Künstlerin Niki de Saint-Phalle, deren Ruhm auf einer Reihe überdimensionaler, knallbunter Frauenfiguren gründete. Ihr gemeinsames Stück „Ich“ über „eine total ausgepflippte Frau, die sich an den Männern rächt“, wurde 1968 bei der Documenta aufgeführt. Gemeinsam schufen Niki de Saint-Phalle und Rainer von Hessen auch in Plan-de-la-Tour in der Provence das Ensemble „Le Rève de l’Oiseau“ (Der Traum des Vogels), das aus einer Reihe monumentaler und bewohnbarer Großskulpturen besteht.

Rainer von Hessen
Foto: Julia Worringer
Foto: Julia Worringer

Wladimir Kaminer

Wladimir Wiktorowitsch Kaminer (*1967, Moskau) wuchs als Sohn einer Lehrerin und eines
Betriebsmanagers in Moskau auf. Nach dem Wehrdienst, den er in einer Raketenstellung ableistete, begann er eine Ausbildung zum Toningenieur und studierte Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Nebenher veranstaltete er Parties und Untergrundkonzerte in der Moskauer Rockszene. 1990 siedelte der Spross einer jüdischen Familie nach Berlin über und erlebte dort die deutsche Wiedervereinigung, seither lebt er am Prenzlauer Berg, direkt am Mauerpark. 1995 lernte Kaminer in Berlin seine Frau Olga kennen, über deren kaukasische Heimat und Familie er einen Film gedreht hat. Die eigene Verwandtschaft mit allen Seitenzweigen, Haustiere eingeschlossen, ist für den lebensfrohen Entertainer ein unerschöpflicher Quell vergnüglicher Geschichten über die russische Lebensart. Dabei schreibt er auf Deutsch – bisher 28 Bücher, von denen viele auch in andere Sprachen übersetzt wurden. Die Gesamtauflage ist auf mehr als drei Millionen gestiegen, hinzu kommen über 30 CD’s. Betrachtet man zudem Kaminers Veranstaltungskalender, so wird klar, dass für politische Betätigung, über den einen oder anderen saftigen Kommentar hinaus, keine Zeit bleibt. Aber seine Ankündigung von 2006, er wolle für das Amt des Berliner Regierenden Bürgermeisters kandidieren, war vielleicht ja gar nicht ernst gemeint – wie so vieles, was der deutsche Lieblingsrusse sagt.

Wladimir Kaminer
Fotocredit: Michael Ihle
Fotocredit: Michael Ihle

Hans Werner Kilz

Hans Werner Kilz (*1943, Worms) ist einer der profiliertesten Journalisten in Deutschland. Als Redakteur und Ressortleiter steuerte er viele Jahre die Deutschland-Berichterstattung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel und war von 1990 bis 1994 dessen Chefredakteur. 1995/96 verbrachte er ein Jahr als Fellow am Center for International Affairs der Harvard-Universität in Cambridge/Massachusetts. Danach leitete er 15 Jahre lang, bis Ende 2010, die Redaktion der Süddeutschen Zeitung, die in dieser Zeit ihre höchste Auflage und Reichweite erlangte. Nach dem Rückzug in den Ruhestand war Hans Werner Kilz bis 2016 als Autor und Berater für die Wochenzeitung Die Zeit tätig, zudem gehört er seit 2011 dem Aufsichtsrat der Kölner Mediengruppe Du Mont Schauberg an. Der erfahrene Journalist hat auch mehrere Sachbücher veröffentlicht. Beim Literarischen Frühling hat er mehrfach schon als Moderator mitgewirkt.

Hans Werner Kilz

Michael Krüger

Michael Krüger (* 1943, Wittgendorf bei Zeitz) ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Autoren und Verleger. Als langjähriger Leiter des Münchner Carl-Hanser-Verlages bewies er außerordentliches Gespür und Durchhaltevermögen, Ende 2013 zog er sich von dieser Funktion zurück. Legendär sind Krügers Anfangsjahre als junger Buchhändler in London, wo er im Edelkaufhaus Harrod`s einmal den Bibliothekar der Queen beriet. Später übte der Lektor und Literat großen Einfluss auch als Herausgeber der renommierten Zeitschrift „Akzente“ aus. Gleichzeitig veröffentlichte er seit 1976 regelmäßig eigene Gedichte, Erzählungen und Romane und übersetzte fremdsprachige Werke. Michael Krüger gehört zudem verschiedenen Institutionen und Gremien an. Als Autor erhielt er zahlreiche Preise, so den Peter-Huchel-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis und den Großen Literaturpreis der Bayerische Akademie der Schönen Künste. Die Universitäten Bielefeld und Tübingen verliehen ihm die Ehrendoktor-Würde, die London Book Fair zeichnete ihn 2013 für sein Lebenswerk aus.

Michael Krüger
Foto: Peter Hassiepen
Foto: Peter Hassiepen

Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Giuseppe Tomasi di Lampedusa (* 1896 Palermo, + 1957 Rom) wuchs als Sohn eines sizilianischen Herzogs in jenem aristokratischen Milieu auf, das er in seinem Welterfolg „Il Gattopardo“ (Der Leopard) so kenntnisreich beschrieben hat. Nach dem Abitur studierte er in Rom und Genua Jura und unternahm zahlreiche Auslandsreisen. 1932 heiratete er in Riga die deutsch-baltische Psychoanalytikerin Alexandra von Wolff-Stomersee, die nach dem Krieg als eine der ersten ihres Fachs eine Zeitlang Vorsitzende der Psychoanalytischen Gesellschaft Italiens war. Der fürstliche Palast der Familie in Palermo wurde im Zweiten Weltkrieg von US-Truppen zerbombt. Schon in den 1920er Jahren versuchte sich Tomasi di Lampedusa als Literaturkritiker, 1954 schrieb er innerhalb weniger Monate seinen einzigen Roman „Il Gattopardo“, der aber keinen Verleger fand. Erst nach dem Tod des Autors 1957 wurde das Buch zum Welterfolg und posthum 1959 mit dem Premio Strega, dem wichtigsten italienischen Literaturpreis, ausgezeichnet. Es erschienen dann auch noch ein Erzählband und autobiographische Aufzeichnungen.

Lampedusa Giuseppe Tomasi - Lampedusa Giuseppe Tomasi
Foto: Wikipedia

Hubertus Meyer-Burckhardt

Hubertus Meyer-Burckhardt (*1956, Kassel) ist einer der bekanntesten und vielseitigsten deutschen Filmproduzenten und Talkshow-Moderatoren. Der bekennende Nordhesse studierte Geschichte und Philosophie in Berlin und Hamburg und wechselte dann an die Hochschule für Fernsehen und Film in München. Danach war er als Filmproduzent in vielen Positionen erfolgreich, so bei der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF) und der Akzente Film- und Fernsehproduktion in München. Nach einem Zwischenspiel als Creative Director bei der Agentur BBDO in Düsseldorf übernahm er 1999 den Vorsitz der Geschäftsführung der Multimedia Film und Fernsehproduktion und wurde Vorstandsmitglied für Elektronische Medien bei der Axel Springer AG. In gleicher Funktion war Meyer-Burckhardt ab Juli 2004 für die ProSiebenSat1 Media AG tätig. Von 2006 bis 2013 leitete er die Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft mbH in Hamburg, die für alle großen TV-Sender tätig ist. Zu den Werken, die der unermüdliche Ideensammler und Anreger produzierte, gehören der preisgekrönte Streifen „Mein letzter Film“ mit Hannelore Elsner und „Tödliches Vertrauen“. Für den NDR-Fernsehfilm „Das Urteil“ erhielt er als erster deutscher Produzent eine Emmy-Nominierung, in Deutschland gab es dafür drei Adolf-Grimme-Preise. Seit langem ist der Allround-Manager auch selber regelmäßig auf dem Bildschirm zu sehen, und zwar als Gastgeber der NDR Talk Show. NDR-Info bringt jeden ersten Sonntag im Monat „Meyer-Burckhardts Frauengeschichten“. Außerdem veröffentlichte er mehrere Romane und inszenierte 2015 auch am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg eine Komödie. Beim Literarischen Frühling ist er von Anfang an dabei.

Hubertus Meyer-Burckhardt
© Gerald von Foris
© Gerald von Foris

Katerina Poladjan

Katerina Poladjan (*1971, Moskau) stammt aus einer russischen Künstlerfamilie und kam als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland. Sie ist sowohl Schauspielerin als auch Schriftstellerin und tritt beim „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ in beiden Rollen auf, nicht zum ersten Mal. Nach ihrem Schauspielstudium arbeitete die Künstlerin zunächst an renommierten Theatern in München, Hamburg und Berlin, zu ihren herausragenden Auftritten zählt ein Solo mit dem Titel „Die Karenina – was soll man denn tun?“ Parallel dazu absolvierte sie ein Studium der Angewandten Kulturwissenschaften. Seit 1999 schrieb sie auch Theaterstücke und Prosa, für die sie mehrfach prämiert wurde. Sowohl ihr Romandebüt „In einer Nacht, woanders“ aus dem Jahr 2011 als auch ihr neuester Roman „Vielleicht Marseille“ fanden bei der Kritik viel positive Resonanz.

Katerina Poladjan

Michael Quast

Michael Quast (*1959, Heidelberg) hat sich sein Publikum als vielseitiger Komödiant, Conférencier und Regisseur erobert. Nach dem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart erhielt er Engagements am Düsseldorfer Kom(m)ödchen, am Staatstheater Stuttgart, an den Hamburger Kammerspielen und an den Bühnen in Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel. Einen Namen machte Quast sich mit kabarettistischen Solo-Programmen und gewitzten Adaptionen großer Stoffe für kleine Besetzung, etwa mit Goethes Faust und Mozarts Don Giovanni. Er ist im ganzen deutschsprachigen Raum unterwegs und bestreitet manche Vorstellung auch in Mundart. Für sein Schaffen erhielt der Künstler mehrere Auszeichnungen, so den Deutschen Kleinkunstpreis, den Salzburger Stier, den Rheingau-Musikpreis und den Hessischen Verdienstorden. Mit seiner Familie lebt der „tollkühne Theaterdirketor“ (FAZ) in Frankfurt am Main, wo er auch die Fliegende Volksbühne Frankfurt Rhein-Main leitet.

Michael Quast

Marianne Sägebrecht

Marianne Sägebrecht (* 1945, Starnberg) ließ sich nach der Realschule zur medizinisch-diagnostischen Assistentin ausbilden, heiratete mit 19 Jahren und bekam ein Kind. Mit Mann und Schwester betrieb sie ein Kleinkunstlokal in Starnberg, nach der Scheidung wechselte sie 1976 nach München-Schwabing in die Künstlerkneipe „Mutti-Bräu“. Dort knüpfte sie Kontakte zu Schauspielern und Zirkus-Artisten, spielte nebenher Kabarett und Theater und kam 1983 durch den Regisseur Percy Adlon zum Film. Gleich ihre ersten Rollen in „Zuckerbaby“ (1984) und „Out of Rosenheim“ (1987) machten sie zur Kultfigur. Später drehte die Seiteneinsteigerin, die im Duktus und Gehabe ihre bayerische Herkunft nie verleugnet hat, auch mit Volker Schlöndorff und wirkte an der Seite von Stars wie Michael Douglas und Michel Piccoli in französischen und amerikanischen Produktionen mit. Mittlerweile beläuft sich die Zahl der Filme, in denen sie oft als die einfache Frau von nebenan auftritt, auf mehr als drei Dutzend. Zu den Auszeichnungen, die sie erhielt, zählen der Bundesfilmpreis, der Ernst-Lubitsch-Preis, der Bambi und der Bayerische Verdienstorden. Wegen ihrer Zauberkunststücke in „Out of Rosenheim“ wurde sie auch Ehrenmitglied eines elitären Zaubererclubs in Los Angeles.

Marianne Sägebrecht
Foto: Georges Pauly
Foto: Georges Pauly

Denis Scheck

Denis Scheck (*1964, Stuttgart) begeisterte sich schon als Jugendlicher so sehr für die Literatur, dass er mit 13 Jahren eine literarische Zeitschrift gründete. Später studierte er Zeitgeschichte, Politik und Literaturwissenschaft in Tübingen, Düsseldorf und Dallas/Texas, danach betätigte er sich als Übersetzer und literarischer Agent. Von 1997 bis 2016 war er Literatur-Redakteur beim Deutschlandfunk und leitete dort regelmäßig den „Büchermarkt“. Bekannt wurde er auch als Moderator der Fernsehsendung „druckfrisch“, die in monatlichen Abständen am Sonntagabend in der ARD ausgestrahlt wird. Für diese Auftritte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrich-Preis. Denis Scheck, der außerdem im TV-Programm des Südwestrundfunks regelmäßig die Sendung „lesenswert“ moderiert, begleitet den „Literarischen Frühling in der Heimat der Brüder Grimm“ seit der Gründung 2012 jedes Jahr mit seinen geistvollen Beiträgen.

Madame de Staël

Anne Louise Germaine de Staël Holstein (* 1766, Paris, + 1817 Paris) gehörte als Tochter von Jacques Necker, dem Finanzminister des französischen Königs Louis XVI., zur Pariser Oberschicht. 1786 heiratete sie den schwedischen Botschafter Eric Magnus Baron Staël von Holstein, die Ehe wurde aber 1800 wieder geschieden. Zu ihren Liebhabern zählte lange Jahre der Schriftsteller und Politiker Benjamin Constant (1767-1830), der sie 1803/04 auf der ersten ihrer beiden Deutschlandreisen begleitete. Beim Aufenthalt in München und Wien 1808/09 stand der adligen Dame der deutsche Literat und Philologe August Wilhelm Schlegel (1766-1817) zur Seite, den sie als persönlichen Sekretär und Erzieher ihrer Kinder engagierte. Die Publikation des epochalen Werkes über Deutschland war mit Hindernissen verbunden. Die erste Auflage, die 1810 in Paris erscheinen sollte, wurde auf Ordre von Napoleons Polizeiminister beschlagnahmt und eingestampft. Das Buch erschien dann 1813 zunächst in London, bald auch in Deutschland und erst 1814, nach dem Sturz Napoleons, in Frankreich. Das Echo war gemischt. Heinrich Heine bezeichnete Madame de Staël als „Sturmwind in Weibskleidern“ und warf ihr vor, sie habe von Deutschland ein völlig verzerrtes Bild gezeichnet.

Anne Louise Germaine de Staël Holstein
Bild: Wikipedia
Bild: Wikipedia

Ilija Trojanow

Ilija Trojanow (* 1965, Sofia), gebürtiger Bulgare, floh 1971 als Kind mit seiner Familie über Jugoslawien und Italien nach Deutschland. Danach lebte die Familie bis 1984 in Nairobi, weil dort der Vater, ein Ingenieur, Arbeit fand. Zwischenzeitlich verbrachte Trojanow vier Jahre in Deutschland, wo er nach einem Aufenthalt in Paris dann auch Jura und Ethnologie studierte und einen Verlag gründete. 1998 zog der vielseitig interessierte Kulturschaffende nach Bombay, 2003 nach Kapstadt, heute lebt er in Wien und ist nach wie vor viel auf Reisen. Als Autor publizierte er zunächst Sachbücher und Reiseberichte über Afrika, in dem Roman „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ (1996) verarbeitete er erstmals das Schicksal seiner Familie. Ein großer Erfolg wurde „Der Weltensammler“ (2006), ein Buch über einen britischen Kolonialbeamten, für das Trojanow den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt. Aufsehen erregten auch seine Reportagen, beispielsweise über seine Wiederbegegnung mit Bulgarien und die dortige Entwicklung nach dem Kollaps des Kommunismus 1989.

Ilija Trojanow
© Thomas Dorn
© Thomas Dorn

Guntram Vesper

Guntram Vesper (* 1941, Frohburg), wuchs als Sohn eines Landarztes in seiner Heimatstadt Frohburg auf und begann schon als Schüler, Gedichte zu verfassen. Mit den Eltern und dem jüngeren Bruder flüchtete er 1957 aus der DDR in die Bundesrepublik, über Berlin kam die Familie nach Hessen. Vesper arbeitete zunächst im Vogelsberg auf einem Bauernhof, dann am Bau und im Bergbau, ehe er in Friedberg ein Aufbaugymnasium besuchte. Mit Freunden gab er eine literarische Zeitschrift heraus und suchte Kontakt zu bekannten Autoren. Mit 22 Jahren veröffentlichte der junge Literat seinen ersten Gedichtband, 1967 wurde er zur letzten Tagung der Gruppe 47 eingeladen. Zu dieser Zeit studierte Vesper schon in Göttingen Medizin und Geisteswissenschaften, danach blieb er als freier Schriftsteller in der Stadt wohnen. Sein Werk umfasst zahlreiche Gedicht- und Prosabände, aber auch Hörspiele, Radio-Essays, Fernsehfilme und Forschungsarbeiten zur Sozialgeschichte. 1993/94 hatte der Autor die Brüder-Grimm-Professur an der Universität Kassel inne.

Guntram Vesper
© Volker Poland
© Volker Poland

Sahra Wagenknecht

Sahra Wagenknecht (* 1969, Jena) ist als Frakionsvorsitzende der Partei Die Linke im Bundestag und Spitzenkanidatin bei der Bundestagswahl 2017 eine der bekanntesten Politikerinnen in Deutschland. Die promovierte Volkswirtin, Tochter einer Deutschen und eines Iraners, geriet als junge Frau in der Schlussphase der DDR mit dem Regime in Konflikt, trat aber dennoch im Sommer 1989 der SED bei und engagierte sich für eine sozialistische Umgestaltung des Landes. In der SED-Nachfolgepartei PDS war sie eine führende Vertreterin der orthodoxen Kommunistischen Plattform und verteidigte noch nachträglich den Bau der Mauer im Jahre 1961. Auch später machte Sahra Wagenknecht immer wieder mit eigenwilligen, rhetorisch sehr geschickt vorgetragenen Positionen von sich reden und wurde ein häufiger Gast in Talkshows. 2004 gelangte sie ins Europaparlament, 2009 wurde sie über die nordrhein-westfälische Landesliste in den Bundestag gewählt, dem sie seither angehört. Ihren Wohnsitz hat sie seit 2012 gemeinsam mit ihrem Ehemann Oskar Lafontaine in Merzig im Saarland. Die Politikerin hat eine ganze Reihe erfolgreicher Bücher veröffentlicht, so zuletzt 2016 das Werk „Reichtum ohne Gier – wie wir uns vor dem Kapitalismus retten“.

Sahra Wagenknecht